EU-Kommission Gigaliner sollen auch ins Ausland fahren dürfen

Die EU-Kommission will den Einsatz von Gigalinern ausweiten. Künftig sollen die Riesen-Lastwagen auch über Ländergrenzen hinweg fahren dürfen. Allerdings gibt es strenge Bedingungen.

Gigaliner: Scharfe Kritik der SPD an der möglichen Ausweitung
dapd

Gigaliner: Scharfe Kritik der SPD an der möglichen Ausweitung


Brüssel - Für einige sind sie der Schrecken der Straße, für andere an Effizienz nicht zu überbieten: Die EU-Kommission will überlange Lastwagen über Ländergrenzen hinweg rollen lassen. Dies gilt aber nur, wenn nur eine Grenze zwischen zwei benachbarten EU-Mitgliedstaaten überquert wird und beide Staaten einverstanden sind. Das geht aus einem Richtlinienentwurf der Kommission hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Der Entwurf soll am kommenden Montag in Brüssel vorgestellt werden.

SPD-Verkehrsexperte Ismail Ertug kritisierte den Plan scharf. "Unsere Infrastruktur ist einfach nicht für Megatrucks gemacht. Sie sind zu schwer und zu lang für Europas Straßen und Brücken. Milliarden müssten für die Anpassung investiert werden", erklärte er. Außerdem steige die Gefahr von Unfällen zum Beispiel beim Abbiegen.

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Gigaliner: 25 Meter lang, 60 Tonnen schwer
Seit 1. Januar 2012 fahren auf ausgesuchten Strecken in Deutschland testweise die Gigaliner. Fünf Jahre lang soll ihr Einsatz getestet und wissenschaftlich untersucht werden. Normalerweise dürfen Lkw samt Auflieger oder Anhänger in der EU 18,75 Meter lang sein, die Gigaliner bringen es auf bis zu 25,25 Meter.

Wie aus dem Entwurf ebenfalls hervorgeht, will die Behörde gleichzeitig die Zugmaschinen der Lastzüge verändern: Bessere aerodynamische Werte sollen Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch sinken lassen.

yes/dpa/AFP



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Klaus100 11.04.2013
1. Noch ein Minuspunkt für die Kommission
Jeden Tag sammeln sie Punkte. Minuspunkte! Was haben wir davon? Wessen Interessen vertritt wieder einmal diese (anti-)europäische Institution. Unsere Straßen sind voll. Aber wahrscheinlich geht es um Korruption.
Direwolf 11.04.2013
2. Immer der gleiche Mumpitz
Wenn sich der Herr Verkehrsexperte der SPD mal die Mühe gemacht hätte mit Leuten aus Ländern zu sprechen, wo die Kisten zugelassen sind, dann hätte er zu hören bekommen, dass die Fahrzeuge mit der bestehenden Infrastruktur kompatibel sind. Insbesondere in den Niederlanden ist das lange Jahre getestet worden - mit dem Ergebnis, dass Lang-Lkw dort heute zulässig sind.
kaischek 11.04.2013
3. Oh weh
Amtsträger, die Spediteuren zu Willen sind. Anders kann ich mir diese Schnapsidee nicht erklären.
hexenzange 11.04.2013
4. Gigantomanie
Was soll der Wahnsinn? Alle Autobahnparkplätze und -raststätten müssten umgebaut werden. So eng ist es dort schon heute, dass die Trucks häufig auf den Ein- und Ausfahrten abgestellt werden. Die für den Verkehrsfluß so vorteilhaften Kreisverkehre könnte man auch gleich wieder "rückbauen".
infonix123 11.04.2013
5. optional
@Dirwolf Zitat: "Wenn sich der Herr Verkehrsexperte der SPD mal die Mühe gemacht hätte..." Bei Benutzung des eigenen Gehirns sollten ihnen zwei Dinge einfallen: 1. Es gibt ein solides, für Schwer(st)last ausgelegtes Schienensystem, auf dem seit geraumer Zeit sogar Güter transportiert werden können. 2. Unser Straßennetz wird schon von dem bestehenden Schwerlastverkehr überproportional abgenutzt. Ein LKW entspricht ungefähr 40.000 PKW. Mein Gehirn sagt mir da, abgesehen von dem Gefährungspotential, dass von diesen Gigaliner ausgeht, diese Monster ins "Gedankenmuseum für Hirngespinste" gewinnsüchtiger und Arguments resistenter Spediteure und deren politischer Handlanger gehören.
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