Dürre in den USA: Getreidepreis in Deutschland steigt auf Rekordhoch

Deutsche Bauern ernten in diesem Jahr mehr Getreide als 2011. Dennoch sind Weizen und Roggen so teuer wie zuletzt vor 25 Jahren. Grund ist die extreme Dürre in den USA. Nun könnten auch Brot und Brötchen teurer werden.

Getreideernte in Bad Salzhausen: Preise für Weizen und Roggen deutlich gestiegen Zur Großansicht
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Getreideernte in Bad Salzhausen: Preise für Weizen und Roggen deutlich gestiegen

Berlin - Am kommenden Wochenende soll die Getreideernte in Deutschland weitgehend abgeschlossen sein. Anders als in den USA und Indien lief es hierzulande gut. Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) rechnet in diesem Jahr mit einem kleinen Plus. Insgesamt werden voraussichtlich 22,5 Millionen Tonnen Weizen und 3,4 Millionen Tonnen Roggen geerntet.

Trotzdem müssen die Mühlen ihr Getreide so teuer einkaufen wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren. Die Preise für Weizen und Roggen seien um bis zu 50 Euro pro Tonne gestiegen, teilte der VDM mit. Das seien 25 bis 35 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Für die Branche zeichneten sich Mehrkosten beim Rohstoffeinkauf von 400 Millionen Euro ab. Aufgefangen werden soll das mit steigenden Preisen für Brotmehl.

Die deutschen Mühlen beziehen zwar 95 Prozent ihres Getreides aus dem Inland. Die Preise werden aber maßgeblich von den internationalen Rohstoffmärkten bestimmt. Und auf diesen ist die Stimmung wegen der extremen Dürre in den USA derzeit sehr angespannt. Wegen Ernteausfällen reichen die Weltgetreidevorräte derzeit für nur noch 69 Tage.

Die USA produzieren weltweit am meisten Soja und Mais, auch bei Weizen gehört Amerika zu den führenden Exportländern. Die Dürre hat die Preise für Agrarrohstoffe seit Juni um bis zu 50 Prozent in die Höhe getrieben. Experten befürchten eine Nahrungskrise, mit dramatischen Folgen vor allem für afrikanische Länder.

Deutsche Verbraucher dürften von den steigenden Preisen dagegen zunächst eher wenig merken. Gerade mal elf Prozent des Einkommens geben die Bundesbürger im Schnitt für Lebensmittel aus. Die steigenden Getreidepreise könnten mittelfristig aber auch zu Preiserhöhungen bei Brot und Brötchen führen. Das liege im Ermessen der Bäcker, sagte der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling. "Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass die Bäcker das wegstecken können."

cte/dapd/dpa

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1. Aha
spon-facebook-1529569311 16.08.2012
Seltsam dass die Preise für Brot etc immer nur steigen. Wenn die Getreidepreise wieder sinken sinken seltsamerweise die Preise für Brot und Brötchen nicht mehr.
2. Günstiges flüssiges Brot finden Sie an der Zapfsäulen mit den Grünen E10-Aufklebern!
Privatier 16.08.2012
Zitat von sysopDeutsche Bauern ernten in diesem Jahr mehr Getreide als 2011. Dennoch sind Weizen und Roggen so teuer wie zuletzt vor 25 Jahren. Grund ist die extreme Dürre in den USA. Nun könnten auch Brot und Brötchen teurer werden. Getreidepreis in Deutschland steigt auf Rekordhoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,850418,00.html)
Aber denken Sie daran, sich beim genußvollen Schluck aus der Pulle bei Ihren verantwortlichen Führern aus der Deutschen und EU-Politik-Elite zu bedanken! An der Kasse zu zahlen reicht keineswegs. So billig kommen Sie ihren Herren nicht davon! Zwei Verbeugungen, einmal nach Berlin und einmal nach Brüssel, mit überzeugter Beteuerung: "Ich glaube! Ich diene!", sind die mindest verbindliche Bürgerpflicht in der EUDSSR!
3. Nicht so schlimm
Bundeskanzler20XX 16.08.2012
Zitat von sysopDeutsche Bauern ernten in diesem Jahr mehr Getreide als 2011. Dennoch sind Weizen und Roggen so teuer wie zuletzt vor 25 Jahren. Grund ist die extreme Dürre in den USA. Nun könnten auch Brot und Brötchen teurer werden. Getreidepreis in Deutschland steigt auf Rekordhoch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,850418,00.html)
Da dürfen sich doch eigentlich die Bauern freuen, können sie doch mehr...achja die werden daran nichts verdienen, den Gewinn durch die Knappheit streichen ja Spekulanten ein... Für uns Deutsche sind die hohen Preise aber nicht so schlimm, wir essen ja viel Fleisch. ;o) Aber wie sieht es bei Hopfen, Gerste und Malz aus, steigen die Preise für die Bierzutaten auch? Die Frage ist doch viel wichtiger zu klären.... ;o)
4. ...
Usambaras 16.08.2012
Zitat von sysopDie steigenden Getreidepreise könnten mittelfristig aber auch zu Preiserhöhungen bei Brot und Brötchen führen. Das liege im Ermessen der Bäcker, sagte der VDM-Vorsitzende Hans-Christoph Erling. "Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass die Bäcker das wegstecken können."
Ja nee iss klar. Der Kilopreis für Mehl steigt im Großhandel dann vermutlich um 2 Cent. Aus einem Kilo Mehl machen deutsche Bäcker etwa 100 Brötchen. Um eine zwingend anstehende Insolvenz zu vermeiden, müssen die Luftnummern dann natürlich pro Stück um 3 Cent teurer werden.... In vielen Bäckereien ist Brot je 100 g inzwischen teurer als so mancher Käse. Das ist absurd. Nicht, dass ich den Wert von Lebensmitteln nicht zu schätzen weiß. Keineswegs. Viele Lebensmittel bei uns sind viel zu günstig. Auch möchte ich kein Bäcker sein und mitten in der Nacht zum Schaffen aufstehen. Allerdings bildet der irrational niedrige Einkaufspreis für Mehl in meinen Augen keinerlei Rechtfertigung dafür, dass das Endprodukt Brötchen/Brot so teuer ist und die Preise bei jedem Pieps und Pups um ein paar Cent erhöht werden.
5. Profit und Dummheit gehen wohl Hand in Hand
dieteroffergeld 16.08.2012
Toll ist das! Nahrungsmittel werden knapp, ob die Preise künstlich durch Spekulanten hochgejazzt werden oder durch Missernten hervorgerufene Engpässe - egal. In zu vielen gegenden dieser Welt darben Menschen und Hunderttausende wenn nicht gar Milloionen werden sterben - aber wir zahlen für ein einfaches Brötchen demnächst einen Euro und benutzen selbstverständlich unseren PKW, um dieses in der nahegelegenen Bäckerei zu erwerben. Herr, wenn es dich gibt, schmeiß Hirn vom Himme l- und dass sich dann bloß keiner wegducke.
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