Kraftwerkssparte Auch General Electric will Tausende Jobs streichen

Nach Siemens will auch US-Konkurrent General Electric Tausende von Arbeitsplätzen in seiner Kraftwerkssparte abbauen - rund 1600 davon Deutschland. Besonders betroffen wäre erneut Berlin. Gewerkschafter kündigen harten Widerstand an.

Schutzhelme mit General-Electric-Logos
REUTERS

Schutzhelme mit General-Electric-Logos


Wenige Wochen nach Siemens hat auch der US-Industriekonzern General Electric (GE) Chart zeigen massive Kürzungen in seiner Kraftwerkssparte angekündigt. Weltweit will das Unternehmen rund 12.000 Stellen abbauen, davon 1600 an den deutschen Standorten Mannheim, Stuttgart, Berlin, Mönchengladbach und Kassel. Die Fertigungen von GE Power Conversion in Berlin und von GE Grid Solutions in Mönchengladbach sollen ganz geschlossen werden, kündigte das Unternehmen in Frankfurt an.

Wie Siemens Chart zeigen nennt auch GE den Preisdruck und die schwache Nachfrage nach konventionellen Kraftwerken als wesentliche Gründe für die Entscheidung. "Die Entscheidung war schmerzhaft, aber notwendig", sagte der globale GE-Kraftwerks-Chef Russell Stokes.

Der US-Konzern stellt wie Siemens Gasturbinen und andere Kraftwerkstechnik her. Die Nachfrage ist wegen der zunehmenden Verbreitung von Wind- und Solaranlagen jedoch spürbar gesunken und damit auch die erzielbaren Preise. "Wir erwarten, dass der Markt herausfordernd bleibt", sagte Stokes.

Die IG Metall kündigte umgehend Widerstand gegen die Pläne an. Man werde um die Arbeitsplätze kämpfen, kündigten Gewerkschafter an verschiedenen Standorten an. Angesichts der Milliardengewinne in allen Geschäftsfeldern sei der geplante Stellenabbau nicht nachvollziehbar, sagte Marco Sprengler, Vize-Aufsichtsratsvorsitzender der GE Deutschland Holding und Geschäftsführer der IG Metall Freiburg.

"Der vom Personalabbau am stärksten betroffene Geschäftsbereich Power trägt weltweit mit 2,11 Milliarden Euro und einer operativen Marge in Höhe von 9,5 Prozent in den ersten drei Quartalen 2017 deutlich zum Konzernergebnis bei", sagte Sprengler. GE solle statt Stellenabbau eine nachhaltige Investitionsstrategie vorlegen.

GE-Deutschlandchef Alf Henryk Wulf versicherte, dass man die Einschnitte so sozialverträglich wie möglich gestalten und mit den Arbeitnehmern beraten wolle. Zuvor hatten Betriebsversammlungen in den GE-Werken stattgefunden.

Hoffnung für Berliner Jobs?

Wie schon bei den Siemens-Plänen ist erneut Berlin besonders stark von den Einschnitten bedroht. Es gebe aber noch die Möglichkeit, GE-Stellen in Berlin zu halten, sagte der Berliner IG-Metall-Bevollmächtigte Klaus Abel. Sollte der Konzern die 500 Produktionsstellen streichen, seien auch die restlichen 300 im Werk Marienfelde bedroht.

"Unsere Interpretation ist, wenn wir das nicht verhindern können, können wir den Rest auch nicht halten", sagte Abel. Die zwei anderen Berliner GE-Standorte mit rund 400 weiteren Mitarbeitern blieben laut Abel vom Sparkurs zunächst unberührt.

Der Konzern beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 10.000 Mitarbeiter an mehr als 50 Standorten. Deutschland bleibe ein wichtiger Markt und Standort, beteuerte das Unternehmen und verwies auf eine Investition über 115 Millionen Euro im Geschäftsbereich metallischer 3D-Druck. Der Mischkonzern hatte bereits Anfang 2016 die Streichung Tausender Stellen in Europa angekündigt, in Deutschland war damals vor allem Mannheim betroffen.

GE will sich auf die Geschäftsbereiche Energie, Luftfahrt und Gesundheitstechnik konzentrieren. Allein in der Kraftwerkssparte soll im kommenden Jahr eine Milliarde Euro eingespart werden, konzernweit sollen die Kosten in diesem und dem kommenden Jahr um 3,5 Milliarden Dollar sinken.

dab/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.