Gerichtsentscheid Pleitebank Lehman Brothers darf noch ein bisschen leben

Lehman lebt länger: Die Pleitebank darf nach einem Gerichtsbeschluss einen Vermögensverwalter ausgründen. Dieser soll für ein Plus bei den verbliebenen Werten in Höhe von 25 Milliarden Dollar sorgen. Denn noch immer warten die meisten der 65.000 Gläubiger auf Geld.

Einstige Zentrale von Lehman Brothers: Am 15. September 2008 war Schluss
AP

Einstige Zentrale von Lehman Brothers: Am 15. September 2008 war Schluss


New York - Die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers darf vorerst weiterbestehen: Ein Richter hat am Donnerstag die Ausgründung eines Vermögensverwalters namens Lamco genehmigt. Dieser soll fünf Jahre lang die verbliebenen Vermögenswerte für die Gläubiger mehren. Die Hoffnung ist, dass am Ende mehr Geld herauskommt als bei einem heutigen Verkauf erlöst würde.

Nach dem im März vorgelegten Plan sollen 455 Mitarbeiter zu Lamco wechseln, 220 Mitarbeiter sollen bei Lehman Brothers verbleiben und die Abwicklung der gestrauchelten Bank vorantreiben. Lehman Brothers war im September 2008 in die Pleite geschlittert und hatte damit für eine Schockwelle an den Finanzmärkten gesorgt. Noch immer wartet das Gros der 65.000 Gläubiger auf Geld.

Die weitreichenden Verflechtungen der einst mächtigen Investmentbank machen die Aufarbeitung der Pleite so kompliziert. Zu allem Überfluss schwelt auch noch ein Streit darüber, ob andere Finanzhäuser unrechtmäßig Kapital aus der Insolvenz geschlagen haben.

Lamco nimmt am 1. Mai die Arbeit auf. Nach Angaben der Finanz- Nachrichtenagentur Bloomberg sollen die Vermögensverwalter aus 25 Milliarden Dollar letztlich rund 41 Milliarden Dollar machen. Später soll Lamco wegen seines "reichlichen Erfahrungsschatzes" auch für externe Kunden arbeiten, die in Bedrängnis geraten sind. Die Gewinne fließen an die Gläubiger.

böl/dpa-AFX



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Hartmut Dresia, 19.10.2009
1.
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Was sollte sie denn lernen? Dass der Staat im Zweifel die Rechnungen begleicht, das konnten auch die deutschen Banken aus der Krise lernen. Und dass Politiker Geld ohne jede Gegenleistung geben. Warum ist das so? Es gibt da viele Thesen: Heiner Flassbeck: Gescheitert - Warum die Politik vor der Wirtschaft kapituliert (http://www.plantor.de/2009/gescheitert-warum-die-politik-vor-der-wirtschaft-kapituliert/) Aber was sollen Banken auch von Politikern halten, wenn man sich zum Beispiel die Besetzung von Vorstandsposten bei der Bundesbank durch die Politik anschaut: Thilo Sarrazin - eine glatte Fehlbesetzung in der Bundesbank (http://www.plantor.de/2009/thilo-sarrazin-eine-glatte-fehlbesetzung-in-der-bundesbank/)
founder 19.10.2009
2. Ein Stoßdämpfer für die Börsen
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Was passiert wenn bei einem Auto die Stoßdämpfer kaputt sind? Schlechte Straßenlage, längerer Bremsweg, es wird extrem gefährlich damit zu fahren. Stoßdämpfer sind Schwingugsdämpfer. Ohne Schwingungsdämpfung schaukelt sich das Auto auf Bodenwellen zu immer größeren Schwingungen auf, bis es unkontrollierbar ins Schleudern gerät. Eine Börsentransaktionssteuer wäre ein Stoßdämpfer für die Börse.
londoneye 19.10.2009
3. Wie blöd muss man eigentlich sein?
Der Kerl hat schon 1,3 Mrd US Dollar Privatvermögen und betreibt Insiderhandel, um an weitere 20 Mio USD zu gelangen! Das ist nicht nur raffgierig, sondern auch extrem dämlich.
Ghost12 19.10.2009
4. Nicht ein paar Profiteure, sondern
Zitat von sysopErst Madoff, jetzt Rajaratnam - hat die Wall Street aus der Wirtschaftskrise nichts gelernt?
Die Verantwortung der Exzesse, die momentan noch schlimmer sind als bei Beginn der Finanzkrise, trägt derjenige, der die Blasen aufbläht- das ist Ben Bernanke. Mit Unterstützung von Geithner und Obama, die ihn bei seinem Kurs unterstützen.
Sackaboner 19.10.2009
5.
Es ist schon mehr als merkwürdig, dass Leute, die eigentlich mehr als genug Kohle für ein sorgefreies Leben bis an ihr Ende haben, immer noch weiter raffen müssen. Das kann nur eine Krankheit sein, da jede Logik und Vernunft darin fehlen. Dumm, wenn man dann noch der amerikanischen, alttestamentarischen Rachejustiz in die Hände fällt.
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