Gerhard Schindler Ex-BND-Chef wird Unternehmensberater

Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes Gerhard Schindler berät künftig Unternehmen in Sicherheitsfragen.

Gerhard Schindler
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Gerhard Schindler


Gerhard Schindler, Ex-Chef des Bundesnachrichtendienstes (BND), arbeitet ab sofort für die Beratungsgesellschaft "Friedrich 30". Das sagte er am Mittwoch der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Das Beratungsunternehmen mit Sitz in Berlin und Mainz analysiert für Mittelständler und Großkonzerne die Krisen- und Bedrohungsszenarien der kommenden Jahrzehnte. Dabei geht es um Spähangriffe und Sabotage von Industrieanlagen, aber auch um mögliche terroristische Anschläge auf kritische Infrastrukturen wie das Stromnetz oder den Ausfall des Internets.

Schindler musste Ende Juni vorzeitig seinen Posten beim Bundesnachrichtendienst räumen. Sein Nachfolger Bruno Kahl gilt als enger Vertrauter von Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Schindler hatte den Chefposten beim BND im Jahr 2012 übernommen, seine Amtszeit war geprägt vom Kampf gegen den islamistischen Terrorismus und von der NSA-Affäre, die im Zuge der Enthüllungen Edward Snowdens ins Rollen kam.

Schindler ist nicht der erste BND-Präsident, der nach seiner Amtszeit in die Privatwirtschaft wechselt. Sein Vorgänger Ernst Uhrlau berät seit Jahren die Deutsche Bank.

Anders als neuerdings für Politiker gelten für politische Beamte keine Abkühlphasen bei einem Wechsel in die Privatwirtschaft. Über seine neue Tätigkeit hat Schindler das Kanzleramt informiert.

ssu

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