Legendärer US-Gitarrenhersteller Gibson beantragt Gläubigerschutz

Jimmy Page, Keith Richards, Santana, Slash - sie alle spielten auf Gibson-Gitarren. Nun ist das Kult-Unternehmen in finanziellen Nöten. Und Chef Juszkiewicz präsentiert einen Plan zur Umstrukturierung.

Gibson-Logo auf einer Les-Paul-Gitarre
REUTERS

Gibson-Logo auf einer Les-Paul-Gitarre


Der legendäre US-Gitarrenbauer Gibson hat vorläufigen Gläubigerschutz beantragt, um sich sanieren zu können. Unternehmenschef Henry Juszkiewicz teilte am Dienstag zugleich mit, es gebe bereits eine Vereinbarung mit mehr als zwei Drittel der Gläubiger über eine Umstrukturierung, die Gibson wieder auf die Füße helfen solle.

Die Vereinbarung mit den Geldgebern sieht laut Juszkiewicz vor, dass Gibson einen neuen Kredit in Höhe von 135 Millionen Dollar erhält, das sind umgerechnet etwa 113 Millionen Euro. Der Geschäftsbetrieb könne so während der Umstrukturierung aufrecht erhalten werden.

Das 116 Jahre alte Unternehmen mit Sitz in der Countrymusik-Kapitale Nashville ist vor allem durch seine elektrischen Gitarren zu Ruhm gelangt, darunter die ikonische Les Paul. Viele der berühmtesten Gitarristen der Rockgeschichte - darunter Jimmy Page, Keith Richards, Carlos Santana und Slash - haben Instrumente von Gibson gewählt.

B.B. King 2013 mit Gibson-Gitarre
AP

B.B. King 2013 mit Gibson-Gitarre

Durch die Ausbreitung in andere Branchen war das Unternehmen allerdings in finanzielle Nöte geraten. Vor vier Jahren hatte Gibson die auf Kopfhörer und Lautsprecher spezialisierte Sparte des niederländischen Konzerns Philips für 135 Millionen Dollar gekauft.

Zum kommenden 1. August sollten nun Finanzanleihen des Unternehmens in Höhe von 375 Millionen Dollar fällig werden. Die Vereinbarung mit den Gläubigern soll bei einer Refinanzierung helfen. Im Zuge der Umstrukturierung soll sich Gibson wieder auf das Geschäft mit Musikinstrumenten sowie Audiosystemen für Profis konzentrieren.

aar/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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wind_stopper 02.05.2018
1. Kein Wunder
... wenn man sich mal eine Gibson in den letzten Jahren angeschaut hat, dann musste man sich schon fragen, ob diese Qualität den Preis noch wert ist. Die Qualität hat in den letzten Jahren so dermassen abgenommen, dass man sich wirklich wundert, ob Gibson überhaupt noch Qualitätskontrollen durchführt hat. Nur fuer den Namen gebe ich halt keine +1000-2000 Euro mehr aus. Eine Epiphone Les Paul Custom oder Pro ist qualitativ oftmals besser und zudem deutlich billiger. Ein paar gute Potis und Pups rein und ab gehts.
ricson 02.05.2018
2. Ach Gibson
Bis zuletzt hatte der CEO abgestritten, dass es überhaupt ein Problem gäbe. Dabei pfiffen es die Spatzen schon lange von den Dächern. Weder Philips noch Onkyo haben nach der Übernahme durch Gibson irgendetwas nennenswertes auf den Markt geworfen obwohl Gibson sehr viel Geld, dass sie gar nicht hatten, in die Übernahme gesteckt hatten, kamen nie irgendwelche nennenswerten Produkte auf den Markt. Dabei hat Gibson wohl mit dem Verkauf von Gitarren durchaus noch Geld verdient, obwohl die Qualität seit Jahren stetig schlechter wurde. Die Preise stiegen dafür erheblich an. Ständig kamen dann auch noch Berichte ehemaliger Mitarbeiter die über katastrophale Arbeitsbedingungen klagten. Der Wettbewerb besonders durch PRS hat es dann für Gibson wohl unmöglich gemacht seine Schulden nur mit dem Verkauf von Gitarren zu finanzieren. Neue Kunden hat man kaum erreicht, und gleichzeitig alte vergrault, das konnte nicht gut gehen. Mal sehen wie es weitergeht. Die Marke ist doch zu bekannt und populär um einfach zu verschwinden. Auch hat Gibson viele Patente die sehr interessant sein dürften. Aber für Herrn Henry Juszkiewicz dürfte es wohl vorbei sein bei Gibson.
tpro 02.05.2018
3.
Es wäre schade, wenn die Marke verschwinden würde. Gibson, Fender, Harley Davidson, Jack Daniels, Jim Beam u.a. gehören zu den USA. Übrigens, Hinweis an den Schreiberling: Keith Richards spielt eine Fender Telecaster. Keine Gibson.
ebuc99 02.05.2018
4. Qualität/Preis
Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund für die Insolvenz nicht die Ausbreitung in andere Branchen sondern die bescheidene Qualität und das unübersichtliche Sortiment der Gitarrensparte.
ebuc99 02.05.2018
5. Keith Richards und Les Paul
Zitat von tproEs wäre schade, wenn die Marke verschwinden würde. Gibson, Fender, Harley Davidson, Jack Daniels, Jim Beam u.a. gehören zu den USA. Übrigens, Hinweis an den Schreiberling: Keith Richards spielt eine Fender Telecaster. Keine Gibson.
Doch Keith Richards spielt auch Les Paul, eine Junior unter anderem. Aber ja, man bringt ihn eher mit einer Tele in Verbindung.
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