Jahresbilanzen Springer und RTL enttäuschen die Anleger

Analysten nennen die Zahlen "wenig inspirierend": Der Medienkonzern Axel Springer weist 2013 einen geringeren Umsatz und Gewinn aus als im Vorjahr. Die Aktie verliert rund fünf Prozent. Auch RTL-Papiere geben nach.

Springer-Zentrale in Berlin: Verlagerung des Geschäfts ins Internet
DPA

Springer-Zentrale in Berlin: Verlagerung des Geschäfts ins Internet


Frankfurt am Main - Die Medienkonzerne Axel Springer und RTL haben am Donnerstag mit ihren Geschäftszahlen für 2013 die Anleger enttäuscht. Die Aktien der beiden Unternehmen sacken ab: um fünf Prozent auf 47,30 Euro beziehungsweise 3,4 Prozent auf 91,74 Euro.

"Axel Springer hat die Zahlen für 2013 erstmals in der neuen Segmentstruktur berichtet. Die Zahlen lagen etwas unter unseren Erwartungen", sagte DZ-Bank-Analyst Harald Heider, der aber seine Kaufempfehlung bekräftigte. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr auf 2,8 Milliarden Euro zurück, wie Springer mitteilte. 2012 erwirtschaftete der Konzern noch 3,3 Milliarden Euro. Der Gewinn schrumpfte von 276 Millionen Euro auf 244 Millionen Euro im Jahr 2013.

Springer hatte 2013 vor allem in die Verlagerung des Geschäfts ins Internet investiert und dafür einen Gewinnrückgang in Kauf genommen. Der Konzern will nach dem Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr 2014 operativ wieder mehr verdienen. Gleichzeitig sollen die Aktionäre trotz des Gewinnrückgangs eine um zehn Cent auf 1,80 Euro erhöhte Dividende erhalten.

"Wenig inspirierend"

Analystin Sonia Rabussier von der Commerzbank bezeichnete Zahlen und Ausblick von Springer als insgesamt "wenig inspirierend". Der Umsatz sei wie von ihr und vom Markt erwartet ausgefallen, schrieb die Expertin. Das operative Ergebnis (Ebitda) habe die Prognosen hingegen verfehlt.

Nicht mehr in die aktuelle Bilanz eingerechnet werden die Ergebnisse der Zeitungen und Zeitschriften, die Springer an die Funke Mediengruppe abgibt. In den Geschäftsteilen, die Springer weiterhin behalten wird, wuchs der Umsatz im Vergleich zum Jahr 2012 von 2,74 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro.

Im Segment Bezahlangebote, das die journalistischen Angebote von "Bild-Zeitung" und "Welt" umfasst, schrumpfte der Umsatz um 3,9 Prozent. Wachstum erzielte Springer dagegen mit seinen Rubrikenmärkten wie dem Internetportal Immonet. Hier legte der Konzern um 22 Prozent beim Umsatz zu. Die Vermarktungsangebote, die werbefinanzierte Angebote wie das Preisportal idealo.de umfassen, wuchsen um 8,1 Prozent.

Analyst Heider hob in seinem Kommentar zu Springer vor allem die Entwicklung des Bereichs Digitale Medien hervor, die stark sei. Der Konzern treibe den Wechsel von den traditionellen Print-Medien zum Online-Geschäft konsequent voran.

Den Kursrückgang bei RTL führten Händler vor allem auf den Ausblick zurück. Der Konzern hatte erklärt, für das laufende Jahr keine Zuwächse zu erwarten. Umsatz und Ebitda dürften stabil bleiben. "Für mich heißt das, dass die Dividenden 2014 nicht so üppig ausfallen wird", sagte ein Börsianer. Unter dem Strich hatte der Konzern im vergangenen Jahr mit 870 Millionen Euro knapp die Hälfte mehr verdient als vor einem Jahr.

bos/dpa/AFP/Reuters



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curti 06.03.2014
1. Bleibt zu .......
Zitat von sysopDPAAnalysten nennen die Zahlen "wenig inspirierend": Der Medienkonzern Axel Springer weist 2013 einen geringeren Umsatz und Gewinn aus als im Vorjahr. Die Aktie verliert rund fünf Prozent. Auch RTL-Papiere geben nach. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/gewinnrueckgang-springer-aktien-sacken-ab-a-957252.html
....hoffen das dieser Trend bei diesen beiden Brunnenvergiftern anhält!
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