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Geldanlage: Börsenprofis empfehlen Solaraktien aus China

Von Esther Wiemann

Die Solarbranche steckt in einer tiefen Krise. Die Preise für Module fallen im Eiltempo, die Aktienkurse der Hersteller brechen ein. Analysten sind trotzdem optimistisch: Sie sagen den Ökofirmen ein gigantisches Wachstum voraus - vor allem in China.

Solarkraftwerk in Brandenburg: Die Kunden halten sich noch zurück Zur Großansicht
dpa

Solarkraftwerk in Brandenburg: Die Kunden halten sich noch zurück

Hamburg - Wer früher in Solaraktien investierte, konnte nicht nur sein ökologisches Gewissen beruhigen: Vor gar nicht langer Zeit gab es auch üppige Renditen, ein Kursplus von 200 Prozent pro Jahr war keine Seltenheit. Doch jetzt hat sich die Entwicklung umgekehrt. Der Boom der Solarwerte ist vorbei, allein die Aktie des deutschen Marktführers Q-Cells hat in diesem Jahr fast zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt.

Was ist der Grund für die Misere? Und vor allem: Wann könnte sich die Lage wieder bessern?

Geht es nach den meisten Analysten, bleiben Solaraktien in den kommenden Monaten im Keller. Für viele Unternehmen könnte es sogar noch schlimmer kommen. Denn gegenwärtig ist das Angebot an Solaranlagen wesentlich größer als die Nachfrage. "Der Preiskampf ist brutal. Wer da nicht mithalten kann, verschwindet vom Markt oder wird im besten Fall übernommen", sagt Michael Tappeiner, Analyst der Bank UniCredit.

Zu schaffen machen den Unternehmen der Einbruch auf dem spanischen Solarmarkt, einem der größten der Welt. Die Regierung in Madrid hatte die Subventionen für Solaranlagen deutlich heruntergefahren. Auch die Finanzkrise hat drastische Auswirkungen: Viele Großprojekte würden von Banken nicht mehr finanziert, sagt Tappeiner.

Vor allem aber leidet die Branche unter der Konkurrenz aus Asien. "Die dortigen Hersteller bieten ihre Produkte teilweise 20 Prozent billiger an als heimische Unternehmen", schätzt Tappeiner. Chinesische Firmen wie Suntech Power Chart zeigen können mit ihren geringeren Personalkosten wesentlich günstiger produzieren als ihre deutschen Konkurrenten.

Deutsche Solaraktien sind nicht unbedingt erste Wahl

"Früher war der Zugang zu den Rohstoffen entscheidend", sagt Tappeiner. Vor allem die Verfügbarkeit von Silizium entschied über den Erfolg oder Misserfolg einer Solarfirma. Heute ist das anders: Die Preise für Polysilizium sind massiv eingebrochen, auf der Einkaufsseite haben die Hersteller keine Probleme. Ausschlaggebend ist jetzt nur noch ein Kriterium: der Absatz - und damit der Marktzugang. Produzenten von Dachanlagen für Privatkunden wie Aleo Solar mit einem guten Netzwerk an Installationsfirmen stehen deshalb besser da als Hersteller, die auf große Solarparks spezialisiert sind, sagt Tappeiner.

Auch Firmen am Ende der Wertschöpfungskette ohne eigene Produktion sind nach Einschätzung von Experten besser dran. Die Herstellungskette beginnt beim Silizium, dann folgen Wafer, Zellen und schließlich Module. Danach kommen die Projektierer, Handwerker und Betreiber: Sie profitieren in der Regel von niedrigen Modulpreisen. Allerdings halten sich auch hier die Kunden derzeit zurück - in der Hoffnung auf noch bessere Preise.

Für Anleger heißt das vor allem eins: Deutsche Solaraktien sind nicht unbedingt erste Wahl. "Aufgrund der teilweise drastischen Preisunterschiede zu asiatischen Wettbewerbern erscheinen Investitionen in deutsche Produkthersteller risikoreich", sagt Sebastian Growe, Solarexperte der equinet AG.

Risiko Bundestagswahl

Am härtesten ist derzeit der Markt für Solarmodule und Sollarzellen umkämpft. Für die deutschen Hersteller sind die Preise binnen eines Jahres um bis zu 30 Prozent gefallen. In diese Sparte gehören Unternehmen wie Solon Chart zeigen und Q-Cells. Die Solon-Aktie beispielsweise ist von rund 90 Euro unter zehn Euro abgestürzt. Selbst seine unter den Markterwartungen liegenden Prognosen hat das Unternehmen nicht erfüllt.

"Insgesamt sind aktuelle Prognosen mit vielen Unwägbarkeiten behaftet", erklärt der Fachmann. Entscheidend sei beispielsweise, wie sich die politische Diskussion nach der Bundestagswahl entwickele. Wenn die Solarförderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz weiter beschnitten werde, könnte sich dies zusätzlich negativ für die Hersteller auswirken. Große Kurssprünge seien zumindest in nächster Zeit nicht zu erwarten, sagt Growe.

Einigermaßen glimpflich kommen bisher die Zulieferunternehmen der Solarbranche davon, zum Beispiel Manz Automation Chart zeigen, Centrotherm Chart zeigen oder Roth & Rau. Die Anlagenbauer würden sogar vom Kapazitätsaufbau in Asien profitieren, sagt Erkan Aycicek, Analyst für Solaraktien bei der Landesbank Baden-Württemberg. Dennoch sei auch hier Euphorie fehl am Platz: Die Unternehmen bekämen den Preisdruck ebenfalls zu spüren.

Auf Dauer habe der Einbruch in der Branche allerdings etwas Gutes: "Durch die dramatisch sinkenden Preise wird der Solarstrom günstiger, unabhängig von Subventionen und damit wettbewerbsfähig", sagt Aycicek. Das dauere aber noch einige Zeit. Bis dahin werde sich die Spreu vom Weizen trennen. Erst dann werde sich zeigen, wer die tatsächlichen Gewinner sind.

Hoffnung auf Expansion - zumindest langfristig

Immerhin: 2010 könnte der Markt schon wieder wachsen, glaubt Hartmut Moers, Analyst vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Ab 2011 könnte dann sogar eine starke Expansionsphase einsetzen. Da in der Vergangenheit gutes Geld zu verdienen war, kämpfe die Branche noch mit drastischen Überkapazitäten. Werde der Markt nun aber durch Pleiten und Übernahmen bereinigt, dann stehe den verbleibenden Firmen eine profitable Zukunft bevor - zumal der technologische Fortschritt stetig voranschreite.

Im Ergebnis könnte dies bedeuten, dass wenige Global Player den Markt dominieren. "Etwa sechs bis zehn Unternehmen mit globalen Produktionsstätten werden das sein", schätzt Moers. Gute Karten hätten große, finanzstarke Firmen, die an der gesamten Wertschöpfungskette entlang produzieren. Unter den deutschen Herstellern trifft dies vor allem auf Solarworld Chart zeigen zu. Zwar ging auch hier der Umsatz zurück, immerhin macht das Unternehmen aber weiter Gewinn. International, schätzen Analysten, könnten das US-Unternehmen First Solar Chart zeigen oder der chinesische Hersteller Suntech Chart zeigen zu den Gewinnern zählen.

Daneben haben auch Anbieter von Nischenprodukten und innovative Unternehmen eine Chance, sich am Markt zu halten. Dass sich das Geschäft komplett nach Asien verlagert, glaubt Moers deshalb nicht. "Auch die chinesischen Hersteller kämpfen mit der schwierigen Marktsituation."

Langfristig sind die meisten Experten sogar optimistisch. Manche erwarten für die kommenden Jahre schon wieder zweistellige Wachstumsraten. Fragt sich nur, wer bis dahin durchhält.

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Forum - Atom oder Solar - wem gehört die Zukunft?
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1.
Frank und gerne Frei 08.07.2009
Sinnvoll ist es, beides zu haben....
2.
AndyH 08.07.2009
Zitat von sysopDie Strombranche befindet sich im Umbruch. Können Wind und Sonne die konventionellen Energieträger ablösen? Oder bleibt Deutschland angewiesen auf Kohle und Atom?
Es gibt kein "Umbruch" nirgendwo. Jeder arbeitet mit dem was er hat. Es wird sich langfristig nichts ändern, ausser durch Staatsterror in Form von EEG. Deutschland hat die Braunkohle in Mengen wie Irak Öl. Es wäre hirnrissig jetzt eine Ideologie zu installieren, der dies entwertet. Solar und andere flächengebundene "regenerative" Energien sind vernachlässigbar, bis auf Wasser das ist aber ausgereizt.
3.
kdshp 08.07.2009
Zitat von sysopDie Strombranche befindet sich im Umbruch. Können Wind und Sonne die konventionellen Energieträger ablösen? Oder bleibt Deutschland angewiesen auf Kohle und Atom?
Hallo, was für eine frage ! Natürlich sonnenstrom und das wird kommen zwar arbeiten die lobbys und politiker noch stark dagegen aber er wird kommen. Ich schaue auch schon was eine solarstromalange für mein haus kostet bzw. ich spare schon dafür und werde mir zu 100% eien holen. Hier hätte die regierung auch was machen sollen ähnlich wie diese abwrackprämie so eien art 100.000 dächer solar programm. man was hätten wir an energie gespart und auch an co2. Atomstrom war gestern !
4.
LumpY 08.07.2009
Zitat von AndyHEs gibt kein "Umbruch" nirgendwo. Jeder arbeitet mit dem was er hat. Es wird sich langfristig nichts ändern, ausser durch Staatsterror in Form von EEG. Deutschland hat die Braunkohle in Mengen wie Irak Öl. Es wäre hirnrissig jetzt eine Ideologie zu installieren, der dies entwertet. Solar und andere flächengebundene "regenerative" Energien sind vernachlässigbar, bis auf Wasser das ist aber ausgereizt.
Sie kennen aber schon die Klimastudien des IPCC? Die Braunkohle nicht entwerten!? hallo? das ist weder der Umwelt noch unseren Nachfahren gegenüber zu Verantworten auf solch eine Energiegewinnung zu setzten.
5.
AndyH 08.07.2009
Zitat von LumpYSie kennen aber schon die Klimastudien des IPCC? Die Braunkohle nicht entwerten!? hallo? das ist weder der Umwelt noch unseren Nachfahren gegenüber zu Verantworten auf solch eine Energiegewinnung zu setzten.
Interessiert defacto keinem, ausser als Möglichkeit die Luft zu besteuern. Unser nachfahren wird nicht dadurch geholfen, dass wir das Land deindustrialisieren bis aussieht wie Michigan.
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Solarboom in Deutschland: Niedriger Preis, hohe Rendite

Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. Verfeinerte Fördertechniken machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.


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