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09. Mai 2012, 08:16 Uhr

Gewerkschaftsvorwürfe

DHL verletzt im Ausland massiv Arbeitsrechte

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Internationalen Gewerkschaften zufolge verletzt der Logistikkonzern DHL außerhalb Europas massiv die Rechte von Mitarbeitern. Die Tochterfirma der Deutschen Post verhindere die Organisation ihrer Beschäftigten und setze übermäßig auf schlecht bezahlte Leiharbeiter.

Frankfurt am Main - Es sind zwei internationale Schwergewichte unter den Gewerkschaften, die die Geschäfte von DHL untersucht haben: Die UNI Global Union und die Internationale Transportarbeiter-Förderation (ITF) haben weltweit mehr als sieben Millionen Mitglieder, und beide gehören zum Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB), der für die Rechte der Beschäftigten in multinationalen Unternehmen kämpft.

Die Arbeitnehmervertreter werfen der Deutschen-Post-Tochter DHL vor, in Ländern außerhalb Europas massiv Arbeitnehmerrechte zu verletzen. DHL habe eine "beschämende Bilanz" von "Gewerkschaftsvermeidung" und beim übermäßigen Einsatz von schlecht bezahlten Zeit- und Leiharbeitskräften.

Die Untersuchungen der Gewerkschaften zeigten weit verbreitete und systematische missbräuchliche Praktiken im Bereich der Vereinigungsfreiheit und der unsicheren Arbeitsformen, berichteten die Gewerkschaften am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung des Unternehmens in Frankfurt am Main.

300.000 Dollar Strafe in den USA

Ein Sprecher der Deutschen Post sagte, die Details der Berichte mit den Vorwürfen seien dem Unternehmen nicht bekannt. "Auf internationaler Ebene arbeiten wir gemäß nationaler Gesetze und Gepflogenheiten mit den Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften der jeweiligen Länder zusammen."

Die Post-Tochter DHL betreibt ihre weltweiten Geschäfte über viele eigene Tochterunternehmen und ist nach eigenen Angaben der global führende Post- und Logistikkonzern. Außerhalb Europas hat DHL mehr als 150.000 Mitarbeiter.

Die Beschäftigten, die sich in Gewerkschaften organisieren möchten, hätten Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, berichteten die Gewerkschaften. In vielen Ländern, etwa in Malaysia, Indonesien und Indien, würden Leiharbeitskräfte wesentlich schlechter bezahlt als regulär Beschäftigte, obwohl sie gleiche Arbeiten erledigten. DHL sei wegen Verletzungen von Arbeitsschutzregeln mit erheblichen Geldstrafen belegt worden. In den USA habe DHL in diesem Jahr fast 300.000 Dollar Strafe zahlen müssen.

Die Gewerkschaften fordern von DHL, ein globales Rahmenabkommen zu unterzeichnen, welches gewährleisten solle, dass das Unternehmen in allen Ländern die gleichen Arbeitnehmer-Grundrechte respektiert.

nck/dpa

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