6,6 Milliarden Dollar Gewinn Glänzendes Weihnachtsgeschäft beschert Microsoft Rekordquartal

Die neue Spielkonsole und die Tablet-Computer von Microsoft haben sich im Weihnachtsgeschäft gut verkauft. Der Konzern verzeichnet ein deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn. Die Aktie legte zeitweise mehr als drei Prozent zu.

Microsoft-Verkaufsstand: Erfolge mit Spielkonsole und Tablet-Computern
REUTERS

Microsoft-Verkaufsstand: Erfolge mit Spielkonsole und Tablet-Computern


Seattle - Der weltgrößte Software-Anbieter Microsoft hat seinen Gewinn im letzten Quartal 2013 stärker als erwartet gesteigert. Von Oktober bis Dezember betrug der Überschuss 6,6 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Hintergrund sind Verkaufserfolge mit der neuen Spielkonsole Xbox One und Tablet-Computern.

Über die Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Konzernchef Steve Ballmer schwieg sich der Konzern aus. Der Manager hatte im August bekanntgegeben, sich innerhalb eines Jahres zur Ruhe zu setzen.

Microsoft wurde vor 39 Jahren von Bill Gates mitbegründet und spielte beim Siegeszug des PC eine der wichtigsten Rollen. Unter Ballmers Führung verlor der Konzern aber in den vergangenen Jahren die Orientierung, während Apple, Google oder Samsung Electronics den Markt für Smartphones und Tablet-PC dominieren. Deswegen sind für viele Beobachter zwei Fragen entscheidend: "Wer wird der neue Chef? Und welche Richtung schlägt das Unternehmen ein?", sagte Analyst Colin Gillis von BGC Financial.

Dass Microsoft den Rekordzahlen der Konkurrenz hinterherhinkt, zeigt der Tablet-PC Surface. Zwar stieg der Umsatz mit der zweiten Generation des Gerätes im vergangenen Quartal auf 893 Millionen Dollar und lag damit höher als im gesamten vorhergehenden Geschäftsjahr. Doch Microsoft dürfte nicht mehr als zwei Millionen Surface-PC verkauft haben. Zum Vergleich: Apple dürfte in der kommenden Woche bekanntgeben, im Weihnachtsgeschäft mehr als 20 Millionen iPads ausgeliefert zu haben. "Unter den schwierigen Gipfelbesteigungen ist der Surface der Mount Everest", sagte Daniel Ives von FBR Capital Markets.

Auf die Xbox könne Microsoft dagegen stolz sein. "Sie haben den Skeptikern getrotzt", sagte Ives. Die neue Version Xbox One kam im November auf den Markt und trug dazu bei, dass im gesamten Quartal 7,4 Millionen Konsolen verkauft wurden. Ein Jahr zuvor waren es 5,9 Millionen. Allerdings ist der Wettbewerb auch auf dem Konsolenmarkt scharf: Sony bietet seine PlayStation 4 zu einem günstigeren Preis an.

Die starke Nachfrage nach der Büro-Software Office mit Anwendungen wie Word oder Excel kam von Geschäftskunden, wie der Konzern mitteilte. Zudem stieg der Gewinn, weil Microsoft etwas weniger Steuern zahlen musste.

Auch beim Umsatz konnte das Unternehmen im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal die Erwartungen übertreffen: Er stieg um 14 Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar. Investoren zeigten sich von den Zahlen überzeugt: Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um 3,6 Prozent.

cte/Reuters/AFP

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axcoatl 24.01.2014
1. Was soll der Quatsch?
Das Surface hat sich nicht gut verkauft: bei 900 Mio Umsatz waren das höchstens (!) 2 Mio Geräte, wenn nur (!) RT's verkauft wurden. Da die Mehrheit eher zum Pro fegriffen hat, dürften es eher eine Million Tablets gewesen sein. 900 Mio USD Umsatz, bei massiven Werbemaßnahmen in derselben Größenordnung, bedeutet Null Gewinn. Was soll die Schönfärberei und das Märchen vom 'guten Tablet Verkauf'? Um das Debakel des Surface 1 zu wiederholen, fehlt nur noch die 1 Mrd USD Abschreibung. Wäre schön, wenn der Spiegel Agenturmeldungen kritisch hinterfragt, und derart offensichtliche Fehler korrigiert: "Zwar stieg der Umsatz mit der zweiten Generation des Gerätes im vergangenen Quartal auf 893 Millionen Dollar und lag damit höher als im gesamten vorhergehenden Geschäftsjahr. Doch Microsoft dürfte nicht mehr als zwei Millionen Surface-PCs verkauft haben."
gf256 24.01.2014
2.
Zitat von sysopREUTERSDie neue Spielekonsole und die Tablet-Computer von Microsoft haben sich im Weihnachtsgeschäft gut verkauft. Der Konzern verzeichnet ein deutliches Plus bei Umsatz und Gewinn. Die Aktie legte zeitweise mehr als drei Prozent zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/glaenzendes-weihnachtsgeschaeft-beschert-microsoft-rekordquartal-a-945275.html
Ich sehe das zum einen positiv, da ich seit kurzem selbst ein Surface 2 Pro besitze und schleicht begeistert davon bin. Während ich mein zuvor besessenes iPad Air schon nach wenigen Tagen wieder zurückgegeben habe, da man schlicht nichts Produktives damit machen kann, sondern nur konsumieren, ist das Surface 2 Pro wirklich eine eierlegende Wollmilchsau. Kostet zwar auch ein bisschen mehr (klar, immerhin steckt darin kein billiges ARM-System, sondern vollwertige Ultrabook-Hardware) und hat die ein oder andere Schwäche im Vergleich zum iPad (Akku-Laufzeit, Display-Format, Pixeldichte), aber das ist es 100% wert. Zumal man dank vollwertigem Windows weit mehr Kontrolle über sein System hat als bei Apple und Konsorten. Allerdings ist so ein Gerät nichts für den Otto-Normal-Nutzer. Die allermeisten Leute dürften soviel Power niemals benötigen und sind mit einem iPad (wenn sie zuviel Geld haben) oder Android-Gerät besser bedient. Deswegen wird MS zumindest mit dieser Art Gerät niemals den Markt erobern können; der potenzielle Kundenkreis ist einfach zu klein. Das Massenmarktgerät Surface 2 (ohne Pro) ist für das gebotene auch etwas zu teuer, zumal WinRT für den Tableteinsatz schlicht zu aufgebläht ist. Das soll sich aber mit Win9 bessern, also mal abwarten was ein Surface 3 dann so bringt. Eher negativ sehe ich den Erfolg der XBox One. Da sieht man, wie egal den Menschen ihre Privatsphäre und Konsumentenrechte sind. Ohne jetzt in die VT-Ecke zu geraten und MS Spionage zu unterstellen ist aber zumindest schwer bedenklich, dass die ausdrücklich als "Feature" deklarierte Datensammelei zu Marktforschungszwecken überhaupt in so einem Gerät existiert. Was hat das noch mit dem originären Zweck einer SPIELE-Konsole zu tun? Und was die Konsumentenrechte betrifft: Wenn es den Spieleherstellern freigestellt ist, ihre Spiele mit Internetzwang zu versehen, ja wer glaubt denn ernsthaft darauf, dass sie darauf verzichten? Nur weil MS das nun gelockert hat und nicht mehr verpflichtend vorschreibt, heißt das doch nicht, dass die Hersteller es nicht trotzdem implementieren und somit den Konsumenten in seinen Rechten einschränken.
Rastaflip 24.01.2014
3. Chapeau, MS!
Microsoft war, ist und bleibt ein gesundes, hochprofitables Unternehmen. Ich bin froh, Aktionär zu sein. Außerdem bin ich ein relativ zufriedener Benutzer von unzähligen MS-Produkten, von Windows 8 über ein Nokia mit WP bis hin zur Xbox One.
boingdil 24.01.2014
4. Blödsinniger Bergvergleich
Der Mount Everest mag der höchste Berg sein, der schwierigste ist er nicht. Heute kann sich jeder nur halbwegs fitte Hobbybergsteiger diesen Aufstieg kaufen und wird von den Sherpas fast hochgetragen.
WernerT 24.01.2014
5. Verkaufserfolge mit Tablet
Hatten mit 0,8 Milliarden Dollar Umsatz welchen Anteil am Geschäft? 0,3% also fast nicht merklich. Vorschlag der Autor liest erst die Pressemeldung vollständig durch, bevor er sie veröffentlicht
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