Nach SPIEGEL-Bericht Germania-Chef weist Vorwurf dubioser Geschäfte zurück

Der Chef der insolventen Fluglinie Germania soll Vermögenswerte aus der Firma herausgelöst haben, um sie vor dem Insolvenzverwalter zu schützen. Nun weist er die Vorwürfe zurück.

Germania-Schriftzug am Flughafen Münster/Osnabrück
DPA

Germania-Schriftzug am Flughafen Münster/Osnabrück


Nach Informationen des SPIEGEL hat der Chef und Alleineigentümer der insolventen Fluglinie Germania im Vorfeld der Pleite Vermögenswerte verschoben - womöglich um potenziellen Gläubigern im Insolvenzfall den Zugriff zu erschweren. Das geht aus Unterlagen des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg hervor, das auch für das Insolvenzverfahren zuständig ist. Der "Bild"-Zeitung sagte Balke nun, es habe "keinerlei Verschiebungen von Vermögenswerten innerhalb des Germania Konzerns oder an Dritte stattgefunden".

Den Akten zufolge ließ Balke im April 2018 über einen Mittelsmann eine neue Firma namens Germania Flugzeugbeteiligungsgesellschaft gründen und sich zu deren Geschäftsführer bestellen. Deren Zweck war "der Erwerb und das Halten von Flugzeugen". Im August 2018 kaufte Balke dann eine Vorratsgesellschaft namens Rubin 88 und benannte sie in Germania Aviation Asset AG um. Deren Geschäftsgegenstand ist "der Handel und die Vermietung von Flugzeugen, Zubehör und Ersatzteilen".

Wertvoller Vertrag auf neue Firma übertragen

Auf diese Firma übertrug er einen im Juli 2016 erteilten Auftrag über die Bestellung von 25 Airbus A320 im Wert von rund zwei Milliarden Euro. Das Anrecht auf den Bezug der begehrten Maschinen ließe sich womöglich an der Insolvenzmasse vorbei zu Geld machen. Balke reagierte nicht auf Anfragen des SPIEGEL, erklärte jedoch gegenüber der "Bild", der Vertrag an sich stelle keinen Vermögenswert dar, da der Kaufpreis noch nicht bezahlt worden sei. "Der neue Erwerber des Vertrages müsste den Kaufpreis somit bezahlen, wenn er die Flugzeuge erhalten möchte", so Balke.

Zusätzlich hatte eine Schwestergesellschaft Germanias, die das Usedom-Palace-Hotel in Zinnowitz und das Hotel Waldhaus Prieros in Heidesee betreibt, kürzlich den Eigentümer gewechselt: Sie gehören nun Ingrid Bischoff, der Witwe des Firmengründers, die als große Förderin Balkes gilt. Balke betonte jedoch, "dass Frau Bischoff einen angemessenen und marktüblichen Kaufpreis" gezahlt habe. "Eine externe Begutachtung zur Bewertung der Grundstücke wurde vor Vertragsschluss eingeholt".

ene



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