Frankfurt am Main - Die Unterstützung der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde von den Banken einhellig begrüßt: Als Beruhigungsspritze für die nervösen Finanzmärkte hat die Notenbank im Dezember und Februar insgesamt gut eine Billion Euro ins Bankensystem gepumpt. Der Schritt zeigte zumindest kurzfristig Wirkung: Kreditinstitute kauften Anleihen kriselnder Staaten und trugen so zur Entspannung an den Märkten bei.
Doch offenbar gibt es in Brüssel Bedenken, dass die Banken die EZB-Hilfen nicht nur zur Krisenbekämpfung und Stabilisierung ihres Geschäfts verwenden, sondern auch ihren Managern etwas gönnen könnten. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die europäischen Banken künftig gezwungen sein, ihre Profite aus den riesigen Geldspritzen offenzulegen. So solle verhindert werden, dass resultierende Gewinne als Gehälter oder Boni ausgeschüttet werden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf ein bislang unveröffentlichtes Dokument aus EU-Kreisen.
Nachdem die EZB den Banken insgesamt eine Billion Euro zur Verfügung gestellt hatte, konnten die Institute gegen Sicherheiten so viel Geld wie gewünscht für drei Jahre leihen. Die Banken zahlen dafür einen sehr niedrigen Zins von aktuell einem Prozent. Im Gegenzug kauften insbesondere italienische und spanische Banken Staatsanleihen ihrer Heimatländer auf. Diese Papiere wiederum werfen deutlich mehr Rendite ab, als Kosten für die EZB-Kredite anfallen. Die Differenz streichen die Banken als Gewinn ein.
Die Notenbank hatte die Geldflut mit einer drohenden Kreditklemme begründet. Kritiker halten der EZB vor, mit der Strategie kriselnden Euro-Ländern indirekt unter die Arme zu greifen. Weil die Banken bei Anleihen zugriffen, konnte die EZB ihre Käufe von Staatsanleihen zurückfahren. Geldpolitische Hardliner werfen der Notenbank vor, mit ihrem Anleihenkauf die Grenze zur verbotenen Staatsfinanzierung mit der Notenpresse zu überschreiten. Hauptaufgabe der EZB ist es aber, die Preisstabilität im Euro-Raum zu gewährleisten.
mmq/Reuters
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