Geldmangel: Bund erwägt Verstaatlichung der Commerzbank

Es ist kein gutes Zeichen für die Commerzbank: Nach SPIEGEL-Informationen schließt die Bundesregierung eine Verstaatlichung des Instituts nicht aus. Das Geldhaus braucht spätestens bis zum Sommer frisches Kapital.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Fünf Milliarden sollen fehlen Zur Großansicht
REUTERS

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt: Fünf Milliarden sollen fehlen

Hamburg - Seit drei Jahren gehört dem deutschen Staat ein Teil der Commerzbank: Nachdem das Institut Ende 2008 in den Strudel der Finanzkrise geriet und Finanzhilfen benötigte, hält der Bund 25 Prozent plus eine Aktie. Eigentlich wollte Commerzbank-Chef Martin Blessing möglichst schnell wieder unabhängig werden. Doch nun droht nach SPIEGEL-Informationen das Gegenteil: Die Bundesregierung schließt eine Verstaatlichung der Commerzbank nicht aus.

Wenn es das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut nicht schaffe, sich bis zum nächsten Sommer genug Kapital zu beschaffen, werde Berlin den Bankenrettungsfonds Soffin reaktivieren und weitere Aktien des Finanzkonzerns übernehmen, heißt es in Regierungskreisen.

Man gehe davon aus, dass dem Bund bei einer Kapitalerhöhung die Mehrheit der Anteile zufallen würde. Berlin lehnt es ab, lediglich die angeschlagene Commerzbank-Tochter Eurohypo zu übernehmen.

Die Commerzbank benötigt mehr Eigenkapital

Die Commerzbank muss nach einer Vorgabe der europäischen Bankenaufsicht EBA wie andere europäische Banken bis Ende Juni 2012 ihre Eigenkapitalquote auf neun Prozent hochschrauben. In den kommenden Tagen will die EBA offenlegen, wie viel Kapital sich die Kreditinstitute noch beschaffen müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

In Aufsichtskreisen heißt es, die Commerzbank brauche rund fünf Milliarden Euro. Der Vorstand der Bank um Martin Blessing erläuterte dem Aufsichtsrat am Freitag eine Reihe möglicher Maßnahmen, um das Ziel ohne Staatshilfe zu erreichen. Der Erfolg hängt jedoch stark vom Fortgang der europäischen Staatsschuldenkrise ab.

dab

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insgesamt 65 Beiträge
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1. wie war das noch im Frühjahr
hessiejames 04.12.2011
Zitat von sysopEs ist kein gutes Zeichen für die Commerzbank: Nach SPIEGEL-Informationen schließt die Bundesregierung eine Verstaatlichung des Instituts nicht aus. Das Geldhaus braucht spätestens bis zum Sommer frisches Kapital. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,801598,00.html
Martin Blessing begab sich auf die Bühne und sprach das noch in diesem Jahr das Steuergeld zurückgezahlt wird. ER könne so nicht arbeiten ist wohl unter seiner Würde das der Staat mitregiert.Wohl auch wegen ihrer Boni Und jetzt das ? Das 2mal so eine Bauchlandung
2. Richtige Intervention
WolfHai 04.12.2011
Zitat von sysopEs ist kein gutes Zeichen für die Commerzbank: Nach SPIEGEL-Informationen schließt die Bundesregierung eine Verstaatlichung des Instituts nicht aus. Das Geldhaus braucht spätestens bis zum Sommer frisches Kapital. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,801598,00.html
Anstatt eine Bank im Krisenfall zu stützen, sollte der Staat sie in eine solchen Situation übernehmen, sanieren, und dann so bald wie möglich wieder verkaufen (bzw. die Aktien am Markt platzieren). Auf keinen Fall sollte er die Bank behalten, denn in einem Land mit verstaatlichten Banken möchte ich nicht leben - man denke nur an die Horrorgeschichten der verschiedenen Landesbanken. Durch eine Übernahme würde der Staat nicht einfach Subventionen rausreichen, sondern auch ggf. auch an den bei der Sanierung zu erzielenden Gewinnen beteiligt werden. Außerdem würden die Aktionäre der Bank durch Verlust ihres Kapitals angemessen am Schaden beteiligt werden, anstatt wie sonst die Gewinne zu behalten und die Verluste sozialisieren zu lassen.
3. Geldmangel - Banken & Fianzdienstleister zerstören Volkswirtschaften
++arthur 04.12.2011
"Der Erfolg hängt jedoch stark vom Fortgang der europäischen Staatsschuldenkrise ab." Hmmmm... Finanzkrise > Staatschuldenkrise > Bankenkrise irgendwie immer die selben die gerettet werden müssen, nur wird das ganze geschickt getarnt als "über die Verhältnisse gelebt a.k.a Staatsschuldenkrise"
4. Wurde die Quote nicht 2008 auf 11% erhöht?
NagualDionysos 04.12.2011
"Mit der stillen Einlage verbessert die Commerzbank ihre Eigenkapitalquote von gut 7 auf 11,2 Prozent. Die Zahl der ausgegebenen Aktien steigt nicht, der Bund wird nicht zum Aktionär der Commerzbank. "Für die Verwendung des zusätzlichen Kapitals gibt es keine Auflagen", sagt Blessing." http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/commerzbank-holt-den-staat-zu-hilfe--7368667.html
5. Wäre...
glaubblosnix 04.12.2011
...das jetzt der Zeitpunkt um Commerzbankaktien zu kaufen? Tiefer kann der Kurs doch nicht mehr rutschen.
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