Washington - Der britische Pharmariese GlaxoSmithKline hat seinen Streit mit den USA beigelegt. Das Unternehmen bekannte sich teilweise schuldig und zahlt nun insgesamt drei Milliarden Dollar, damit die Ermittlungen eingestellt werden, wie am Montag aus Gerichtsunterlagen und einer Mitteilung des Konzerns hervorging.
In dem langwierigen Verfahren ging es unter anderem um die Untersuchung von Werbe- und Verkaufspraktiken bei mehreren Medikamenten des Unternehmens in den USA, darunter das umstrittene Diabetes-Medikament Avandia. In den USA muss das Mittel wegen erhöhter Herzrisiken mit einem Warnhinweis versehen werden. In Europa darf es seit 2010 nicht mehr verkauft werden. 2007 hatte eine Analyse an der Cleveland-Klinik von Ohio ergeben, dass mit dem Präparat das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen stärker steige als mit anderen Medikamenten.
Auch die Antidepressiva Paxil und Wellbutrin waren betroffen. Im November hatte der Konzern bereits eine grundsätzliche Einigung mit den Behörden verkündet.
Laut Konzernchef Andrew Witty hat Glaxo inzwischen die Werbe- und Vertriebspraktiken in seinem US-Geschäft grundsätzlich geändert. "Wenn notwendig, haben wir Beschäftigte entlassen, denen Fehlverhalten nachgewiesen wurde", sagte Witty. Die Ermittlungen wurden 2004 von der Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Colorado eingeleitet. Im weiteren Verlauf hatte das US-Justizministerium die Ermittlungen an sich gezogen.
Um den Streit beizulegen, zahlen die Briten nun eine Milliarde Dollar zur Beendigung der strafrechtlichen Untersuchungen. Mit weiteren zwei Milliarden Dollar sollen auch die zivilrechtlichen Aspekte abgedeckt werden. Zudem stimmte der Konzern zu, dass seine Vertriebspraktiken in den Vereinigten Staaten durch die US-Regierung überwacht werden.
cte/Reuters
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