Nach Gewinneinbruch 2013 Shell stoppt Arktisbohrungen aus Kostengründen

Der Ölkonzern Shell muss nach dem drastischen Gewinneinbruch in diesem Jahr sparen. Weniger profitable Geschäfte im Wert von 15 Milliarden Dollar werden verkauft, das umstrittene Förderprojekt in Alaska vorerst gestoppt und die Investitionen zusammengestrichen.

Shell-Ölbohrplattform Kulluk: Förderstopp aus Kostengründen
AP

Shell-Ölbohrplattform Kulluk: Förderstopp aus Kostengründen


London - Nach dem heftigen Gewinneinbruch im vierten Quartal 2013 muss sich der britisch-niederländische Konzern Shell von weniger profitablen Geschäften und von Zukunftsprojekten verabschieden. Ein von Umweltschützern bekämpftes und rechtlich hoch umstrittenes Fördervorhaben in Alaska werde vorläufig gestoppt, teilte Shell am Donnerstag mit. Bereits am Tag zuvor hatte das Unternehmen angekündigt, seine Beteiligung an einem Off-Shore-Projekt in Brasilien abzustoßen.

Unter dem Strich verdiente Shell im vergangenen Jahr 16,4 Milliarden US-Dollar - ein Einbruch von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen hatte den Gewinnrückgang bereits vor knapp zwei Wochen vorab verkündet. Shell hatte allein im vierten Quartal 700 Millionen US-Dollar und 2,7 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr auf das Upstream-Geschäft - also die Förderung von Öl und Gas - abgeschrieben. Dazu hatten auch Sicherheitsprobleme im Förderland Nigeria beigetragen.

Der neue Vorstandschef Ben van Beurden will nun den Fokus auf die Profitabilität des Konzerns legen: "An unserer generellen Strategie halten wir fest, aber 2014 wird ein Jahr in dem wir andere Schwerpunkte setzen, um das Ergebnis und den Mittelzufluss zu verbessern", sagte van Beurden. Shell wolle den Verkauf von Unternehmensteilen beschleunigen und die Investitionen deutlich senken. Zudem wolle Shell seine Schiefergasförderung in Nordamerika neu aufstellen.

Bei den Anteilsverkäufen rechnet der Konzern von 2014 bis 2015 mit einem Volumen von 15 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen sollen im laufenden Jahr auf rund 37 Milliarden Dollar sinken, nach 46 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Am Finanzmarkt kam dies gut an. Die Aktie legte in London um knapp zwei Prozent zu. Trotz des Gewinneinbruchs auch im vierten Quartal hält Shell Chart zeigen die Dividende stabil. Die Anteilseigner sollen für das Quartal wie bereits im Vorquartal 45 Cent je Aktie erhalten. Vor einem Jahr hatte die Dividende bei 43 Cent gelegen. Für das erste Quartal 2014 stellte Beurden sogar eine Erhöhung der Dividende auf 47 Cent in Aussicht.

nck/dpa/Reuters

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larskroeger 05.02.2014
1. Das kommt davon...
Scheinbar hat der Protest der breiten Masse gewirkt, ich umfahre weiterhin die Shell im großen Bogen!
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