GfK-Index Teures Benzin verdirbt Deutschen die Kauflaune

Die Konsumfreude der Menschen in Deutschland ist leicht gefallen, der GfK-Index sank von 6,0 auf 5,9 Punkte. Der Hauptgrund dafür sind dem Marktforschungsunternehmen GfK zufolge die hohen Benzinpreise. Grund zur Sorge um die Konjunktur gebe es aber nicht.

Tank-Anzeige: Rekordpreise für Benzin und Diesel lassen Deutsche ans Sparen denken
DPA

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Berlin - Jeden Monat fühlt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) den Konsumenten in Deutschland den Puls, um zu ermitteln, wie gut die Bürger die Konjunktur einschätzen und wie leicht sie selbst einkaufen. Der aus der Befragung von 2000 Verbrauchern ermittelte Index ist für April zum ersten Mal seit August 2011 wieder gefallen - von 6,0 auf 5,9 Prozent.

Die jüngste Preisentwicklung an den deutschen Zapfsäulen habe "in den Köpfen der Konsumenten ihre Spuren hinterlassen", schreiben die Marktforscher. Vor allem die Einkommenserwartungen hätten ihre Zugewinne aus dem Vormonat nahezu vollständig eingebüßt, hieß es. Der teure Treibstoff gilt zunehmend als Risiko für die Konjunkturerholung. "Die Konsumenten, und hier in erster Linie die Berufspendler, sehen ihre Kaufkraft durch die hohen Preise gefährdet", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Ein immer größerer Anteil ihres verfügbaren Einkommens muss derzeit für Energie und Sprit aufgewendet werden." Wegen der anziehenden Kraftstoffpreise stieg im Februar bereits die Inflationsrate in Deutschland von 2,1 auf 2,3 Prozent.

Trotz des leichten Rückschlags für die Verbraucherstimmung habe sich aber die zuletzt stabile Verbraucherstimmung auch im Frühjahr "im Großen und Ganzen weiter fortgesetzt". Der private Konsum bleibe weiter eine wichtige Stütze für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland.

Vor allem die Anschaffungsneigung habe ihr "überaus gutes Niveau nahezu halten können". Die leichte Entspannung in der Euro-Schuldenkrise nach der Verabschiedung des zweiten Rettungspakets für Griechenland habe gesorgt, dass die Konjunkturerwartungen der Verbraucher wieder etwas gestiegen sind. Die größten Einbußen habe es hingegen bei den Einkommenserwartungen gegeben. Der Indikator verlor laut GfK sieben Punkte auf 34,3 Punkte. Trotz des starken Rückgangs verzeichne die Einkommenserwartung ein nach wie vor vergleichsweise hohes Niveau.

nck/dpa/Reuters/AFP



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