Geplante Volksabstimmung Griechisches Störmanöver drückt Dax tief ins Minus

Griechenlands Premier Papandreou irritiert die Märkte: Er will sein Volk über das Euro-Rettungspaket abstimmen lassen - die meisten Beobachter fürchten ein Nein, was das Land in die Staatspleite treiben könnte. Die Börse reagiert verstört, der Dax startet mit einem dicken Minus in den Handel.

Regierungschef Papandreou: Neue Angst um Griechenland
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Regierungschef Papandreou: Neue Angst um Griechenland


Hamburg - Von "Selbstmord" ist die Rede, vor dem "totalen Kollaps" wird gewarnt, manche werfen Georgios Papandreou vor, er riskiere die Euro-Mitgliedschaft. Griechenlands Regierungschef hat überraschend angekündigt, die eigene Bevölkerung über die Umschuldung Griechenlands abstimmen zu lassen. Europäische Politiker und Experten fürchten gravierende Folgen, sollte die Bevölkerung gegen die Beschlüsse votieren.

Entsprechend nervös reagieren die Finanzmärkte: Der deutsche Leitindex Dax Chart zeigen startete am Dienstag mit einem Minus von rund vier Prozent in den Handel und fiel deutlich unter die Marke von 6000 Punkten. Bereits am Vortag hatte er wegen schlechter Nachrichten aus den USA mehr als drei Prozent an Wert eingebüßt.

Die Aktie der Commerzbank Chart zeigen stürzte zeitweise um mehr als zehn Prozent ab. Papiere der Deutschen Bank Chart zeigen brachen zum Teil um fast acht Prozent ein, Aktien der Allianz Chart zeigen um mehr als sieben Prozent.

Eine Ablehnung der finanziellen Hilfen seitens Griechenland wäre aus Sicht der Bremer Landesbank "Selbstmord". Sollte die Bevölkerung gegen das im Frühjahr geplante Referendum zum neuen Hilfspaket stimmen, würde Griechenland ins Chaos gestürzt, sagte Chef-Analyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank. Die anderen Euro-Länder würden dann wohl ihre Hilfen stoppen. Eine Staatspleite wäre die Folge - mit weitreichenden Konsequenzen für die Euro-Zone, das Weltfinanzsystem und die Weltwirtschaft.

Nach Einschätzung des finnischen Europaministers Alexander Stubb riskiert Griechenland mit dem Referendum seine Mitgliedschaft in der Euro-Zone. "Die Situation ist so angespannt, dass es im Prinzip eine Abstimmung über die Euro-Mitgliedschaft wäre", sagte Stubb in einem Fernsehinterview dem Sender MTV3 am Dienstag.

Auch nach Einschätzung der Commerzbank würde ein negatives Referendum das Aus für Griechenland in der Euro-Zone bedeuten. Was genau danach passieren werde, sei zwar nur schwer abzuschätzen, sagte Commerzbank-Experte Christoph Weil. Nach seiner Einschätzung dürfte die Geduld der Staatengemeinschaft mit Griechenland aber dann "langsam aufgebraucht sein". Wenn Griechenland die beschlossenen Reformen nicht durchführt "wird das Land kein weiteres Geld erhalten".

In der Folge müsste die Regierung in Athen die Banken des Landes verstaatlichen, das Abheben von Sparguthaben beschränken und die Ausfuhr von Euro untersagen. "In einem solchen Szenario müsste Griechenland dann entscheiden, ob es den Euro beibehält oder wieder die Drachme einführt", sagte Experte Weil. "Wahrscheinlich würde man sich dann für den Austritt entscheiden." Nur so gäbe es dann noch eine begrenzte Möglichkeit, zumindest kurzfristig geld- und finanzpolitische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen

ssu/dpa/Reuters

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Systemrelevanter 01.11.2011
1. Die Märkte
Wer waren nochmal die Märkte? Also ich als Markt, wäre auch irritiert wenn plötzlich aus heiterem Himmel in der Wiege der Demokratie plötzlich demokratisch abgestimmt werden soll. So war das nicht abgesprochen! Wo leben wir denn?
MoonofA 01.11.2011
2. ...
Zitat von sysopGriechenlands Premier Papandreou irritiert die Märkte: Er will sein Volk über das Euro-Rettungspaket abstimmen lassen - die meisten Beobachter fürchten ein Nein, was das Land in die Staatspleite*treiben würde. Die Börse reagiert verstört, der Dax startet mit einem dicken Minus*in den Handel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,795132,00.html
Dann hat hoffentlich bald die Berliner/Brüsseler Idee immer mehr Geld über Griechenland in die internationalen Banken zu pumpen ein Ende. Die Griechen haben genug gelitten - unter ihrer und unserer "Elite". Das Geld das angeblich "den Griechen" gegeben wird landet ja nicht bei denen sondern bei Herrn Ackermann und anderen Freunden der Kanzlerin.
bienlein 01.11.2011
3. nur noch krank
was die griechen mit der eu und dem euro veranstalten, kann man nur noch als krank und mafiös bezeichnen. seriöse worte sind nicht mehr angebracht. es wird zeit, dass sich griechenland mit einer staatspleite aus dem euro und der eu verabschiedet. so kann es nicht weitergehen.
alocasia 01.11.2011
4. Schlauer Zug
was er da macht. So wird er das Geld ohne große Auflagen bekommen, denn die ganze Euro Zone macht sich jetzt schon in die Hose. Das traurige ist, das wir uns von den Griechen gnadenlos abzocken lassen.
Baikal 01.11.2011
5. Wenn der Dax..
Zitat von sysopGriechenlands Premier Papandreou irritiert die Märkte: Er will sein Volk über das Euro-Rettungspaket abstimmen lassen - die meisten Beobachter fürchten ein Nein, was das Land in die Staatspleite*treiben würde. Die Börse reagiert verstört, der Dax startet mit einem dicken Minus*in den Handel. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,795132,00.html
.. mit einem Minus startet weil ein Volk über seine eigene Zukunft abstimmen soll, zeigt das doch deutlich in welcher gesellschaftlichen Verfassung wir leben. Etwa irgendwas faul im Staate Dänemark?
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