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AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 16/2014

Glücksspiel: Gangster plündern Spielautomaten mit Software-Trick

Sie drückten eine geheime Tastenkombination - schon prasselte das Geld aus den Automaten. Mit einem Software-Trick sind nach SPIEGEL-Informationen Hunderte Spielhallen geplündert worden. Der geschädigte Unternehmer verdächtigt eine kriminelle Bande.

Glücksspielautomat: Hundert Spielhallen zeitweise in Geldnot Zur Großansicht
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Glücksspielautomat: Hundert Spielhallen zeitweise in Geldnot

Hamburg - Ein Software-Fehler in Geldspielautomaten des Unternehmers Paul Gauselmann hat beträchtliche Schäden in der Glücksspielbranche angerichtet. Die Geräte warfen nach Informationen des SPIEGEL Gewinne aus, wenn der Spieler zuvor eine bestimmte Tastenkombination an den Geräten gedrückt hatte.

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In einer Nacht im Februar nutzten offenbar so viele Spieler diesen Trick, dass deutschlandweit mehrere hundert Spielhallen in Geldnot gerieten. Allein in Düsseldorf stellten die Betreiber von neun Spielhallen Anzeige wegen Computerbetrugs, die Polizei beziffert den Schaden auf 70.000 Euro. Andere Spielhallenketten klagen über 100.000 Euro Verlust.

Besonders hart könnte die Aktion den Unternehmer Gauselmann treffen, der die Merkur-Spielotheken betreibt und aus dessen Werkstätten rund 100.000 Automaten in deutschen Spielhallen stammen. Weil er nun womöglich auch für Verluste jener Kunden haften muss, die die Geräte aufgestellt haben, dürfte ihn der Abend laut Brancheninsidern zehn Millionen Euro gekostet haben.

Gauselmann geht nach einem internen Schreiben aus seinem Haus davon aus, dass eine Gruppe Krimineller den Software-Fehler in einer konzertierten Aktion ausnutzten. Das Vorgehen sei "perfekt geplant" gewesen.

ssu

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1.
HaioForler 13.04.2014
Zitat von sysopDPASie drückten eine geheime Tastenkombination - schon prasselte das Geld aus den Automaten. Mit einem Software-Trick sind nach SPIEGEL-Informationen Hunderte Spielhallen geplündert worden. Der geschädigte Unternehmer verdächtigt eine kriminelle Bande. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/glueckspiel-gauselmann-automaten-mit-software-trick-gepluendert-a-964095.html
Interessant. Hatte ich damals gemacht, vor 25 Jahren. Merkur Elite Plus. Merkur schrieb damals einen Artikel über den "Monarch". Aber dass das heute immer noch geht, bei unzähligen Programmblöcken, nun gut.
2.
redwed11 13.04.2014
Da wurde ein Gangster von anderen Gangstern ausgenommen. Was solls.
3.
dani7830 13.04.2014
diese Automaten dind auch nur programmierte Geräte mit einer software ausgestattet. und natürlich wenn man weiß wie man das umgehen kann wird es ausgenutzt wie ungesicherte pc die von Hacker gehackt werden. je feiner die Technik desto anfälliger wird es.
4. Kriminelle Bande
flusser 13.04.2014
Ich glaube die kriminelle Bande sind eher die Hersteller und Betreiber die mit der Software Ihrer Geräte die Bürger ausnehmen.
5. Ich muß sagen: Es freut mich!
Ex-Kölner 13.04.2014
Zitat von sysopDPASie drückten eine geheime Tastenkombination - schon prasselte das Geld aus den Automaten. Mit einem Software-Trick sind nach SPIEGEL-Informationen Hunderte Spielhallen geplündert worden. Der geschädigte Unternehmer verdächtigt eine kriminelle Bande. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/glueckspiel-gauselmann-automaten-mit-software-trick-gepluendert-a-964095.html
Üblicherweise ist es doch umgekehrt - da sind grundsätzlich die Spieler die Dummen... Spannend dürfte die Frage sein, ob jemand den Fehler absichtlich in der Software hinterlegt und mit den Automatenleerern gemeinsame Sache gemacht hat oder jemand außerhalb der Automatenfirma den Fehler entdeckt hat. Falls letzteres, wäre es noch interessant, ob jemand die Gerätesoftware gezielt nach Schwachstellen durchsucht oder den Fehler wirklich zufällig gefunden hat. Liebe SPON-Redaktion: Gibt's auch nichtkriminelle Banden? Oder isses nicht eher doppelt gemoppelt?
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