Gipfel in Brüssel: Griechen-Retter schicken Euro-Kurs auf Achterbahnfahrt

Die bevorstehende Entscheidung zur Griechen-Rettung beflügelt den Euro: Der Kurs der Gemeinschaftswährung hat innerhalb weniger Stunden um rund drei Cent zugelegt - nachdem er zuvor kräftig verloren hatte. Erste Details zu dem neuen Hilfspaket sickern bereits durch.

Börsenhändler in New York; Krisen-Gipfel sorgt für Zick-Zack-Kurs des Euro Zur Großansicht
DPA

Börsenhändler in New York; Krisen-Gipfel sorgt für Zick-Zack-Kurs des Euro

Frankfurt am Main - Die Euro-Staaten stehen kurz vor einer Einigung in der Griechenland-Krise: Das hochverschuldete Land soll weniger Zinsen für seine Notkredite zahlen, außerdem sollen die Rückzahlfristen von siebeneinhalb auf 15 Jahre verlängert werden.

An den Kapitalmärkten sorgten die Nachrichten für einen massiven Kursanstieg des Euro Chart zeigen: Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich zeitweise von 1,4137 auf 1,4403 Dollar. Das ist ein Plus von knapp zwei Prozent.

Gegen Mittag hatten Aussagen von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker zu einem möglichen teilweisen Ausfall griechischer Staatsanleihen die Währung noch stark belastet - der Euro verlor mehr als einen Cent. Als dann am Nachmittag jedoch immer mehr Nachrichten zur Einigung beim Gipfel durchsickerten, ging es auch für den Euro steil bergauf.

"Die Nervosität am Finanzmarkt ist mit der Einigung zur Griechenland-Rettung erst einmal verflogen", sagte Marc Burgheim, Leiter des Devisenhandels bei der Bayerischen Landesbank. Es sei klar, dass die Politik nun liefern und eine Art Marshall-Plan vorlegen müsse, der Lösungswege sowohl für Griechenland als auch für die anderen klammen Staaten in Südeuropa einschließe. "Andernfalls wird es mit dem Euro ganz schnell wieder nach unten gehen", so der Devisenexperte.

Private Gläubiger sollen sich beteiligen

Ziel des Euro-Sondergipfels in Brüssel ist die Einigung auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Es geht aber auch um Strategien, wie sich eine weitere Ausbreitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone verhindern lässt.

Am Donnerstag zeichnete sich ab, dass sich am zweiten Griechenland-Hilfspaket erstmals auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen beteiligen werden. Im Gespräch war eine Kombination aus zwei Lösungsmodellen:

  • Nach dem ersten Modell sollen die Gläubiger ihre griechischen Anleihen gegen solche mit längeren Laufzeiten eintauschen. Dabei würden die neuen Bonds durch Garantien des Rettungsfonds EFSF abgesichert.
  • Nach dem zweiten Modell soll der europäische Krisenfonds EFSF zum Ankauf griechischer Staatsanleihen genutzt werden - entweder indem der Fonds selbst die Anleihen am Markt erwirbt, oder indem er dem griechischen Staat Kredite gibt, um die Papiere zurückzukaufen. Besonders die erste Variante war von deutscher Seite bislang sehr kritisch gesehen worden.

Um die Ausbreitung der Krise auf andere Euro-Staaten zu verhindern, soll der EFSF zudem vorbeugend eingreifen und Kreditlinien für gefährdete Länder bereitstellen. Das könnte zum Beispiel Spanien und Italien betreffen, die in den vergangenen Wochen immer größere Probleme bekamen, sich günstig am Kapitalmarkt zu finanzieren.

Aus dem Rennen sind nach Angaben aus Diplomatenkreisen der französische Vorschlag einer Bankenabgabe als Beitrag zum Rettungspaket sowie die von vielen Experten geforderten gemeinsamen europäischen Anleihen, sogenannte Eurobonds.

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Euro-Krise


cte/dpa/Reuters

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insgesamt 93 Beiträge
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1. Tja
Shaft13 21.07.2011
Mal sehen wann Merkel Deustchland endlich ins Elend gestürzt hat.Dann haben die anderen Länder ja ein Ziel erreicht. Aber uns schön verklickern wollen,das die EU uns ja soviel bringt. Dumm nur,das der Arbeitnehmer in D in den letzten 10 Jahren mit Abstand am wenigsten dazuverdiente in Europa.
2. götze "markt"
zynik 21.07.2011
Zitat von sysopDie bevorstehende Entscheidung zur Griechen-Rettung beflügelt den Euro: Der Kurs der Gemeinschaftswährung hat innerhalb weniger Stunden um rund drei Cent zugelegt - nachdem er*zuvor kräftig verloren hatte. Erste Details zu dem neuen Hilfspaket sickern bereits durch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,775813,00.html
Wie soll noch ernsthafte und nachhaltige Politik gemacht werden, wenn wirklich jeder Honk nur noch auf die hysterischen "Märkte" starrt? Dementsprechend kurzsichtig fallen die Pseudolösungen für die Euro-Krise aus.
3. .
quone 21.07.2011
Zitat von sysopDie bevorstehende Entscheidung zur Griechen-Rettung beflügelt den Euro: Der Kurs der Gemeinschaftswährung hat innerhalb weniger Stunden um rund drei Cent zugelegt - nachdem er*zuvor kräftig verloren hatte. Erste Details zu dem neuen Hilfspaket sickern bereits durch. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,775813,00.html
Strohfeuer! Selbst wenn den Griechen alle Schulden komplett erlassen werden, fangen die am nächsten Tag damit an neue Schulden zu machen. Weder Land, noch dessen Wirtschaft, oder die Mentalität der Einwohner hat sich geändert. Es ist ein Fass ohne Boden. Aber die Politiker werden da solange Geld hineinpumpen, bis es entweder alle ist, oder endlich die erste Transferzahlernation aus diesem Irrsinn aussteigt.
4. € - Kurs
sunnypluto 21.07.2011
Griechenland sollte lieber Freigeld und Freiland einführen. Nach 1 bis 2 Jahren würden dann alle € - Länder auch so ein System haben wollen !
5. Ende der Achterbahn
dill02 21.07.2011
Das hört sich gut an, wenn es dabei bleibt. Der Euro wird kräftig zulegen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
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