Hannover - Viele Frauen kennen das: Wenn der Mann in Rente geht, fällt ein zentraler Teil seines bisherigen Lebens einfach weg. Er braucht deshalb dringend Beschäftigung. Die einen entdecken in solchen Fällen den Spaß an der Gartenarbeit oder am Schachspielen, die anderen werden Gaslobbyist oder eben Interessengarant.
Gerhard Schröder gehört eher zu den anderen. Wie am Freitag auf der Hauptversammlung des Autozulieferers Continental bekannt wurde, streicht der Altkanzler 25.000 Euro pro Jahr dafür ein, dass er als "Garant" der Conti-Interessen über den 2008 geschlossenen Vertrag zwischen Conti und dessen Hauptaktionär Schaeffler wacht. Das Geld werde je zur Hälfte von den beiden Unternehmen gezahlt, teilte die Conti-Spitze auf Anfrage von Aktionären mit.
Continental hatte die Vereinbarung im Zuge des Übernahmekampfes mit Schaeffler im August 2008 abgeschlossen. Sie sollte den Streit um den Mehrheitseinstieg von Schaeffler beilegen und sah unter anderem Schutzklauseln für die Aktionäre und Beschäftigten von Conti vor.
Als Garant ist der SPD-Mann dem Unternehmen zufolge "berechtigt und ermächtigt, die Erfüllung der Verpflichtungen von Schaeffler gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen". Dafür erhält er eine Vergütung und berät sich mit dem Aufsichtsrat. Wie viel Zeit diese Tätigkeit in Anspruch nimmt, teilte das Unternehmen nicht mit.
Derzeit hält Schaeffler knapp die Hälfte der Conti-Aktien, weitere 10,4 Prozent sind bei Banken geparkt. Eine Beschränkung des Besitzes auf unter 50 Prozent war ebenfalls Teil der vereinbarten Klauseln.
stk/dpa/AFX
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