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Gerichtsurteil Bahn hat Chefermittlerin zu Unrecht gefeuert

Bahnchef Rüdiger Grube: Unternehmen will Berufung gegen das Urteil einlegenZur Großansicht
ddp

Bahnchef Rüdiger Grube: Unternehmen will Berufung gegen das Urteil einlegen

Die Deutsche Bahn hat eine Niederlage vor dem Berliner Arbeitsgericht erlitten: Laut "Süddeutscher Zeitung" hat das Unternehmen seine Chefermittlerin nach der Datenaffäre zu Unrecht entlassen - und muss die Mitarbeiterin nun wieder einstellen.

München - Ihre Entlassung sollte ein Signal sein, dass mit dem neuen Vorstandschef Rüdiger Grube alles anders wird. Doch nach einem Urteil des Arbeitsgerichts Berlin war die Kündigung der Chefermittlerin bei Korruptionsdelikten nicht rechtens. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Vorwürfe der Deutschen Bahn, die Fahnderin habe Datenschutzvorschriften verletzt, seien nicht nachvollziehbar. Das Unternehmen will nach Angaben eines Sprechers Berufung einlegen.

Das Unternehmen hatte die Chefermittlerin laut "SZ" Mitte 2009 gefeuert, weil sie in die Datenaffäre verwickelt gewesen sein soll. Sie soll an Aufträgen für einen fragwürdigen Dienstleister mitgewirkt haben, der an der nahezu flächendeckenden Ausspähung der Bahn-Belegschaft mitgewirkt hatte. Dabei waren Adressen und Bankverbindungen von eigenen Mitarbeitern und Geschäftspartnern abgeglichen worden, um Hinweise auf Betrug, Korruption oder andere Delikte zum Schaden des Konzerns zu finden.

Die Chefermittlerin wehrte sich laut "SZ" bei Gericht und bekam in der ersten Instanz in vollem Umfang Recht. Das Unternehmen muss die Fahnderin wieder einstellen, heißt es in dem Urteil.

Das Gericht stärkte demnach auch die Position der internen Ermittler beim "begründeten Verdacht" von Korruption. Dazu zählten die gezielte Kontrolle von E-Mails der betroffenen Mitarbeiter und die Einschaltung von Detektiven. In Einzelfällen könne es erforderlich sein, personalbezogene Daten von Mitarbeitern, deren Familien und Auftragnehmern der Bahn abzugleichen, etwa Adressen und Kontonummern. So könne man Hinweisen auf gesetzeswidrige Geschäfte nachgehen. Kriminelle Mitarbeiter wickelten solche Geschäfte häufig über nahe Angehörige ab.

Grube: Bahn war 2008 nicht bereit für den Börsengang

Bahnchef Grube hat sich erleichtert gezeigt, dass die Bahn 2008 nicht an die Börse gegangen ist. ""Wäre der Börsengang im Oktober 2008 geglückt, dann hätten wir schnell ein Problem bekommen", sagte Grube in einem Interview der "Financial Times Deutschland". Der Konzernchef sieht den Grund für die mangelnde Börsenreife zwar nicht bei der Bahn selbst, sondern bei den Zugherstellern, die mangelhafte Fahrzeuge geliefert hätten. "Aber der Aktienkurs hätte darauf keine Rücksicht genommen", sagte Grube.

Eine klare Absage erteilte Grube den Plänen der FDP, die Logistiksparte Schenker aus dem Konzern zu lösen und separat zu privatisieren. "Da mache ich nicht mit", sagte der Bahn-Chef. "Ich stehe ohne Wenn und Aber für den integrierten Konzern."

cte/ddp

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insgesamt 167 Beiträge
EineStimme 31.05.2009
Das die Bahn marktwirtschaftlich geführt wird, dagegen ist nichts einzuwenden. Die Bahn ist aber mehr als nur ein Transportunternehmen, sie ist auch ein wichtiger Teil der Infrastruktur. Eine Privatisierung würde viele Regionen [...]
Das die Bahn marktwirtschaftlich geführt wird, dagegen ist nichts einzuwenden. Die Bahn ist aber mehr als nur ein Transportunternehmen, sie ist auch ein wichtiger Teil der Infrastruktur. Eine Privatisierung würde viele Regionen von dem Bahnnetz abkoppeln. Dies kann sich Deutschland nicht leisten.
OlafKoeln 31.05.2009
Falsch! Die Bahn darf (und kann) nicht marktwirtschaftlich geführt werden - weil sie defacto eine Monopolstellung hat (auf Grund Schienennetz etc.). Die Bahn muß wirtschaftlich geführt werden - Ja, wenn das nicht heißt, dass [...]
Zitat von EineStimmeDas die Bahn marktwirtschaftlich geführt wird, dagegen ist nichts einzuwenden.
Falsch! Die Bahn darf (und kann) nicht marktwirtschaftlich geführt werden - weil sie defacto eine Monopolstellung hat (auf Grund Schienennetz etc.). Die Bahn muß wirtschaftlich geführt werden - Ja, wenn das nicht heißt, dass sie eine Gewinnmaximierung betreibt. Die Bahn hat vor allen Dingen einen gesamtgesellschaftliche Auftrag. Der ist nicht immer direkt verrechenbar, aber unbedingt notwendig. Aus dem Grund ist ein Börsengang unbedingt abzulehnen. Den Aktionären wird - aus nachvollziehbaren Gründen - alle Aufgaben, die nicht direkt abrechenbar sind bzw. Aufgaben, welche abrechenbar sind, aber keinen Gewinn abwerfen - herzlich egal sein. Wie weltweit an unzähligen Beispielen nachvollziehbar hat eine Privatisierung eines staatlichen Bahnunternehmens NIE zu Vorteilen für das Gemeinwesen (und der Bahn selber) geführt. Man schaue sich nur den Zustand der Bahn in den USA oder in GB an - das sollte Warnung genug sein.
huebi 31.05.2009
Der SHV wirds schon richten. Die Schweinetransporter ... sorry... Pendlerzüge werden noch weniger attraktiv, gleichzeitig natürlich teurer. Am besten gleich die ganzen Sitze raus, passen noch mehr Sardinen rein. Fokussierung [...]
Der SHV wirds schon richten. Die Schweinetransporter ... sorry... Pendlerzüge werden noch weniger attraktiv, gleichzeitig natürlich teurer. Am besten gleich die ganzen Sitze raus, passen noch mehr Sardinen rein. Fokussierung nur noch auf Strecken mit mehr als 25% Rendite, alles andere nur noch Alibistrecken. Die Bahn ist volkswirtschaftlich zu führen, nicht marktwirtschaftlich.
joselito 31.05.2009
die Diskussion kann hiermit beendet werden, "OlafKoeln" hat alles (richtig) gesagt. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen !
Zitat von OlafKoelnFalsch! Die Bahn darf (und kann) nicht marktwirtschaftlich geführt werden - weil sie defacto eine Monopolstellung hat (auf Grund Schienennetz etc.). Die Bahn muß wirtschaftlich geführt werden - Ja, wenn das nicht heißt, dass sie eine Gewinnmaximierung betreibt. Die Bahn hat vor allen Dingen einen gesamtgesellschaftliche Auftrag. Der ist nicht immer direkt verrechenbar, aber unbedingt notwendig. Aus dem Grund ist ein Börsengang unbedingt abzulehnen. Den Aktionären wird - aus nachvollziehbaren Gründen - alle Aufgaben, die nicht direkt abrechenbar sind bzw. Aufgaben, welche abrechenbar sind, aber keinen Gewinn abwerfen - herzlich egal sein. Wie weltweit an unzähligen Beispielen nachvollziehbar hat eine Privatisierung eines staatlichen Bahnunternehmens NIE zu Vorteilen für das Gemeinwesen (und der Bahn selber) geführt. Man schaue sich nur den Zustand der Bahn in den USA oder in GB an - das sollte Warnung genug sein.
die Diskussion kann hiermit beendet werden, "OlafKoeln" hat alles (richtig) gesagt. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen !
Gast100100 31.05.2009
Die Bahn hat keinen gesamtgesellschaftlichen Auftrag, sonst würde die Politik nicht so massiv jeden 7. Arbeitsplatz unterstützen wie in der Automobilindustrie (Siehe Opel). (...) Man schaue sich nur den Zustand der Bahn in [...]
Zitat von OlafKoelnDie Bahn hat vor allen Dingen einen gesamtgesellschaftliche Auftrag. (...) Wie weltweit an unzähligen Beispielen nachvollziehbar hat eine Privatisierung eines staatlichen Bahnunternehmens NIE zu Vorteilen für das Gemeinwesen (und der Bahn selber) geführt. Man schaue sich nur den Zustand der Bahn in den USA oder in GB an - das sollte Warnung genug sein.
Die Bahn hat keinen gesamtgesellschaftlichen Auftrag, sonst würde die Politik nicht so massiv jeden 7. Arbeitsplatz unterstützen wie in der Automobilindustrie (Siehe Opel). (...) Man schaue sich nur den Zustand der Bahn in Japan an - das sollte Vorbild genug sein.
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