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Sanktionen gelockert: US-Regierung erlaubt Boeing Geschäfte mit Iran

Iranische Boeing 747 in Teheran (Archivbild): Ersatzteillieferungen ausdrücklich erlaubt Zur Großansicht
AP

Iranische Boeing 747 in Teheran (Archivbild): Ersatzteillieferungen ausdrücklich erlaubt

Boeing liefert nach 35 Jahren wieder Ersatzteile nach Iran. Die Regierung in Washington hatte dem US-Flugzeugbauer und einem Hersteller von Triebwerken zuvor ausdrücklich die Genehmigung dazu erteilt. Auch ein deutsches Unternehmen könnte profitieren.

Washington - Im Rahmen der jüngsten Atomgespräche mit Iran haben die USA und die EU zugesagt, ihre Sanktionen zu lockern. Die Regierung in Washington nutzt die Lockerung, um US-Konzernen den Handel mit Iran zu genehmigen. So darf der Flugzeughersteller Boeing Ersatzteile für zivile Passagierflugzeuge in das Land liefern. Die entsprechende Lizenz der US-Regierung sei für einen kurzen Zeitraum ausgestellt worden, sagte Boeing-Sprecher Marc Birtel.

Die Genehmigung sei aufgrund des Interimsabkommens erteilt worden, das die sogenannte 5+1-Gruppe im November mit Teheran geschlossen habe, sagte Birtel. Im Gegenzug für erste Lockerungen von Sanktionen verpflichtete sich Iran damals, seine Urananreicherung für zunächst sechs Monate einzufrieren.

Der Boeing-Sprecher weigerte sich allerdings, den Wert der bevorstehenden Lieferung zu beziffern. Über die Ersatzteilliste sagte er lediglich, sie umfasse Komponenten für Flugzeuge, die Iran vor der Islamischen Revolution 1979 von Boeing Chart zeigen gekauft habe und auch nur solche, die für die Sicherheit der Maschinen notwendig seien. Zuletzt hatte Iran im August 1979 eine Boeing 747 gekauft - wenige Monate vor der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran, der Geiselnahme von Botschaftspersonal und kurz bevor das US-Embargo in Kraft trat.

Im Rahmen der gelockerten Sanktionen haben die US-Behörden auch dem Konzern General Electric (GE) die Erlaubnis gegeben, 18 Flugzeugtriebwerke zu überholen, die Ende der siebziger Jahre an das Land geliefert wurden. GE-Sprecher Rick Kennedy sagte, die Regierung habe dem Antrag zugestimmt, die Triebwerke in Einrichtungen von General Electric Chart zeigen oder der deutschen MTU Aero Engines Chart zeigen zu überholen. MTU hat eine Lizenz für diese Arbeiten.

Mitarbeiter von GE werden sich demnach in der kommenden Woche mit Vertretern der iranischen Fluggesellschaft Iranair und der MTU in Istanbul treffen, um Einzelheiten zu besprechen.

Im Rahmen der jüngsten Atomgespräche mit Iran haben die USA und die EU ihre harten Sanktionen gegen Teheran gelockert, die sie wegen der umstrittenen Urananreicherung verhängt hatten. Der Westen verdächtigt das Land, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Die iranische Regierung bestreitet dies.

Die fünf Uno-Vetomächte USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland wollen bis Ende Juli eine endgültige Lösung in dem Atomstreit finden, die Iran die friedliche Kernenergienutzung zur Stromgewinnung und für Forschungszwecke erlaubt, die Entwicklung von Atomwaffen aber dauerhaft verhindert. In der kommenden Woche werden die Gespräche in Wien fortgesetzt.

nck/Reuters/AFP

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1. Geld stinkt nicht. Also immer schön Geschäfte machen!
normalo3006 05.04.2014
Klerikal-faschistisches Regime mit Religionspolizei und Steinigungen von 'Ehebrecherinnen' hin oder her - Geld stinkt nicht! Für die BRD gehts ja hier schließlich um die nackte Existenz. Früher hat man noch Südafrika boykottiert, denn es war selbstverständlich nicht mit einer derart elenden Diktatur zu kooperieren. Laaaang, lang ist's her. Und die Sprüche der Geschäftemacher und der Westen-Basher klingen hohl wie jene der südafrikanischen Rassisten in den 90ern. Wir wissen hierzulande einfach nicht 'wann gut ist' ...
2.
Zapallar 05.04.2014
Im Iran fliegen etliche ex-Airbusse der Lufthansa ... Die meisten über 2-3 zwischendrängst mit mittelost Staaten. Auch dort ist US- Avionij verbaut, dir irgendwie gewartet werden muss ... So viel zum Thema Embargo
3. Neuer Anfang
hartaberfair0815 05.04.2014
Einerseits ist es schon erschreckend dass Flugzeuge aus dem Jahr 1979 erst jetzt zu Sicherheitszwecken überprüft und repariert werden müssen. In Anbetracht der Spannungen zwischen der EU, USA und Russland finde ich es schon positiv dass diese sich an einen Tisch setzen und über den Iran und deren Atomkraft Forschungen zu sprechen. Man könnte doch auch gleich über die Entspannung der Lage zwischen Russland, EU und der USA reden...? Klingt etwas blauäugig aber ein Versuch wäre es immerhin.
4. Diesen Deal zu versuchen,
pikup 05.04.2014
hätte sich Airbus erlauben sollen. Die US-Kriegsindustrie hätte sich die Seele aus dem Leib gebrüllt. Sollte sich Russland zu Milliadengeschäften mit den USA bereiterklären, wären diese Geschäfte durchaus vertretbar (egal um was oder wen es sich handelt). Die EU dagegen müsste kuschen sollten Geschäfte mit Putin der US-Regierung nicht passen. Warten wir doch mal ab, wenn Russland Getreide aus Kanada oder Amerika nicht mehr einführt.
5. ich lache
abcstudent 05.04.2014
hätte es anders kommen sollen? das wiederholt sich immer. Spiegel hat ja schon berichtet, dass die USA still und heimlich Business dort machen während man international mit Sanktionen droht, Vorallem das andere Länder keine Geschäfte mit denen machen sollen.Diese USA werden immer unglaubwürdiger. Hauptsache Geld.
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