Deutschland Agrarkonzerne verzichten vorerst auf Anbau von Genmais

Gentechnisch veränderte Maissorten werden vorerst nicht in Deutschland angebaut. Die betroffenen Konzerne ließen eine Frist zum Einspruch gegen diese Regelung verstreichen.

Kolben einer genmanipulierten Sorte: EU-Staaten können von Brüssel genehmigte genmanipulierte Pflanzen per nationaler Gesetzgebung verbieten
AP

Kolben einer genmanipulierten Sorte: EU-Staaten können von Brüssel genehmigte genmanipulierte Pflanzen per nationaler Gesetzgebung verbieten


Saatgut-Hersteller verzichten vorerst auf den Anbau von Genmais in Deutschland. Gentechnisch veränderte Maissorten würden somit hierzulande nicht angebaut, sagte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin. Demnach nehmen die Produzenten genetisch veränderter Organismen (GVO) Deutschland aus ihren Europaweiten Anbau-Anträgen aus.

Eigentlich ist die EU zuständig für die Genehmigung von Anbau-Anträgen. Jedoch können Mitgliedsstaaten über eine sogenannte Opt-Out-Regelung von Brüssel genehmigte GVO-Nutzpflanzen per nationaler Gesetzgebung verbieten. Bislang hat die EU keiner GVO-Nutzpflanze die Zulassung verweigert. Deutschland hatte von der Opt-Out-Regelung Gebrauch gemacht. Eine Frist zum Einspruch ließen die betroffenen Unternehmen Monsanto, Syngenta, Dow AgroSciences und DuPont-Pioneer verstreichen.

Hätten die Agrarkonzerne auf den Vertrieb ihrer Produkte bestanden, wäre Schmidt gezwungen gewesen, die zweite Phase eines sogenannten Opt-Out-Verfahrens einzuleiten. Dann hätte er ein Verbot gegen jede einzelne GVO-Pflanzesorte erlassen müssen.

Über die Ausgestaltung der GVO-Verbote streitet der Landwirtschaftsminister seit Monaten mit dem Koalitionspartner SPD sowie mit den Bundesländern. Schmidt will das eigentliche Verbot per Gesetz in die Hände der Bundesländer legen oder zumindest Bund und Ländern die Zuständigkeit übertragen. Seiner Ansicht nach wird dadurch ein Verbot rechtssicherer. SPD und Grüne sowie Bundesländer pochen dagegen auf die alleinige Zuständigkeit des Bundes und warnen vor den Konsequenzen von 16 verschiedenen GVO-Verboten in den Bundesländern.

brk/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
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upalatus 03.11.2015
1.
Wie wäre es doch angenehm, fast schon beruhigend, wenn Großkonzerne wie Monsanto und dergleichen ebenso wie aktuell ein deutscher Konzern ins zerstörerische Fadenkreuz geraten könnte. Aber unwichtige Beschei..ereien wie mit roundup? Quem juctum? Mad world.
kinngrimm 03.11.2015
2. Sieg oder eher geduldiges warten auf den nächsten Angriff?
Kennzeichnungspflicht von Produkten die genveränderte Rohstoffe verwenden sowohl als auch von Tieren die mit genveränderten Rohstoffen gefüttert werden. Zusätzlich genaue Studien wie sich in den Ländern wo genveränderte Rohstoffe angebaut werden sich auf diw Umwelt auswirken. Das sind die Mindestforderung die von Bürgern gestellt werden sollten. In den USA und anderswo gibt es inzwischen die Superweeds welche ein direktes Ergebniss des genveränderten Saatgutes gepaart mit den passenden Unkrautvernichtern sind. Gleichzeitig hat sich in Mexiko genveränderter Mais mit wild Wachsendem Mais vermischt wodurch die unveränderten Urpsrünge verlorengehen. Da würde es dann auch sinn machen nicht einfach überall den Mist anzubauen da dann auf lange Sicht ursprüngliche Sorten verloren gehen bzw verunreinigt werden und die Spätfolgen sind oftmals erst im nachhinein abzusehen ansonsten gäbe es auch die gerade aufgezählten Beispiele nicht!
bartnelke 03.11.2015
3. Hallo, keiner da?
Das sind doch mal echt gute Nachrichten für Deutschland. Und keinen interessiert es? diskutiert ihr noch über Gendertoilletten, Ampelweibchen und mehr Rechte für Menschenaffen? Schöne Nachricht - Gute Nacht
Cyberfeld 04.11.2015
4.
Zitat von upalatusWie wäre es doch angenehm, fast schon beruhigend, wenn Großkonzerne wie Monsanto und dergleichen ebenso wie aktuell ein deutscher Konzern ins zerstörerische Fadenkreuz geraten könnte. Aber unwichtige Beschei..ereien wie mit roundup? Quem juctum? Mad world.
Nun die haben wohle darauf verzichtet weil es nur nach hinten los gehen kann. Ihm Grunde essen wir schon lange 'Gen-Food' in den 70er Jahren wurde schon zufällige Mutationen erzeugt ihm Labor und dann in die normalen Tiere und Pflanzen hinein gezüchtet. Genauso wie bei der Atom-Energie die Leute die am meisten dagegen sind , sind meistens die die am wenigsten Ahnung haben von der Materie.
fred45 04.11.2015
5. Frage
So, und jetzt ganz schnell: warum ist Genmais böse? Ich selbst verstehe das Gewese darum wirklich nicht und hätte von Ihnen, da Sie sich ja klar positioniert haben, ein paar Fakten die ihre Meinung stützen.
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