Fund von Gen-Getreide Japan und Südkorea stoppen Weizenimporte aus USA

Japan und Südkorea reagieren auf den Fund von genmanipuliertem Weizen in den USA. Die beiden Länder haben die Einfuhr des Getreides gestoppt. Der Weizenpreis sank den zweiten Tag in Folge.

Getreideernte: In Oregon wurde nicht genehmigter, gentechnisch veränderter Weizen gefunden
Getty Images

Getreideernte: In Oregon wurde nicht genehmigter, gentechnisch veränderter Weizen gefunden


Tokio - Der Fund von genmanipuliertem Weizen im US-Bundesstaat Oregon hat Folgen. Nach Japan stoppte am Freitag auch Südkorea aus Angst vor Verunreinigungen den Import von US-Weizen. Die Einfuhren würden erst nach Beendigung aller Tests wiederaufgenommen, teilten die Behörden am Freitag mit.

Es werde geprüft, ob die genmanipulierte Sorte auch in anderem Getreide oder Mehl zu finden sei. Normalerweise deckt Südkorea rund die Hälfte seines Importbedarfs mit US-Weizen. Zuvor hatte bereits Japan eine größere Bestellung zurückgezogen. Man habe "keine andere Wahl", teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Andere asiatische Staaten hoben ihre Sicherheitsvorkehrungen an. Die Europäische Union will ihre Tests ausweiten.

Im April wurde auf einem Feld in Oregon nicht genehmigter, gentechnisch veränderter Weizen gefunden, der ursprünglich vom Biotech-Giganten Monsanto entwickelt worden war. Monsanto gibt indes seinen Kampf für Gentechnik in Euroa auf. "Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa", sagte Monsantos Europa-Pressechef Brandon."

Laut US-Landwirtschaftsministerium geht von der Weizensorte keine Gefahr für Menschen aus. Zudem gebe es keine Hinweise, dass die Sorte überhaupt in den Umlauf gekommen sei. Obwohl der Fund bereits einige Zeit zurück liegt, hatte die Regierung erst in dieser Woche die Öffentlichkeit informiert.

Am Freitag sank der Preis für Weizen den zweiten Tag in Folge. Sorgen um langfristige Auswirkungen auf die US-Exporte verbilligten den Weizen-Kontrakt um fast 0,6 Prozent auf 6,94 Dollar je Scheffel. Asien importiert jährlich mehr als 40 Millionen Tonnen Weizen und damit rund ein Drittel des gesamten Handelvolumens. Der Großteil kommt aus den USA.

cte/Reuters

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Seite 1
rolli 31.05.2013
1.
Zitat von sysopGetty ImagesJapan und Südkorea reagieren auf den Fund von genmanipuliertem Weizen in den USA. Die beiden Länder haben die Einfuhr des Getreides gestoppt. Der Weizenpreis sank den zweiten Tag in Folge. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gen-fund-japan-und-suedkorea-stoppen-weizenimporte-aus-usa-a-903112.html
Monsanto kann ruhig mit Lobbyarbeit aufhören, denn die Durchsetzung von amerikanischen Getreiden mit genmanipulierten Sorten macht diese nun von alleine. In ein paar Jahren wird das genmanipulierte Getreide alle nicht manipulierten Sorten natürlicherweise verdrängt haben.
Badischer Revoluzzer 31.05.2013
2. Monsanto
ist überall. Aber ich finde die Aktion von Japan und Südkorea super.
Hamberliner 31.05.2013
3. Das Zeug breitet sich doch unkontrolliert aus.
Zitat von sysopGetty ImagesJapan und Südkorea reagieren auf den Fund von genmanipuliertem Weizen in den USA. Die beiden Länder haben die Einfuhr des Getreides gestoppt. Der Weizenpreis sank den zweiten Tag in Folge. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gen-fund-japan-und-suedkorea-stoppen-weizenimporte-aus-usa-a-903112.html
Ich bin zwar Laie, aber mein Schwager ist Agraringenieur. Von ihm habe ich mir die sehr plausible Tatsache erklären lassen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen leider nicht intelligent genug sind, fein säuberlich und gestochen scharf den Rand des Ackers zu erkennen und diesen nicht zu überschreiten, sondern dass sie sich jenseits davon ausbreiten. Vielleicht will Monsanto den Lieben Gott verklagen, weil er die Schutzrechteverletzung begeht in der freien Natur, überall wo ein Gentechnik-Acker in der Nähe ist, Gen-Arten in Monsanto-Besitz sich ausbreiten zu lassen? Vor dem Hintergrund halte ich es für möglich, das hier nicht gezielt und in voller (krimineller) Absicht Gen-Getreide angebaut wurde, sondern dass diese Pest sich inzwischen unkontrolliert dahin ausgebreitet hat, wo sie keiner haben will und man sie naiverweise gar nicht vermutet.
meinungs_macher 31.05.2013
4. Vielleicht lernen sie mal so
Anders verstehen die Konzerne doch nciht, was für einen Mist sie uns vorsetzen und welchen Schaden sie anrichten. Ich find es super, was Japan und Korea da gemacht haben. Keiner will Essen haben, das nicht satt macht. Nicht mal die Amis - obwohl deren "engineered food" schon nah dran ist.
kioto 31.05.2013
5. Dies ist der eigentliche Sinn
Zitat von HamberlinerIch bin zwar Laie, aber mein Schwager ist Agraringenieur. Von ihm habe ich mir die sehr plausible Tatsache erklären lassen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen leider nicht intelligent genug sind, fein säuberlich und gestochen scharf den Rand des Ackers zu erkennen und diesen nicht zu überschreiten, sondern dass sie sich jenseits davon ausbreiten. Vielleicht will Monsanto den Lieben Gott verklagen, weil er die Schutzrechteverletzung begeht in der freien Natur, überall wo ein Gentechnik-Acker in der Nähe ist, Gen-Arten in Monsanto-Besitz sich ausbreiten zu lassen? Vor dem Hintergrund halte ich es für möglich, das hier nicht gezielt und in voller (krimineller) Absicht Gen-Getreide angebaut wurde, sondern dass diese Pest sich inzwischen unkontrolliert dahin ausgebreitet hat, wo sie keiner haben will und man sie naiverweise gar nicht vermutet.
Hallo, Diese Verunreinigungen sind gewollt. Wenn überall Feldfrüchte mit genmaipulierten Sorten verunreinigt sind, begeht ein Bauer, der von diesem Feld Saatgut erntet, eine Patentverletzung gegenüber Monsanto. Sinn der ganzen Übung ist es, langfristig ein Monopol auf Saatgut zu erhalten, da die Bauern bei der Aussaat von (teilweise) genmanipulierten (und patentierten) Sorten kein eigenes Saatgut mehr gewinnen darf.
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