Egham - Der globale Handy-Markt hat sich nach Daten des Marktforschungsinstituts Gartner im ersten Quartal deutlich erholt: Weltweit seien die Verkaufszahlen von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent gestiegen, teilte das Institut am Mittwoch im britischen Egham mit. Für den Schub habe vor allem ein enormes Wachstum bei den Smartphone-Verkaufszahlen gesorgt. So schaffte es der Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) erstmals unter die Top Fünf.
Die Zahl der verkauften Mobiltelefone sei insgesamt von 269,1 Millionen auf 314,7 Millionen gestiegen. In dem vom Weihnachtsgeschäft geprägten vierten Quartal waren es allerdings noch 340 Millionen. Der Absatz von Smartphones lag im ersten Quartal dieses Jahres den Angaben zufolge bei 54,3 Millionen Stück. Das entspricht einem Anstieg um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Geräte machten inzwischen 17,3 Prozent des Mobiltelefonabsatzes aus, vor Jahresfrist seien es 13,6 Prozent gewesen, so Gartner. Mobile E-Mails und soziale Netze würden die Nachfrage nach diesen Geräten ankurbeln.
Marktführer bei Mobiltelefonen blieb laut dem Institut mit deutlichem Vorsprung das finnische Unternehmen Nokia
. Es habe 110,1 Millionen Geräte verkauft. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sei der Marktanteil jedoch von 36,2 auf 35 Prozent gesunken. Samsung
holte auf und kam auf 20,6 Prozent, gefolgt von LG Electronics mit 8,6 Prozent.
RIM kämpfte sich auf Platz vier - vor Sony Ericsson und Motorola
. Auf dem Smartphone-Markt kommen die Kanadier mit rund 10,6 Millionen verkauften Geräten auf den zweiten Platz nach Nokia. Die Finnen verkauften mit 24 Millionen rund 44 Prozent aller Smartphones weltweit - jedoch 4,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahresquartal. Apple
steht mit 8,4 Millionen verkauften iPhones auf Platz drei (15,4 Prozent Marktanteil). Das Unternehmen von Steve Jobs konnte dabei den Absatz im Vergleich zum Vorjahresquartal mehr als verdoppeln.
Microsoft
verlor dagegen deutlich an Boden. Erstmals wurden mehr Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android verkauft als Geräte mit Windows Mobile. Der Software-Gigant erhofft sich allerdings ein Comeback, wenn im Herbst 2010 die ersten Multimedia-Handys mit einem runderneuerten System (Windows 7 Phone Edition) auf den Markt kommen.
| Handymarkt (die größten Hersteller) | ||||
| Weltweiter Handy-Absatz | ||||
| Unternehmen | Verkaufszahlen Q1/2010* | Marktanteil Q1/2010** | Verkaufszahlen Q1/2009* | Marktanteil Q1/2009** |
| Nokia | 110,1 | 35,0 | 97,4 | 36,2 |
| Samsung | 64,9 | 20,6 | 51,4 | 19,1 |
| LG Electronics | 27,2 | 8,6 | 26,5 | 9,9 |
| RIM | 10,6 | 3,4 | 7,2 | 2,7 |
| Sony Ericsson | 9,9 | 3,1 | 14,5 | 5,4 |
| Motorola | 9,6 | 3,0 | 16,6 | 6,2 |
| Apple | 8,4 | 2,7 | 3,9 | 1,5 |
| Davon Smartphones | ||||
| Nokia | 24,1 | 44,3 | 17,8 | 48,8 |
| RIM | 10,5 | 19,4 | 7,5 | 20,6 |
| Apple | 8,4 | 15,4 | 3,8 | 10,5 |
| Android (Google) | 5,2 | 9,6 | 0,6 | 1,6 |
| Microsoft Windows Mobile | 3,7 | 6,8 | 3,7 | 10,2 |
| Linux | 2,0 | 3,7 | 2,5 | 7,0 |
| *in Millionen, **in Prozent, Quelle: Gartner (Mai 2010) | ||||
wit/ddp/dpa
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