Bonn/Düsseldorf - Die Deutsche Post setzt offenbar Tests mit Lügendetektoren gegen Mitarbeiter im Ausland ein. Das habe der Personalvorstand des Bonner Konzerns, Walter Scheurle, in einem Brief an die Gewerkschaftsdachorganisation UNI Global Union eingeräumt, berichtet das Magazin "Wirtschaftswoche". "Lügendetektoren werden in Ländern verwendet, in denen der Einsatz legal ist, und nur bei außergewöhnlichen Umständen", zitiert das Blatt den Manager.
Als Beispiel habe Scheurle Kolumbien genannt, wo es Konflikte mit Milizen und Drogenkartellen gibt. Der Einsatz von Lügendetektoren sei in einer internen Richtlinie geregelt und begrenzt.
Die internationale Organisation UNI Global Union, zu der auch die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gehört, hatte laut "Wirtschaftswoche" zuvor protestiert: "Die Beschäftigten der Deutschen Post DHL in Panama, Costa Rica, Kolumbien und Südafrika wurden gezwungen, sich Lügendetektortests zu unterziehen."
Konkret soll es um den Fall eines DHL-Mitarbeiters in Kolumbien gegangen sein. Dieser habe sich wegen 22 fehlender USB-Sticks einem Test mit Lügendetektor unterziehen müssen.
Schon früher hatte es von Gewerkschaftsseite Kritik an den Arbeitsbedingungen bei DHL im Ausland gegeben. Dabei ging es auch um die Lügendetektoren. DHL ist die Logistiksparte der der Deutschen Post
und beschert dem Konzern regelmäßig gute Ergebnisse. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 275.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern.
stk/dpa
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