Gewinneinbruch BP streicht Investitionen zusammen

Der britische Ölkonzern BP hat im vergangenen Jahr einen massiven Gewinneinbruch erlitten: Der Nettogewinn fiel auf knapp 3,8 Milliarden Dollar - im Vorjahr war es noch das Sechsfache gewesen. Als Konsequenz streicht BP seine Investitionen zusammen.

BP-Logo (in London): Gewinneinbruch und Investitionskürzungen
REUTERS

BP-Logo (in London): Gewinneinbruch und Investitionskürzungen


London - Der britische Mineralölkonzern BP streicht wegen des drastischen Ölpreisverfalls seine für dieses Jahr geplanten Investitionen zusammen. Statt der angepeilten 24 bis 26 Milliarden Dollar sollten 2015 rund 20 Milliarden Dollar (17,6 Milliarden Euro) investiert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in London mit.

"Wir sind jetzt in eine neue und herausfordernde Phase niedriger Ölpreise eingetreten", sagte Konzernchef Bob Dudley bei der Vorstellung der Zahlen. Das Unternehmen müsse sich auf die "neue Wirklichkeit niedrigerer Preise" einstellen.

Im zurückliegenden Jahr verbuchte der Energiekonzern wegen des Ölpreisverfalls einen Gewinneinbruch. Allein im vierten Quartal fiel der Überschuss um 21 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Das Überangebot auf dem Weltmarkt und die schwache Nachfrage führten zu Abschreibungen über 3,6 Milliarden Dollar vor allem auf Ölförderprojekte in der Nordsee und in Angola. Der Jahresgewinn sackte auf 3,78 Milliarden Dollar ab - nur noch ein Sechstel des Gewinns vom Vorjahr.

Nach dem Verkauf des 50-Prozent-Anteils von TNK-BP an den russischen Ölkonzern Rosneft hatte BP im Jahr 2013 unter dem Strich einen Gewinn von 12,5 Milliarden Dollar erzielt. Insgesamt war der Gewinnrückgang trotzdem nicht so stark wie am Markt befürchtet. Die Aktie legte daher im frühen Handel um mehr als drei Prozent zu.

Der gesamten Branche macht der rasante Preisverfall zu schaffen. Einsparungen haben auch bereits die US-Rivalen ExxonMobil und Chevron sowie der britisch-niederländische Konkurrent Shell angekündigt. Der Durchschnittspreis für Öl der Sorte Brent sank im vergangenen Quartal um 30 Prozent.

nck/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
1besserwisser1 03.02.2015
1.
Soll man jetzt Mitleid mit BP haben?!
bullet69 03.02.2015
2.
naja.. 3 Mrd. Dolkar Gewinn ist nun wirklich kein Grund zum Heulen. Da sieht man mal, wie die Ölmulits uns in den letzten Jahrzehnten ausgenommen haben. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
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