Lufthansa-Tochter: Gewerkschaft sagt Streik bei Germanwings ab

Germanwings-Flugbegleiterin: Vorerst kein Ausstand bei Lufthansa-Tochter Zur Großansicht
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Germanwings-Flugbegleiterin: Vorerst kein Ausstand bei Lufthansa-Tochter

Gute Nachricht für Flugreisende: Der drohende Streik bei Germanwings ist vorerst abgewendet. Im Tarifstreit hat die Lufthansa-Tochter ein verbessertes Angebot vorgelegt.

Bad Honnef/Frankfurt am Main - Der Streik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings ist abgewendet - zumindest vorerst. Das Management der Billigfluglinie habe noch in der Nacht ein verhandlungsfähiges Angebot im Tarifstreit vorgelegt, teilte die Kabinengewerkschaft Ufo am Samstag mit. Nun werde versucht, bis Mitte August auf dieser Basis einen Tarifvertrag zu formulieren.

Demnach soll die Vergütung für die Flugbegleiter in drei Stufen um insgesamt bis zu 5,9 Prozent angehoben werden. Alle derzeit befristeten Arbeitsverhältnisse würden zudem nach Ablauf der Probezeit in unbefristete umgewandelt. Außerdem solle es eine betriebliche Altersversorgung und eine Versicherung gegen Fluguntauglichkeit geben.

Zum Auftakt der Urlaubssaison am kommenden Montag hatte ein Ausstand der Germanwings-Flugbegleiter gedroht - nur eine Woche, nachdem die Airline einen großen Teil des innerdeutschen Flugverkehrs von der Mutter Lufthansa übernommen hat. In dem Tarifstreit fordert die Ufo (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) für die 700 Flugbegleiter bei Germanwings höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Die betroffenen Beschäftigten waren bereit, dafür zu kämpfen. Laut Ufo sind weit mehr als die Hälfte des Kabinenpersonals Mitglied in der Gewerkschaft, nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen hatten sich über 80 Prozent von ihnen an einer Urabstimmung beteiligt und dabei mit mehr als 98 Prozent für einen Streik gestimmt.

Das Germanwings-Management hatte hingegen argumentiert, ein hoher Lohnabschluss treibe die Kosten so hoch, dass die Fluglinie damit nicht mehr konkurrenzfähig wäre. Auch die Mutter Lufthansa sendete öffentlich entsprechende Signale: "Germanwings muss günstig bleiben. Wenn dies durch zu hohe Tarifabschlüsse nicht mehr gegeben ist, hat auch die Germanwings ihre Existenzgrundlage verloren", hatte Konzernchef Christoph Franz in einem Interview gesagt.

Allerdings sind die Löhne nicht der einzige Knackpunkt im aktuellen Konflikt. Die Gewerkschaft pocht auch auf unbefristete Jobs für die Stewardessen und Stewards - das Unternehmen hingegen wollte lediglich auf zwei Jahre befristete Verträge anbieten.

fdi/dpa/Reuters/AFP

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1.
Battlemonk 06.07.2013
Es wird Zeit die Gewerkschaften in kritischen Infrastrukturunternehmen zu verbieten
2. Hallo battlemonk,
mollizi 06.07.2013
"zuerst denken, dann sprechen", so heisst es in einem alten Sprichwort. Hätten sie das gemacht, hätten Sie nicht so eine dumme Bemerkung losgelassen. Nicht vergessen: ein Zeichen einer Demokratie ist uneingeschränktes Streitrecht!
3. Tarifhoheit !
sternfalke77, 06.07.2013
Zitat von BattlemonkEs wird Zeit die Gewerkschaften in kritischen Infrastrukturunternehmen zu verbieten
Noch gilt die im Grundgesetz verbriefte Tarifhoheit ! P.S : Es wird Zeit für alle Arbeitnehmer, die unter 12 €uro die Stunde erhalten ( denn VERDIENEN tut fas niemand ) einen Generalstreik vom Zaune zu brechen. Genau solange, bis diese Sklavenhalter sich eines besseren besinnen !
4. Entschuldigung, aber das ist doch wohl nicht Ihr Ernst?
blauervogel 06.07.2013
Zitat von BattlemonkEs wird Zeit die Gewerkschaften in kritischen Infrastrukturunternehmen zu verbieten
Entweder wollen Sie nur provozieren um Zuschriften zu bekommen, oder eine Diskussion in Gang zu bringen, oder Sie sind ein Arbeitgeber der den Zeiten vor Bismarcks Sozialgesetzen nachtrauert. Denken Sie mal über die daraus folgenden langfristigen sozialen Konsequenzen nach. Auf zwei Jahre befristete Verträge? Wie sollen da die Mitarbeiter für Ihr Leben planen? So ein Job kann doch nur für junge Leute, die z. B. eine Wartezeit auf ein Studium überbrücken wollen, interessant sein. Wie man mit solch einer Mitarbeiterfluktuation auf Dauer eine Gesellschaft führen will, ist mir nicht verständlich? Leider wird dieses Modell, zumindest im Niedriglohnbereich durch die Blume immer mehr allgemeines Beschäftigungsmodell.
5. Konzernchef Christoph Franz ...
sternfalke77, 06.07.2013
Zitat von sysopDPADer drohende Streik bei Germanwings ist vorerst abgewendet. Im Tarifstreit hat die Lufthansa-Tochter ein verbessertes Angebot vorgelegt. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo sagte die für Montag angekündigten Arbeitsniederlegungen daraufhin ab. Nun wird erst einmal weiter verhandelt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gewerkschaft-ufo-sagt-streik-bei-germanwings-ab-a-909776.html
... sollte einmal die Entwicklung seiner Bezüge mit denen der Beschäftigten angleichen ! Anderen einen " moderaten Lohnzuwachs " zumuten zu wollen, und sich selbst ( sowie den anderen " Managern " ) die Taschen vollzustopfen muss ein Ende haben ! Tolle Leistung der ORGANISIERTEN ! ( Nicht der Trittbrettfahrer) Von solchen Gewerkschaften bitte mehr.
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