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Geldwäscheverdacht: Papst ernennt Untersuchungskommission für Vatikanbank

Vatikanbank-Zentrale: Vier Prälaten und eine Harvard-Professorin prüfen Gebaren Zur Großansicht
AFP

Vatikanbank-Zentrale: Vier Prälaten und eine Harvard-Professorin prüfen Gebaren

Der Papst reagiert auf Geldwäsche-Vorwürfe: Eine eigene Kommission soll das Geschäftsgebaren der Vatikanbank unter die Lupe nehmen. Unter den fünf Mitgliedern des Gremiums befindet sich auch eine Harvard-Professorin.

Rom/Vatikanstadt - Eine eigene Untersuchungskommission soll die Aktivitäten der skandalgeplagten Vatikanbank überprüfen. Papst Franziskus habe das Gremium eingerichtet, um sicherzustellen, dass sie im Einklang mit dem Auftrag der katholischen Kirche arbeite, teilte der Vatikan am Mittwoch mit.

Die Mitglieder des Gremiums seien bereits ernannt worden. Die fünfköpfige Kommission besteht demnach aus vier Prälaten und einer Professorin der Harvard-Universität. Die Kommission wird inmitten von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Salerno eingesetzt. Die Fahnder beschuldigen einen hohen Vatikanbeamten der Geldwäsche. Die Bank weist entsprechende Vorwürfe bislang zurück.

Die Entscheidung stellt den bislang drastischsten Schritt Papst Franziskus' im Bemühen dar, die seit Jahrzehnten skandalträchtige Bank unter Kontrolle zu bekommen. Das "Institut für die religiösen Werke" (Istituto per le Opere di Religione -IOR), wie die Vatikanbank mit offiziellem Namen heißt, sieht sich seit langem Vorwürfen ausgesetzt, es missachte internationale Transparenzregeln, die Geldwäsche und Steuerhinterziehung bekämpfen sollen.

Die Kommission solle es Franziskus nun ermöglichen, "die juristische Position und die Aktivitäten des Instituts besser kennenzulernen", teilte der Vatikan mit. Dadurch könne das Geschäftsgebaren der Vatikanbank besser in Einklang mit dem Auftrag der Kirche gebracht werden. Das Gremium soll demnach uneingeschränkten Zugriff auf alle benötigten Daten und Dokumente erhalten, gleichzeitig sollen jedoch die Befugnisse der bereits existierenden Finanzaufsicht nicht beschnitten werden.

Bereits am 15. Juni hatte Franziskus in Sachen Vatikanbank interveniert: Er besetzte einen Spitzenposten mit einem Vertrauten, der ebenfalls Zugriff auf interne Dokumente sowie Zugang zu Vorstandssitzungen und dem Management hat. Der neue Chef der Vatikanbank, Ernst von Freyberg, hatte zuvor bereits damit begonnen, alle Aktivitäten und Konten der Bank zu überprüfen.

fdi/Reuters/AP/dpa

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1. Endlich ein Versuch zu mehr Transparenz bei IOR
raber 26.06.2013
Längst überfällig nach P2, Macinkus und vielen anderen misteriösen Gegebenheiten die man am allerwenigsten von der Vatikan-Bank erwarten sollte, Allerdings ist der Satz, dass das "Geschäftsgebaren der Vatikanbank besser in Einklang mit dem Auftrag der Kirche" gebracht werden soll, sehr porös. Es sollte in Einklang gebracht werden und nicht nur "besser". Die vorherigen Päpste hatten dies verpasst und z.T. anscheinend ihre Familien von profitiert. Bestimmt hat der Druck der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Salernos auch dazu beigetragen.
2. Papst Franziskus I. ernennt Kommission zur Geldwäsche
manfred.wolff@telego.de 26.06.2013
Das geht wahrscheinlich, weil F. I. Backyardinfos von B. XVI. bekommt. Die zwei Päpste haben da schon eine wirksame Zwickmühle, den Saustall aufzuräumen. Hoffentlich schaffen sie es.
3. Tja, im Vatikan leben auch nur Menschen
tjivi 26.06.2013
Und da der Westen Geld und Reichtum zum Maßstab aller Dinge erhoben hat, darf man sich nicht wundern, dass dort die gleichen Regeln gelten wie in allen anderen Staaten auch. Das ist natürlich nicht gerade "gelebtes Christentum". Vielleicht hätte man sich da doch besser am Koran orientieren sollen. Der verlangt zumindest explizit von allen Gläubigen, die in der finanziellen Lage dazu sind, Arme zu unterstützen. Es wird ausdrücklich gefordert nicht nur das zu geben, was man selbst nicht haben will. Da kam mir der Gedanke an die vielen Menschen hier, die Obdachlosen ihr ungewolltes Kupfer spenden. Ich bekenne mich zu keiner der beiden Religionen und stehe damit auch nicht unter Generalverdacht.
4. Um Himmels willen ! *gg*
ramuz 26.06.2013
Zitat von raberLängst überfällig nach P2, Macinkus und vielen anderen misteriösen Gegebenheiten die man am allerwenigsten von der Vatikan-Bank erwarten sollte, Allerdings ist der Satz, dass das "Geschäftsgebaren der Vatikanbank besser in Einklang mit dem Auftrag der Kirche" gebracht werden soll, sehr porös. Es sollte in Einklang gebracht werden und nicht nur "besser". Die vorherigen Päpste hatten dies verpasst und z.T. anscheinend ihre Familien von profitiert. Bestimmt hat der Druck der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Salernos auch dazu beigetragen.
Das ist es doch schon! Aber: das "Geschäftsgebaren der Vatikanbank [] in Einklang mit" geltenden Gesetzen, den Menschenrechten, einer grundlegenden Moral und zumindest einem Hauch von ethischen Handeln zu bringen wäre doch prächtig! Aber dann wären das ja wundertätige Heilige....
5. heiliger vater,
ambulans 26.06.2013
hier ein paar literatur-tipps: gianluigi nuzzi, vatikan ag (dt. - hier geht es um die kohle); carmelo abbate, sex und der vatikan (ebenfalls dt. - hier geht es um .. etwas anderes); usw. p.s.: macht zwar garantiert keinen spass, hilft aber bei der erkenntnis ...
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