Milliardengewinn Staatsbank KfW verdient mehr als Deutsche Bank

Die staatliche KfW ist das mit Abstand erfolgreichste Geldhaus des Landes. Für das Jahr 2012 legte das Förderinstitut einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro vor - mehr als die Deutsche Bank und die Commerzbank zusammen. Ein Grund für das hohe Plus ist die Euro-Krise.

KfW-Zentrale in Frankfurt am Main: Dritte Kraft in der deutschen Bankenbranche
dpa

KfW-Zentrale in Frankfurt am Main: Dritte Kraft in der deutschen Bankenbranche


Frankfurt am Main - Ausgerechnet eine Staatsbank: Die KfW hat im vergangenen Jahr mehr verdient als jede anderes Kreditinstitut in Deutschland. Der Konzerngewinn stieg um 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, wie die ehemalige Kreditanstalt für Wiederaufbau am Dienstag mitteilte.

Die KfW profitiert dabei indirekt von der Euro-Krise: Weil die Bundesrepublik als sicherer Hafen für Anleger gilt und der deutsche Staat hinter der Förderbank steht, kann sie sich so günstig Geld leihen wie kein anderes Institut.

Die KfW dehnt ihr Geschäftsvolumen zudem stetig aus und übernimmt auf Betreiben der Politik immer mehr Aufgaben - beispielsweise die Finanzierung der Energiewende.Die Bilanzsumme der KfW stieg deshalb 2012 auf 512 Milliarden Euro - damit ist das Förderinstitut hinter der Deutschen Bank Chart zeigen und der Commerzbank Chart zeigen die drittgrößte Bank des Landes.

Beim Gewinn hat sie die beiden größeren Institute zuletzt sogar überholt. Die Deutsche Bank verdiente 291 Millionen Euro, die Commerzbank kam gerade mal auf sechs Millionen Euro.

Im laufenden Jahr geht KfW-Chef Ulrich Schröder allerdings von einem deutlichen Gewinnrückgang aus. "Der auch in diesem Jahr sehr gute Konzerngewinn der KfW liegt deutlich oberhalb des nachhaltigen Ertragspotentials und lässt sich nicht in die Zukunft fortschreiben", sagte er. Die KfW gehe in ihrer Planung für 2013 von einem Gewinn "leicht oberhalb von einer Milliarde Euro" aus, heißt es im Geschäftsbericht der Bank.

Ob das die Kritiker der KfW beruhigt, ist fraglich. Der Staatsbank wird vorgeworfen, ihre Macht zu sehr ausgedehnt zu haben. Auch die mangelnde Kontrolle bereitet Experten sorgen. Die KfW wird bisher nur vom Finanz- und Wirtschaftsministerium kontrolliert und nicht wie andere Banken von der Finanzaufsicht aus BaFin und Bundesbank. Das soll sich künftig ändern.

Auch über die Verwendung ihrer Gewinne streitet die KfW mit der Politik. Eine direkte Abführung an den Bund konnte KfW-Chef Schröder abwenden, allerdings soll sein Institut den Bundeshaushalt künftig indirekt entlasten: Die KfW soll einen Teil ihrer Gewinne für Förderprogramme verwenden, für die ansonsten der Bund aufkommen müsste. Unter anderem soll sie Mittel zum Klimafonds beisteuern.

stk/Reuters

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maliperica 16.04.2013
1. Hypothetisch liegt der Grund beim ESM & Co.
Zitat von sysopdpaDie staatliche KfW ist das mit Abstand erfolgreichste Geldhaus des Landes. Für das Jahr 2012 legte das Förderinstitut einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro vor - mehr als die Deutsche Bank und die Commerzbank zusammen. Ein Grund für das hohe Plus ist die Euro-Krise. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gewinn-staatsbank-kfw-verdient-mehr-als-deutsche-bank-a-894622.html
Manche Banken werden kräftig von Rettungsmechanismen profitieren. Allgemein betrachtend hat die Bankenwelt eine immer werdende Garantie für die eigenen Verlusten geschenkt bekommen. Die andere Seite der Medaille ist dass es sehr teuer durch die wirtschaftliche Folgen der Krise und sozialen Zerfall bei weiten Teilen des Publikums bezahlt wird.
yggdra 16.04.2013
2. Mit Steuergeldern
lässt sich gut leben. Ein Staatmonopol für die Finanzierung von Förderprogrammen, sichere, hohe Margen für alle Projekte. Was will man mehr? Mit effektivem Wirtschaften hat das nichts zu tun.
Progressor 16.04.2013
3. Na also, geht doch
Die Sorge ist doch, dass überall wo der Staat seine Finger drin hat, es schief läuft. Die KfW zeigt nun etwas anderes. Eventuell nicht nur vorübergehend. Das ist schon sehr wichtig. Schaut man nämlich auf den europäischen Abschreibungsbedarf und wie man sich vorstellt die Banken im Bedarfsfall zu sanieren (zuerst Aktionäre heranziehen), dann werden über kurz oder lang alle Banken den Staaten gehören.
ursdie 16.04.2013
4. Steuersünder Bank ?
-Legen die Banken nicht selbst permanent ihre eigenen Milliarden im Ausland an , um Milliardengewinne einzustreichen ? -Existiert dort tatsächlich kein bankeigenes Schwarzgeld ? -Wer kann diese dauernden riesigen BankVerschiebungen überhaupt prüfen und die Banken wirklich nachvollziehbar korrekt besteuern ?- Wer streicht die riesigen Gewinne ein ? -Warum können Massen von normal angestellten Bankmitarbeitern bei vollem Gehalt in Ruhestand gehen , ohne je selbst einen sichtbaren Wert ( außer für sich selbst )geschaffen zu haben ? Und dies auf Kosten ehrlicher einfacher Menschen !-Viele ?????
skaiser5 16.04.2013
5. wir werden ärmer
Zitat von ProgressorDie Sorge ist doch, dass überall wo der Staat seine Finger drin hat, es schief läuft. Die KfW zeigt nun etwas anderes. Eventuell nicht nur vorübergehend. Das ist schon sehr wichtig. Schaut man nämlich auf den europäischen Abschreibungsbedarf und wie man sich vorstellt die Banken im Bedarfsfall zu sanieren (zuerst Aktionäre heranziehen), dann werden über kurz oder lang alle Banken den Staaten gehören.
Bei der KfW fällt es nur deshalb nicht so sehr auf, weil sie so viele Milliarden einnimmt. Ihre Geschäfte laufen gut, weil zum einen die EU und der überwiegende Teil der Mitgliedsstaaten so abgrundtiefschlecht handeln und wirtschaften, zum anderen, weil spätestens seit den Nullerjahren zu viele private Banken leider zu häufig zu echten Betrügern geworden sind und die Menschen/Kunden ihnen nur noch begrenzt vertrauen (können). Hinzu kommt, dass die Einlagensicherung nur bis 100.000€ gilt. Das wirkt. Da profitiert selbst eine KfW. Im Prinzip wird aber auch hier nur wieder der Bevölkerung Geld entzogen, dass sie eigentlich zum Aufbau von Vermögen (Thema Vermögensverteilung in der EU), speziell in Nord- und Ostdeutschland benötigt.
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