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Gegen den Trend: Israels Zentralbank erhöht die Zinsen

Seit gut einem Jahr hat keine Notenbank mehr die Leitzinsen erhöht. Nun wagt sich die Zentralbank Israels vor und hebt ihren Zinssatz für kurzfristige Darlehen leicht an. Marktbeobachter halten nun eine weltweite Kehrtwende für möglich - vor allem Zentralbanken kleiner Staaten könnten dem Beispiel Israels folgen.

Jerusalem - Während sich in Europa kaum Bewegung bei den Leitzinsen abzeichnet, prescht Israels Zentralbank vor. Das Institut hebt den Schlüsselzinssatz für kurzfristige Darlehen um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent an. Der Schritt solle helfen, die Inflation auf die Spanne von ein bis drei Prozent zu drücken, teilte die Notenbank mit.

Mit ihrer Entscheidung nimmt Israels Zentralbank eine Vorreiterrolle ein. Seit fast einem Jahr hat weltweit keine Notenbank die Zinsen hochgeschraubt. Weltweit betreiben Zentralbanken eine Politik des billigen Geldes. Mit Mini-Zinsen sollen die Kosten für das Leihen von Geld niedrig gehalten werden, um internationale Kapitalströme in der Finanzkrise nicht zum Erliegen zu bringen.

Doch Marktbeobachter rechnen nun damit, dass bald mehr Institute diesen Kurs verlassen. Sie erwarten, dass vor allem kleinere Zentralbanken in den kommenden Monaten Israels Beispiel folgen könnten. In Analystenkreisen gelten vor allem Norwegen und Australien als Kandidaten für eine Zinserhöhung bis zum Jahresende.

Bei den weltgrößten Notenbanken rechnen Experten dagegen bis weit in das kommende Jahr mit einer unveränderten Geldpolitik. Die Europäische Zentralbank hatte zuletzt den Leitzins bei 1,0 Prozent belassen. Die EZB wertete jüngste Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur als nicht positiv genug, um die Zinsschraube schon wieder anzuziehen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte zudem mehrfach gesagt, das aktuelle Niveau sei angemessen.

tko/Reuters

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