Gegenofferte Nasdaq will Mega-Börsenhochzeit torpedieren

Droht die Fusion von Deutscher und New Yorker Börse zu platzen? Der US-Konkurrent Nasdaq bereitet offenbar ein Gegenangebot vor - und kann sich dabei der Unterstützung aus der Politik sicher sein.

Nasdaq in New York: Gespräche mit Banken in fortgeschrittenem Stadium
REUTERS

Nasdaq in New York: Gespräche mit Banken in fortgeschrittenem Stadium


New York - Für die Deutsche Börse Chart zeigen droht diese Woche zum Alptraum werden. Die konkurrierende US-Technologiebörse Nasdaq bereitet nach Informationen mehrerer amerikanischer Zeitungen ein Gegenangebot für die New York Stock Exchange Chart zeigen vor. Die Übernahmeofferte könnte schon an diesem Dienstag herauskommen, berichtete der Fernsehsender CNBC.

Bereits seit Wochen halten sich hartnäckig Gerüchte, dass ein Konkurrent die Fusion von Deutscher Börse und der NYSE Euronext torpedieren könnte. Die beiden Größen unter den globalen Börsenbetreibern hatten Mitte Februar ihre Fusion beschlossen - nach mehreren gescheiterten Anläufen in der Vergangenheit.

Würde die Nasdaq Chart zeigen um die NYSE werben, hätte sie viele US-Politiker auf ihrer Seite. Denn in den USA besteht die Sorge, dass die Deutschen nach der Fusion das Sagen haben könnten. Die Beweggründe für ein mögliches Gegenangebot sind allerdings rein egoistischer Natur: Die ebenfalls in New York sitzende Nasdaq gilt unter Experten als größter Verlierer, wenn die transatlantische Megahochzeit wie geplant bis zum Ende des Jahres abgeschlossen ist.

Die Nasdaq hat nach Informationen des "Wall Street Journal" mit mehreren Banken verhandelt, um die Kaufofferte zu finanzieren. Demnach dürfte die Bank of America ein Konsortium anführen, dass rund fünf Milliarden Dollar an Krediten zur Verfügung stellt.

Die Nasdaq braucht jedoch noch einen weiteren starken Verbündeten, um die Übernahme der aktuell mit fast 9,6 Milliarden Dollar bewerteten NYSE Euronext stemmen zu können. Den Angaben zufolge zählt die Nasdaq dabei auf die IntercontinentalExchange (ICE) aus Atlanta. Die auf Rohstoffe spezialisierte Börse könnte sich bei diesem Szenario bestimmte Teile der NYSE Euronext herauspicken.

yes/dpa-AFX



insgesamt 4 Beiträge
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RaMaDa 15.03.2011
1. Heimspiel
Die Deutsche Börse kann nur verlieren - siehe EADS vs Boing.
BettyB. 15.03.2011
2. Retter Nasdaq
Hoffentlich klappt´s, denn die Deutsche Börse kann nur so noch aus dem sachlich unverständlichem Deal herauskommen, denn der teure Traum vom Einfluß wurde für die Deutschbanker ansonsten schnell platzen...
fritz_64 15.03.2011
3. und finanziert...
wird das ganze dann von der deutschen bank....
petermax 15.03.2011
4. Gegenofferte: Nasdaq will ...
Hoffentlich platzt durch diese Gegenofferte der von der Deutschen Börse angestrebte Zusammenschluß - ansonsten geht ein weiteres Stück deutsche Unabhängikeit flöten - in diesem Fall sollten wir nicht am US-amerikanischen Wesen genesen.-
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