Urteil im Korruptionsprozess Ex-MAN-Vorstand erhält Bewährungsstrafe

Der frühere MAN-Vorstand Anton Weinmann hat gestanden: Er sei nicht konsequent genug gegen Schmiergeldzahlungen für Aufträge in Slowenien vorgegangen. Wegen Beihilfe zur Bestechung verurteilte das Gericht ihn zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten.

Ex-MAN-Vorstand Weinmann: Bewährungsstrafe im Korruptionsprozess
dapd

Ex-MAN-Vorstand Weinmann: Bewährungsstrafe im Korruptionsprozess


München - Lange hat er die Vorwürfe zurückgewiesen, jetzt legte der Ex-MAN-Vorstand Anton Weinmann ein Geständnis ab: Der langjährige Leiter der MAN-Nutzfahrzeugsparte räumte ein, er habe nicht genug getan, um Schmiergeldzahlungen für Aufträge in Slowenien zu unterbinden. Nach einer Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigte das Landgericht München eine Bewährungsstrafe von höchstens zehn Monaten und eine Geldauflage von 100.000 Euro an.

Weinmanns Anwalt sagte, sein Mandant habe ein Interesse daran, den Prozess schnell zu beenden, weil dieser seine Familie stark belaste und seinen früheren Arbeitgeber in Misskredit bringe. Weinmann räume einen "bedingten Vorsatz" ein, er habe nicht genug gegen die Bestechungspraxis getan und übernehme für MAN die Verantwortung. "Es tut Herrn Weinmann leid."

"Die Maßnahmen reichten nicht aus"

Die Staatsanwaltschaft sagte, der Top-Manager habe nichts konkret getan, zum Beispiel Mitarbeiter zu entlassen, und so die Praxis billigend in Kauf genommen. "Die Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung reichten nicht aus." Mit den Schmiergeldern hat MAN Chart zeigen über Jahre den Absatz von Lkw und Bussen angekurbelt. Weinmann hatte die Vorwürfe in dem Verfahren vehement zurückgewiesen und war sogar juristisch gegen die Staatsanwaltschaft vorgegangen.

Der Ex-Manager äußerte sich auch zum ersten Mal selbst und sagte, er wolle so schnell wie möglich wieder als Unternehmensberater arbeiten. Die Anklage wegen Beihilfe zu Bestechungen in Belgien ließ die Staatsanwaltschaft im Zuge der Absprache fallen.

MAN hatte sich nach dem Auffliegen der Bestechungsaffäre 2009 von Konzernchef Hakan Samuelsson, Weinmann und anderen Vorständen getrennt und 150 Millionen Euro Bußgeld gezahlt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch gegen Samuelsson.

nck/Reuters/dpa



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hanfiey 19.09.2012
1. Ein Witz
"so schnell wie möglich wieder als Unternehmensberater arbeiten" Solch einem Volksschädling mit Samt Handschuhen anzufassen bringt nichts. Bei der nächsten Gelegenheit wird nur mehr darauf geachtet das niemand etwas beweisen kann. Da kam das Geständnis nicht aus Reue zustande.
markus_wienken 19.09.2012
2. .
Zitat von hanfiey"so schnell wie möglich wieder als Unternehmensberater arbeiten" Solch einem Volksschädling mit Samt Handschuhen anzufassen bringt nichts. Bei der nächsten Gelegenheit wird nur mehr darauf geachtet das niemand etwas beweisen kann. Da kam das Geständnis nicht aus Reue zustande.
Die Realität in vielen Ländern sieht nun einmal so aus dass es ohne diverse Zuwendungen nicht geht. Man darf sich halt nur nicht erwischen lassen und sich allzu blöd anstellen. Aber das werden Einige hier nie kapieren.
Wagnerf 19.09.2012
3.
Zitat von hanfiey"so schnell wie möglich wieder als Unternehmensberater arbeiten" Solch einem Volksschädling mit Samt Handschuhen anzufassen bringt nichts. Bei der nächsten Gelegenheit wird nur mehr darauf geachtet das niemand etwas beweisen kann. Da kam das Geständnis nicht aus Reue zustande.
Volksschädling? Hätte es keine Zahlungen gegeben, wäre kein Auftrag zustande gekommen. Das wäre volkswirtschaftlich schädlich gewesen. Einfach mal über den Tellerrand schauen. In einigen Ländern ist es nun mal Gang und Gebe, Schmiergeld zu zahlen. Ansonsten bekommt man dort kein Bein auf den Boden. Das ist nicht besonders schön, und auch nicht besonders weitsichtig, jedoch ist man als Vorstand dem Unternehmen verpflichtet. In dieser Situation muss man sich von der Gutmenschen-Franktion nicht als "Volksschädling" beschimpfen lassen. -- Nebenbei, Ihre Angabe in der Steuerklärung zur Entfernung Ihres Arbeitsplatzes würde ich gerne mal nachmessen. Nicht, dass Sie unser Volk schädigen!
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