Von Stefan Schultz
Das wird schwierig. Denn das Ausgabeverfahren bevorzugt Großkunden und vor allem Amerikaner. Facebook hat mehrere Banken beauftragt, einen Teil der Aktien auszugeben. Im Börsensprech werden solche Banken als Book Runner bezeichnet. Diesen Job übernehmen: Morgan Stanley (wird mit dem größten Kontingent ausgestattet), JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America/Merrill Lynch, Allen & Co sowie Barclays.
Fünf US-Banken und ein britisches Institut also. Sie nehmen jeweils für einen Teil der Facebook-Aktien Vorbestellungen entgegen - und verteilen die Aktien dann weiter. "Die Institute haben keinerlei Verpflichtungen, an wen sie die Aktien ausgeben", sagt Robert Halver, Börsenhändler bei der Baader Bank. "Und da gilt erst einmal das Prinzip 'Freunde und Familie zuerst'." Sprich: Die Banken werden erst ihre besten Kunden bedienen, Investmentfonds etwa oder reiche Privatkunden.
Hinzu kommt, dass fünf der sechs Banken amerikanisch sind - dass also ein Großteil der Anteile zunächst in den USA zirkuliert. Große deutsche Banken und Vermögensfonds brauchen also umso mehr Verhandlungsgeschick, um schon vorab an Aktien zu kommen. Und wenn sie es schaffen, dürften auch sie zunächst ihre Großkunden bedienen.
"Es ist eben nicht so wie seinerzeit beim Börsengang der Telekom, wo der Bund als Eigentümer penibel darauf geachtet hat, dass jeder Anleger eine Mindestmenge dieser sogenannten Volksaktien erhält", sagt Tobias Kramer, Herausgeber des Fachmagazins "Der Zertifikateberater". "Deutsche Privatanleger stehen da ganz weit hinten in der langen Schlange der Interessenten."
Deutsche Anleger müssen sich also noch etwas gedulden. Spätestens wenn das Unternehmen an der US-Börse gelistet ist, wird man aber auch in Deutschland Aktien ordern können.
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