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Recycling-Streit: Handelsketten zahlen mehr für Gelbe Tonne und Gelben Sack

Der Streit über die Finanzierung von Gelber Tonne und Gelbem Sack ist beigelegt: Die Handelsketten zahlen den Entsorgern mehr Geld für die Entsorgung von Verpackungsmüll.

Abtransport von Gelben Tonnen Finanzierungslücke geklärt Zur Großansicht
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Abtransport von Gelben Tonnen Finanzierungslücke geklärt

Köln/Berlin - Monatelang haben Entsorger und Handel darüber gestritten, wie Recycling von Verpackungsmüll finanziert wird, nun gibt es eine Einigung. Diese sieht vor, dass acht Handelsketten Geld zuschießen. "Es gibt eine Verständigung über die Finanzierungslücke für 2014", sagte Peter Kurth, der Präsident des Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

Damit steht fest, dass der Abfall aus Gelber Tonne und Gelben Sack auch künftig abgeholt wird. Zuletzt waren Entsorgungskosten für einen Teil des Verpackungsmülls nicht gedeckt. Insgesamt fehlten 20,7 Millionen Euro. In Deutschland fällt regelmäßig mehr Abfall an, als von Industrie und Handel gemeldet, was zu finanziellen Engpässen führt.

Die neun Systembetreiber - darunter das Duale System Deutschland - mussten sich in einzelnen Verträgen mit den jeweiligen Filialisten Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Metro, Rewe und Tchibo verständigen. Zuletzt hatten noch der fränkische Systembetreiber BellandVision und Edeka miteinander verhandelt. Auch diese beiden Unternehmen erzielten nun eine Einigung.

Verpackungsmengen wurden kleingerechnet

Vom Joghurtbecher bis zur Milchtüte fallen in Deutschland jährlich mehr als zwei Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Hersteller und Handel sollen die Entsorgungskosten tragen. Das soll einen Anreiz geben, möglichst wenig Material zu verwenden und so die Umwelt zu schonen. Allerdings waren in diesem Jahr nur 88 Prozent der Menge finanziert. Hersteller und Handel wollten ebenso wenig für den privat ins Land gebrachten Müll ausländischer Produzenten zahlen wie für Nicht-Verpackungen, die in den Gelben Tonnen und Säcken landen.

Das Millionendefizit ist aber auch dadurch entstanden, dass Handel und Industrie deutlich geringere Verpackungsmengen an die Systembetreiber meldeten als tatsächlich in Umlauf kamen.

Die monatelangen Querelen hatten Zweifel an dem privaten System der Abfallentsorgung genährt. Besonders kommunale Unternehmen betonten, für die Aufgabe besser geeignet zu sein. "Der Handel ist sehr an einem Fortbestand des privatwirtschaftlichen Dualen Systems interessiert", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschlands, Kai Falk, nach der Einigung. Dafür spreche Effizienz und das Erreichen der Umweltziele. BDE-Chef Kurth sagte, 2015 seien ähnliche Finanzierungsprobleme wegen einer Änderung der Verpackungsverordnung nicht zu erwarten.

mmq/dpa

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1. Irreführender Titel:
OskarVernon 28.08.2014
Die Handelsketten zahlen natürlich nicht *mehr*, sondern wie bisher gar nichts: Die kassieren künftig etwas mehr bei ihren Kunden oder sparen woanders ein und leiten eines Teil des Geldes weiter - sonst nix!
2. Schade
spiegelleser85 28.08.2014
daß sie sich geeinigt haben. Warum war es so schwer, es handelt sich doch angeblich um "Wertstoffe". So werden wir diesen elenden gelben Sack, der zwei Wochen im Keller vor sich hin stinkt, ständig zerreißt, weil er viel zu dünn ist, von diesen roten Bändchen, die überall herumfliegen gar nicht zu reden, und die darüber hinaus so knapp gehalten werden, als würden sie einem geschenkt werden und nicht von uns bezahlt, dieses gelbe Elend werden wir nun immer noch nicht los. Ein Geißel.
3.
ichsagemal 28.08.2014
... Deutschland hat sich für das duale System entschieden. Das dient in erster Linie der Gewinnmaximierung des Systems. Die Umwelt ist eine tolle und für viele glaubhafte Alternative. Empfehlung: Gehet hin auf die Wertstoffhöfe und ihr werdet Wundersames sehen.
4.
OskarVernon 28.08.2014
Zitat von spiegelleser85daß sie sich geeinigt haben. Warum war es so schwer, es handelt sich doch angeblich um "Wertstoffe". So werden wir diesen elenden gelben Sack, der zwei Wochen im Keller vor sich hin stinkt, ständig zerreißt, weil er viel zu dünn ist, von diesen roten Bändchen, die überall herumfliegen gar nicht zu reden, und die darüber hinaus so knapp gehalten werden, als würden sie einem geschenkt werden und nicht von uns bezahlt, dieses gelbe Elend werden wir nun immer noch nicht los. Ein Geißel.
Dagegen hilft, alles was stinken kann auszuspülen oder wenn das nicht hilft (Fischdosen o.ä.) geruchsdicht in einen Tiefkühlbeutel einzuknoten oder zu -schweißen ;-) Und nein, ich hab auch keine Ahnung, wie *das* der Umwelt helfen soll - aber stinkenlassen geht gar nicht!
5. Erst mal gelbe Tonne stellen!
spiegelinator 28.08.2014
Im Süden hats das Duale System bis heute noch nicht geschafft einen gelben Sack oder gar eine gelbe Tonne den Verbrauchern zur Verfügung zu stellen! Worüber wird hier diskutiert? ??
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