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Glencore-Börsengang: Das Geheimnis des Rohstoffgiganten

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Ein schillernder Gründer, diskrete Geschäfte und satte Milliardengewinne: Der Rohstoffkonzern Glencore ist das größte Unternehmen der Schweiz, jetzt drängt es an die Börse. Den bisher so verschwiegenen Managern beschert das Probleme - und der Öffentlichkeit Einblicke in eine verborgene Welt.

Rohstoffhändler Glencore: Die Herren über die Bodenschätze Fotos
Katanga

Hamburg - Es sind nur vier dürre Absätze, die eine wundersame Geschichte erzählen sollen: den Aufstieg von Glencore zum weltgrößten Rohstoffhändler. Doch die spannendsten Kapitel seiner gut 40-jährigen Historie erwähnt das Unternehmen auf seiner Web-Seite nicht: dass Firmengründer Marc Rich von US-Ermittlern quer durch die Welt gejagt wurde und dass riskante und geheimnisumwitterte Geschäfte den Erfolg des Konzerns begründeten.

Nur Brancheninsider können bisher mit dem Namen des verschwiegenen Konzerns mit Sitz in der Schweiz etwas anfangen. Dabei spielt Glencore in einer Liga mit den ganz großen Dax-Unternehmen. Die Firma machte im vergangenen Jahr 145 Milliarden Dollar Umsatz - deutlich mehr als etwa Siemens. Die Zahl der Mitarbeiter: 57.000.

Doch bald dürfte der Rohstoffgigant bekannter werden. Denn Ende Mai will Glencore an die Börse. Auf rund 60 Milliarden Dollar taxieren Experten den Wert des Unternehmens - es dürfte einer der größten Börsengänge in der europäischen Wirtschaftsgeschichte werden.

"Mit dem Börsengang ist Glencore voll im Radar der öffentlichen Meinung", sagt der Schweizer Journalist Daniel Ammann. Das könnte für den Konzern ein Problem werden. Denn sein Geschäftsmodell gründet auf Diskretion und Verschwiegenheit, bisher ließ Glencore keinen Einblick in seine Strategie zu. Konzernchef Ivan Glasenberg meidet die Öffentlichkeit. Nur zweimal jährlich veröffentlichte er ein paar Kennzahlen - als börsennotiertes Unternehmen muss der Konzern regelmäßig Zahlen bekanntgeben.

Große Geschäfte machen, aber nicht darüber reden - diesem Prinzip folgte schon Firmengründer Marc Rich. In jahrelanger Recherche kam ihm der Journalist Ammann in Gesprächen und durch Briefe nahe. In seinem Buch "King of Oil" schildert er Richs Leben - es könnte als Vorlage für einen Thriller dienen.

"Rohstoffhändler trennen Geschäft und Politik"

Als Rich ein Kind war, flüchtete seine jüdische Familie vor dem NS-Regime in die USA. Jahre später macht er sich als Geschäftsmann erneut auf die Flucht. 1974 gründet er im Schweizer Niedrigsteuer-Kanton Zug unter dem Namen Marc Rich + Company zusammen mit ein paar Vertrauten eine Ölhandelsfirma. "Meine Freunde fühlten, dass da Geld zu machen war", schilderte Rich später die Anfänge seiner Firma.

Der Handel mit Rohstoffen ist ein heikles Terrain: Oft stammt die Ware aus Ländern, in denen es keine demokratischen Strukturen gibt. "Das Geschäftsgeheimnis von Rich und Glencore liegt auch darin, in sehr heiklen Weltgegenden sehr heiklen Regimen sehr gefragte Dienstleistungen anbieten zu können", sagt Ammann.

Die Händler von Rich und Glencore seien an bessere Deals herangekommen als die Konkurrenz, weil sie neben dem Kauf und Verkauf von Rohstoffen auch finanzielle Lösungen für ihre Kunden gefunden hätten. So sei für afrikanische Länder die Finanzierung sichergestellt worden, die sie von Banken nie bekommen hätten. Man könnte auch sagen: Rich hatte einfach mehr Chuzpe.

Richs Talent liegt darin, dass er Handelspartner zusammenbringt, die offiziell nichts miteinander zu tun haben. "Rohstoffhändler trennen Geschäft und Politik", sagt Ammann. Einige heikle Deals schildert der Journalist:

  • Rich sprang demnach als diskreter Vermittler in der Ölkrise ein und verkaufte zwischen den siebziger und neunziger Jahren iranisches Öl an Israel. Offiziell war das in Iran verboten. "Es war ihnen egal, die Iraner wollten einfach ihr Öl verkaufen", zitiert Ammann Rich.
  • Rich soll das Apartheid-Regime in Südafrika mit sowjetischem Erdöl beliefert haben.
  • Rich soll für die nicaraguanischen Sandinisten Erdöl auf dem Weltmarkt verkauft haben, das sie von sozialistischen Bruderstaaten wie Algerien billig bekommen hatten.

Gewisse Geschäftsbeziehungen haben alle Regimewechsel überstanden, sagt Ammann. Das Credo der Rohstoffhändler laute: "Möglichst lange möglichst viel Profit machen, aber lieber möglichst lange als möglichst viel."

Laut Ammann hat Rich mit ihm über alle diese Fragen gesprochen. Außerdem habe Rich Ammanns Buch vor der Veröffentlichung gelesen - und keine Einwände gehabt. Warum der 76-jährige Rohstoffspezialist sich auf den Journalisten eingelassen hat? "Ich denke, es ist die Altersmilde", sagt Ammann. "Und er hat keinen Ruf mehr zu verlieren - den hat er schon verloren."

US-Ermittler jagen Rich quer durch die Welt

Durch seine Deals gerät Rich ins Visier der US-Behörden. 1981 nehmen sie Ermittlungen gegen ihn auf. Ihm wird unter anderem Steuerhinterziehung und ein Verstoß gegen das Iran-Embargo vorgeworfen. Rich und seine Partner hätten von New York aus 6,25 Millionen Barrel iranisches Öl gekauft und weiterverkauft, lautet der Vorwurf der Behörden. Rich kommt auf die Most-Wanted-Liste des FBI. Er lebt aber in der Schweiz - und damit sicher vor den US-Behörden.

Sein Biograf zitiert US-Ermittler, wonach Fahnder Rich auf Reisen nach England, Jamaika und Deutschland verfolgen. Doch der Geschäftsmann entkommt, Rich wird nie verurteilt. 2001 ändern die USA plötzlich ihre Meinung - Präsident Bill Clinton sichert dem Wahl-Schweizer Straffreiheit zu.

"Glencore wäre ohne Marc Rich nicht denkbar", sagt Ammann. Doch auf der Internetseite des Unternehmens wird der schillernde Gründer mit keinem Wort erwähnt. Zu Ammanns Darstellung der Konzerngeschichte nimmt Glencore auf schriftliche Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht Stellung.

Fest steht: Rich verlässt seine eigene Firma 1994 - offenbar nach einer Fehlspekulation. Das Unternehmen verliert 172 Millionen Dollar, als es versucht, die Kontrolle über den Zinkmarkt zu erlangen. "Sie kauften und kauften und trieben den Preis auf diese Weise in die Höhe", berichtet ein Ex-Manager der Rich-Firma. Doch am Ende platzt die Blase. "Ich war schwach. Die anderen bemerkten das und nutzten es aus", beschreibt Rich später den firmeninternen Machtkampf. Er verkauft seine Unternehmensanteile. Schon damals wurde der Wert der Firma auf bis zu 1,5 Milliarden Dollar geschätzt.

"Glencore sitzt am längeren Hebel"

Aus Marc Rich + Company wird nach dem Ausscheiden des Gründers Glencore. Die folgenden Chefs bauen das Unternehmen zu einem integrierten Rohstoffkonzern mit fast 60.000 Mitarbeitern in 40 Ländern um, dessen Bandbreite von Metallen über Mineralien bis hin zu Öl und Agrargütern reicht. Glencore kontrolliert die gesamte Wertschöpfungskette: Die Firma handelt nicht nur mit Waren, sondern fördert auch Rohstoffe und organisiert den Transport. Das Unternehmen mit Sitz in Baar besitzt weltweit Bergwerke, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos (siehe Grafiken).

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Glencore: Das weltweite Netz des Rohstoffgiganten
Etwa 12.000 Industriekunden soll Glencore haben. "Die Firma hält ihre Verträge ein und ist ein seriöser Geschäftspartner", sagt ein Insider. "Die Leute sind gute Händler, gehen hohe Risiken ein und sitzen am längeren Hebel."

Bisher halten etwa 500 führende Glencore-Manager sämtliche Anteile an der Firma. Da das Unternehmen 15 bis 20 Prozent seiner Anteile über die Börse verkaufen will, kommt es zusammen mit seinen Partnern auf erwartete Einnahmen von umgerechnet elf Milliarden Dollar. Glencore könnte damit im hartumkämpften Rohstoffmarkt Übernahmen finanzieren.

Doch im Licht der Öffentlichkeit drohen Glencore neue Probleme. Denn diskrete Geschäfte werden für einen börsennotierten Konzern schwieriger. Menschenrechts- und Umweltaktivisten könnten Aktien kaufen, um die Firma auf Aktionärstreffen ins Visier zu nehmen, sagt Ammann. Die gesamte Rohstoffbranche steht wegen teils unmenschlicher Arbeitsbedingungen, Umweltzerstörung und Schmiergeldvorwürfen am Pranger.

Gesellschaftliche Verantwortung? Keine Auskunft!

Als Korruption beim Öl-für-Lebensmittel-Hilfsprogramm der Uno für den Irak ans Licht kam, hieß es 2005 in einem Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen, Glencore-Leute hätten Schmiergelder an das Regime von Saddam Hussein gezahlt. Das Unternehmen beteuerte, es wisse nichts von Regelverstößen. Gegen Glencore wurde in diesem Zusammenhang nie eine Strafe verhängt.

Als Menschenrechtler Bergbaukonzernen 2008 vorwarfen, in Kolumbien gewaltsam Dörfer räumen zu lassen, geriet auch Glencore in die Kritik. Der Konzern wies jede Verantwortung zurück und verwies im Gegenzug auf sein soziales Engagement in dem Land.

Bei einem Ranking zu gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen landete Glencore 2007 auf dem letzten Platz. "Es gab schlicht keine Infos", sagt Ranking-Initiator Klaus Rainer Kirchhoff. Auch wenn sich die Firma inzwischen einen Kommunikationsberater zugelegt hat - Kirchhoff glaubt nicht, dass bei Glencore mit dem Börsengang große Transparenz einkehrt. "Die werden ein paar bunte Broschüren drucken und sich etwas mehr öffnen."

"Ohne Rohstoffe würde die Wirtschaft zusammenbrechen"

Mit seinem Börsenprospekt gibt Glencore nun erstmals Einblick in sein Imperium. Doch viele Details bleiben unklar: Wie viele Anteile an der Firma gehören nun wirklich Glencore-Chef Glasenberg? Wie sind die Geschäfte in den vergangenen Monaten gelaufen?

Was bei Rohstoffgeschäften hinter den Kulissen passiere, wisse die Öffentlichkeit meist nicht, sagt Rich-Biograf Ammann. Ein Geschäftspartner von Marc Rich habe ihm einmal das Dilemma der Rohstoffhändler erklärt. "Ohne Rohstoffe würde die Wirtschaft zusammenbrechen. Die Welt stünde still. Wollen das die Leute, die unsere Arbeit kritisieren, überhaupt wissen? Oder hacken sie lieber auf uns rum, um sich besser zu fühlen?"

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Habe wir alle was davon?
dampfmaschine 06.05.2011
Das ist eins von den Unternehmen, die auch uns mit den billigen Rohrstoffen versorgen. Da kaufe ich doch glatt deren Aktion und verdiene gleich mit. Vielleicht bekomme ich auch die Bergwerke mit Kinderarbeit als Aktionär vorgeführt und darf den einen oder den anderen Diktator in ausgebeuteten Ländern persönlich kennen lernen. Es bleibt spannend.
2. dödö
grmlfimmel 06.05.2011
Eigentlich ne faszinierende Geschichte die hinter dem Burschen steckt
3. Wie wird man Erfolgreich ?
freigeist56 06.05.2011
Durch fleißig arbeiten ? Durch klein Kriminalität ? Nein - Plündern, Rauben, Morden, Politiker schmieren, Korruption und das alles Global - Umso mehr Elend umso besser laufen die Geschäfte....Rücksichtslosigkeit statt Innovation....Wie sagte Polt ? Der ist so reich der scheißt auf die Demokratie. Nestle, Monsanto ..... Die Methoden in das Archiv- dann an die Börse. - alles Saubermänner die sich anschließend einmal im Jahr in der Schweiz treffen.....einen Land , dass sich ja Jahrzehnte lang darüber wunderten warum nach den 2. Weltkrieg sooo viele Konteninhaber nicht mehr meldeten.... Man müsste ihnen alle den Nobelpreis geben . Ein Vorbild für künftige Generationen.....
4. beschämend
happy2009 06.05.2011
So richtig beschämend ist eigentlich nur eines. Das ein Multimilliardenkonzern mitten in Europa in einer gigantischen Steueroase hockt Deswegen ist die Schweiz auch zum Bsp Kaffeewelthandelsplatz Nummer 1 Ich finde diese Niedrigsteuer besser gesagt Nullsteuerpoltitik ekelhaft Nebenbei: ca 30% des Schweizer Volkseinkommens wird via solchen Steuerdiebstahl generiert, und deswegen geht es denen gut.
5. wenn ich mal Gewinn
felisconcolor 06.05.2011
und Umsatz im Vergleich zu anderen Firmen sehe... dann könnten die mir glatt leid tun. Scheint ein hartes Brot zu sein, mit Rohstoffen sein Geld zu verdienen. Aber ist schon was dran an dem Wahlspruch "...lang und viel, aber lieber länger als viel"
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Knappe Rohstoffe: Diesen Branchen drohen Engpässe

Glencore geht an die Börse
Was sich hinter Glencore verbirgt
Glencore ist der weltgrößte Rohstoffhändler und hat seinen Sitz in der Schweiz. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 60.000 Mitarbeiter und kommt auf einen Jahresgewinn von 3,8 Milliarden Dollar. Gemessen an seinem Umsatz von 145 Milliarden Dollar in 2010 ist Glencore der größte Konzern der Schweiz - noch vor dem Lebensmittelriesen Nestle, dem Pharmakonzern Novartis und der Großbank UBS.

Das Unternehmen hat sich vor allem im Rohstoffhandel einen Namen gemacht, besitzt aber auch auf der ganzen Welt Bergwerke, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos. Glencore ist zudem an mehreren börsennotierten Konzernen beteiligt.

Warum Glencore an die Börse will
Glencore will mit dem Geld Übernahmen von Konkurrenten finanzieren. Bisher halten etwa 500 führende Glencore-Manager alle Anteile an der Firma. Das Problem: Steigt einer der Teilhaber aus, wandert mit ihm auch das Kapital ab. Bei einem Generationswechsel im Management bekäme Glencore Finanzierungsschwierigkeiten.
Preisspanne und Handelsbeginn
Glencore-Aktien werden in einer Preisspanne von 480 und 580 Pence angeboten. Insgesamt bewertet sich der Rohstoffhändler dadurch im Schnitt mit 61 Milliarden Dollar - so viel wie die meisten Experten geschätzt hatten. Da das Unternehmen 15 bis 20 Prozent seiner Anteile über die Börse verkaufen will, kommt es zusammen mit seinen Partnern auf erwartete Einnahmen von umgerechnet elf Milliarden Dollar. Die Aktien sollen an der Börse von London am 19. Mai und von Hongkong ab dem 25. Mai gelistet werden.
Interessenten
Nach eigenen Angaben konnte Glencore schon wichtige Großinvestoren gewinnen, die knapp ein Drittel der zu verkaufenden Aktien übernehmen. Darunter soll auch ein Investor aus Abu Dhabi, IPIC Aabar, sein. Die Firma beteiligt sich mit 850 Millionen Dollar an dem Börsengang.
Konkurrenten
Zu den Konkurrenten von Glencore zählen White Plains, Noble, Shell, BP, BHP Billiton, Cargill, Louis Dreyfus Group, Vitol, Mercuria und Trafigura.
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Neue Technologien: Um diese Rohstoffe kämpfen die Firmen

Goldrausch - so profitieren Sie
Gold gilt als krisenfeste Anlage, aber stimmt das wirklich? Grundsätzlich sollte man bedenken: Gold wirft keine Erträge ab - es gibt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinn kann man also nur machen, wenn der Goldpreis beständig steigt. Gerade wenn man zu einem hohen Preis kauft, ist es jedoch fraglich, ob der Kurs weiter nach oben klettert. SPIEGEL ONLINE verrät, auf was Sie bei Ihrem Investment achten müssen.
Barren, Münzen, Nuggets
Wer physisches Gold haben will, sollte gängige Anlagemünzen kaufen. Das sind Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind im Unterschied zu Sammlermünzen auch in Krisenzeiten gut handelbar.

Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
Zertifikate, Fonds, Aktien
Alternativen zum echten Gold sind Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate. Der Vorteil für den Anleger: Die Kaufaufschläge sind geringer als bei physischem Gold - und die Lagergebühren fallen ganz weg.

Wer Goldaktienfonds kauft, erwirbt Anteile an Goldminen. Aber nicht jede Mine ist eine Goldgrube. So schwanken die Kurse von Goldminenaktien noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend hoch bewerten Experten die Chance-Risiko-Klasse von Goldaktienfonds.

Im Jahr 2009 machten manche Goldfonds rund 50 Prozent Verlust. Der Grund: Die Aktien der Minengesellschaften können sich dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien - selbst wenn der Goldpreis steigt.

Ein weiterer Nachteil: Das gute Gefühl, einen realen Wertgegenstand in der Hand zu halten, fällt bei Zertifikaten, Fonds und Aktien weg. Und das Beispiel Lehman Brothers hat gezeigt: Sollte die Bank, die die Zertifikate ausgegeben hat, pleite gehen, ist das Papier wertlos.
Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. Verfeinerte Fördertechniken machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.


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