Gescheiterter Trick: Zoll stoppt kuriose Glühbirnen-Aktion

Mit einer Kunstaktion wollten zwei Ingenieure gegen das Glühbirnenverbot protestieren. Doch der Zoll versteht keinen Spaß - und blockiert die Einfuhr von 40.000 Lampen. Die Rebellen klagen nun über Kosten in Höhe von 30.000 Euro.

Glühbirne: Seit 1. September 2009 sind die 100-Watt-Lampen verboten Zur Großansicht
DPA

Glühbirne: Seit 1. September 2009 sind die 100-Watt-Lampen verboten

Köln - Eine kreative Idee scheint zum Eigentor zu werden: Zwei Männer haben versucht, das Verbot von 100-Watt-Glühbirnen in der EU zu umgehen - indem sie die importierten Lampen als "Heatballs" deklarierten. Als Kleinheizgeräte also, die vor allem Wärme produzieren würden. In Deutschland wollten die Männer die Lampen, die keine Lampen sein dürfen, bei einer Kunst- und Protestaktion verkaufen.

Doch der Zoll im Flughafen Köln/Bonn fand die Guerilla-Aktion nicht lustig und hat die Freigabe von 40.000 "Heatballs" aus China gestoppt. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, würden die Glühbirnen nun untersucht, ob sie Sprengstoff enthalten. Das dürfte auszuschließen sein. Allerdings leuchten sie - und ihr Vertrieb verstößt gegen das EU-weite Verbot, das seit Herbst vergangenen Jahres gilt.

Die Männer sehen sich aber zu Unrecht verfolgt. "Wir haben nie ein Geheimnis aus unserer Aktion gemacht und den Behörden ganz offen gesagt, dass die Lieferung kommt." Die Initiatoren vermuten nun, dass das Landesumweltministerium "massiven Druck" auf den Zoll ausgeübt habe.

Dabei habe man nie ein kommerzielles Interesse gehabt. Wegen der gestoppten Auslieferung sitzen die beiden nun auf Kosten in Höhe von 30.000 Euro. Ihr eigentliches Ziel geben sie dennoch nicht auf: Nämlich die Debatte über Sinn und Unsinn des Glühbirnen-Verbots neu zu beleben.

cte

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