Geld für Tepco: Fukushima-Konzern bekommt Milliardenhilfen
Die Katastrophe in Fukushima hat dem japanischen AKW-Betreiber Tepco einen Milliardenverlust beschert. Nun muss der Staat dem Konzern unter die Arme greifen. Das Unternehmen soll rund acht Milliarden Euro erhalten - und so auch Entschädigung leisten können.
Tokio - Der japanische AKW-Betreiber Tepco bekommt von der Regierung in Tokio finanzielle Unterstützung. Die Regierung genehmigte eine Zahlung von 900 Milliarden Yen (8,4 Milliarden Euro) an die Firma. So soll Tepco Entschädigungszahlungen an die Leidtragenden des Atomunfalls in Fukushima leisten können und das Gebiet rund um das havarierte AKW dekontaminieren.
Im Gegenzug versprach Tepco, seine internen Kosten im Laufe der nächsten zehn Jahre um mehr als 2,5 Billionen Yen zu senken, unter anderem durch die Kürzung von Pensionszahlungen. Der Konzern steckt infolge des Unglücks in seinem Werk in Fukushima tief in den roten Zahlen. Zwischen April und September fiel unterm Strich ein Verlust von 627,30 Milliarden Yen (5,8 Milliarden Euro) an. Im Vorjahreszeitraum hatte Tepco noch einen Gewinn von 92,29 Milliarden Yen erwirtschaftet.
Durch den Ausfall des Atomstroms müssen in Japan ersatzweise Wärmekraftwerke eingesetzt werden. Diese gewinnen unter anderem aus Kohle oder Erdgas elektrischen Strom - das kostet Tepco viel Geld.
Das AKW Fukushima Daichi war bei dem schweren Erdbeben und Tsunami vom 11. März massiv beschädigt worden. Zehntausende Anwohner mussten fliehen. Tepco kann damit rechnen, zusätzlich zu den nun bewilligten Milliardenhilfen weiteres staatliches Geld zu bekommen. Dies sieht ein entsprechendes Gesetz zum Atomschadensausgleich vor. Das Geld ist jedoch nur für die Begleichung der Entschädigungsforderung der Opfer vorgesehen, die durch die Atomkatastrophe ihr Haus und Einkommen verloren. Geschäftlich bringt es dem angeschlagenen Konzern nichts.
mmq/dpa
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