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Geschäftsklima: Wirtschaft so euphorisch wie seit 1991 nicht mehr

Die deutschen Unternehmen lassen sich von der Euro-Krise nicht die Stimmung vermiesen: Der vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg im November auf den besten Wert seit der Wiedervereinigung.

Container-Terminal Altenwerder in Hamburg: Sechster Anstieg in Folge Zur Großansicht
dapd

Container-Terminal Altenwerder in Hamburg: Sechster Anstieg in Folge

München - Hochstimmung bei deutschen Unternehmern: Trotz der Schuldenkrise in Europa ist die Stimmung in der Wirtschaft so gut wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im November überraschend auf 109,3 von 107,7 Punkten im Vormonat, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) an diesem Mittwoch mit. Das war bereits der sechste Anstieg in Folge - und der höchste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Berechnung 1991.

Die für den Index befragten Manager schätzten sowohl die Aussichten für die kommenden sechs Monate als auch die Geschäftslage besser als zuletzt ein. "Die deutsche Wirtschaft schraubt sich immer höher", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Stimmung verbesserte sich in allen großen Branchen - von der Industrie über den Bau, dem Groß- und Einzelhandel bis hin zu den Dienstleistern. Das Barometer für die Erwartungen stieg von 105,2 auf 106,3 Punkte. Das Lagebarometer kletterte von 110,2 Punkten auf 112,3 Punkte. 40 von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 107,4 Punkte gerechnet.

Die deutsche Wirtschaft war im dritten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen - fast doppelt so schnell wie die Euro-Zone mit 0,4 Prozent. Neben Exporten und Investitionen stützte auch der private Konsum das Wachstum. Die Bundesregierung sagt für das zu Ende gehende Jahr ein Wachstum von 3,4 Prozent voraus, das sich 2011 auf 1,8 Prozent abschwächen soll.

"Der Aufschwung ist intakt und breit angelegt"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die deutsche Wirtschaft auch mittelfristig auf Wachstumskurs. In den nächsten Jahren seien - wenn alles richtig gemacht werde - "vernünftige Wachstumsraten" möglich, sagte Merkel am Mittwoch in der Generaldebatte des Bundestags zum Haushalt 2011.

"Der Aufschwung ist intakt und breit angelegt", sagte Ifo-Experte Klaus Abberger zu Reuters. Die Schuldenkrise zahlreicher Euro-Länder lasse die deutschen Unternehmen noch kalt. "Das schlägt bisher nicht auf das Geschäft durch." Zwar seien die Exporterwartungen leicht zurückgegangen, insgesamt aber noch auf einem hohen Niveau. Dafür spiele die inländische Nachfrage eine zunehmende Rolle. Damit bessere sich auch die Lage am Arbeitsmarkt. "Die Rezession liegt hier hinter uns."

Der monatlich unter rund 7000 Unternehmen erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiges Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft.

ore/Reuters/dpa/AFP

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1. Das stimmt
digitalturbulence, 24.11.2010
Zitat von sysopDie deutschen Unternehmen lassen sich von der Euro-Krise nicht die Stimmung vermiesen: Der vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg im November auf den besten Wert seit der Wiedervereinigung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,730866,00.html
Das stimmt: Gold- und Silberminen suchen noch Arbeitskräfte.
2. Tal der Ahnungslosen
jolip 24.11.2010
Zitat von sysopDie deutschen Unternehmen lassen sich von der Euro-Krise nicht die Stimmung vermiesen: Der vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg im November auf den besten Wert seit der Wiedervereinigung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,730866,00.html
Das zeigt meiner Meinung nach doch wieder mal ganz eindeutig, dass unsere sogenannten Wirtschaftsführer überhaupt keine Ahnung von Wirtschaft und Politik haben.
3. ...
grün-blau-rot-gelb 24.11.2010
bei den umsichgreifenden niedriglöhnen ist diese euphorie wenig verwunderlich :o)
4. Superwichtige Meldung
deppvomdienst 24.11.2010
Zitat von sysopDie deutschen Unternehmen lassen sich von der Euro-Krise nicht die Stimmung vermiesen: Der vom Münchener Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg im November auf den besten Wert seit der Wiedervereinigung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,730866,00.html
... denn sonst wüsste ja keiner, dass der Aufschwung da ist. Zu bemerken ist davon nämlich nichts. Zunächst freue ich mich mal auf die steigenden Abzüge zum Jahreswechsel, weil auch das Weniger Netto vom Brutto ist ja im Aufschwung
5. ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V.
vofr 24.11.2010
Um die Qualität der Wirtschaftsprognosen vom ifo-Institut auf eine fundierte Basis zu stellen und diese dann in einem rollierenden Verfahren fortzuschreiben, werde ich mich in diesem Institut um eine Anstellung bemühen. An dieser Stelle bitte ich das Institut bis auf Weiteres von Publikationen mit getürkten Daten abzusehen.
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Der Ifo-Index
Das Ifo-Institut bittet monatlich rund 7000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate mitzuteilen. Die Unternehmen können ihre Lage mit "gut", "befriedigend" oder "schlecht" und ihre Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate als "günstiger", "gleichbleibend" oder "ungünstiger" kennzeichnen.

Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "gut" und "schlecht", der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten "günstiger" und "ungünstiger".

Das Geschäftsklima errechnet sich aus dem Mittelwert der Umfrageergebnisse zur Geschäftslage und zu den Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden diese transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2000 bezogen.
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