Trotz Terror und Brexit Deutsches Konsumklima zieht wieder an

Die gute Lage am Arbeitsmarkt, höhere Renten und die geringe Inflation befeuern die Kauflaune in Deutschland. Die Konsumausgaben könnten um zwei Prozent wachsen.

Schaufenster in der Innenstadt von Hamburg (2013)
DPA

Schaufenster in der Innenstadt von Hamburg (2013)


Experten hatten eigentlich nicht mit einer Veränderung des Konsumklimas gerechnet - doch die Kauflaune der Deutschen ist überraschend angestiegen. Der GfK-Konsumklimaindex klettert von 10,0 Punkten im August auf 10,2 Punkte im September.

Der geplante EU-Austritt Großbritanniens hat die Deutschen nach Einschätzung des Martkforschungsunternehmens GfK nur kurz verunsichert. Nach dem Brexit-Votum war der Konsumklimaindex leicht auf 10,0 Punkte gefallen. Derzeit steht er aber wieder auf dem höchsten Wert seit 2015.

Auch die Anschläge in Würzburg und Ansbach haben nicht zu einer Zurückhaltung im Kaufverhalten geführt. "Das hat keine nachhaltige Wirkung gezeigt", sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl.

Kommt der Brexit-Knick noch?

Grund für den Anstieg sind die anhaltend gute Beschäftigungslage, Erhöhungen der Renten und die geringe Teuerungsrate. Zuvor hatten die deutschen Einzelhändler im ersten Halbjahr 2016 spürbar mehr Umsatz gemacht. Ihr Plus betrug - bereinigt um die Inflation - 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die GfK rechnet im Gesamtjahr mit einem Wachstum von zwei Prozent der privaten Konsumausgaben.

Ökonomen weisen allerdings darauf hin, die Brexit-Entscheidung der Briten könnte mittelfristig durchaus noch Folgen für die deutschen Verbraucher haben. Die Konjunkturerwartungen sind seit dem Referendum gedämpft. Zuletzt hatte sich auch das Ifo-Geschäftsklima überraschend eingetrübt.

beb/dpa/AFP



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