Geplatzter Verkauf General Motors und Sberbank legen Opel-Streit bei

Beinahe hätte die russische Sberbank im vergangenen Jahr den Autobauer Opel gekauft - doch in letzter Minute scheiterte der Deal: Nun zahlt die Konzernmutter General Motors eine Entschädigung für die geplatzte Übernahme. Wie hoch die Summe ausfällt, bleibt aber offen.

Sberbank-Logo in Moskau: Gang vor Gericht nun hinfällig
dpa

Sberbank-Logo in Moskau: Gang vor Gericht nun hinfällig


Moskau - Der US-Autobauer General Motors und die russische Sberbank haben ihren Streit um den geplatzten Opel-Deal beigelegt. GM habe der größten Bank Russlands dafür Geld gezahlt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Welche Summen geflossen sind, wurde nicht bekannt. GM und Sberbank Chart zeigen teilten am Montag lediglich mit, sie hätten sich auf eine für beide Seiten akzeptable Lösung geeinigt.

Das Bieterrennen um Opel hatte sich im vergangenen Jahr über Monate hingezogen, zwischenzeitlich hatte die russische Bank gemeinsam mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna quasi den Zuschlag für den Autobauer erhalten. Im November aber hatte GM überraschend erklärt, Opel doch selbst sanieren zu wollen. Sberbank- Chef German Gref hatte damit gedroht, vor Gericht zu ziehen, sollte GM keine Entschädigung zahlen.

Opel Antwerpen: Abstimmung über Sozialplan läuft

Unterdessen läuft die Opel-Sanierung unter Leitung von GM auf Hochtouren. Die Mitarbeiter im Opel-Werk Antwerpen haben am Montag mit der Abstimmung über den Sozialplan begonnen. Dabei geht es um eine Vorruhestandsregelung und Abfindungen für die 2560 Beschäftigten an dem Standort, von dem sich Opel bis Ende des Jahres trennen will. Das Ergebnis des Votums werde erst am Dienstag vorliegen, sagte ein Unternehmenssprecher in Rüsselsheim.

Fast die Hälfte der Belegschaft soll den Hersteller bis Ende Juni verlassen. Die restlichen Arbeitnehmer werden zum Jahresende ausscheiden, wenn das Werk nicht bis Ende September von einem Investor übernommen wird. Mit der Schließung des Standorts sollen die Überkapazitäten bei dem angeschlagenen Autobauer abgebaut werden.

yes/Reuters/dpa



Forum - Staatshilfen für Opel?
insgesamt 305 Beiträge
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cartman0815 09.02.2010
1.
Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
BeckerC1972, 09.02.2010
2.
Zitat von cartman0815Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
Sehe ich genauso. Schade für die Opelaner, aber es gibt ja dann halt eine höhere Nachfrage bei anderen Anbietern und damit dann halt dort Jobs.
festuca 09.02.2010
3. Gebt die Kohle den Rüsselsheimern Opelanern !
Macht bei 1,5 Milliarden und 3200 wegfallenden Jobs fast eine halbe Million pro Nase, sollte für einen geruhsamen Lebensabend oder eine Existenzgründung reichen. GM würde das Geld ohnehin verbrennen oder davon ein neues Werk in China bauen.
sosonaja 09.02.2010
4.
Macht doch endlich dieses Faß ohne Boden zu. Mit dem Geld kann man viele wettbewerbsfähigere Unternehmen unterstützen.
Melwach 09.02.2010
5.
Lokal ist der Verlust so vieler Arbeitsplätze eine kleinere Katastrophe, aber man muss sich schon fragen wie lange, wie oft und mit welchen Beträgen denn ein Staat die Misswirtschaft von Unternehmen ausgleichen darf und sollte. Moralisch ist es eh schon kaum zu rechtfertigen, dass gewisse Branchen Millardensummen bekommen und sich um den Rest wenig bis gar nicht gekümmert wird. Gleiches Recht für alle, und irgendwann sollten die lebenserhaltenden Maßnahmen auch mal eingestellt und der Patient zu Grabe getragen werden.
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