Autonomes Fahren GM entwickelt Roboter-Taxis mit dem Uber-Rivalen Lyft

General Motors setzt auf selbstfahrende Autos. Zusammen mit dem Start-up Lyft entwickelt der US-Autokonzern ein System von Roboter-Taxis. Vorläufige Kosten: eine halbe Milliarde Dollar.

Auto mit Lyft-Logo: Kooperation mit GM
AP/dpa

Auto mit Lyft-Logo: Kooperation mit GM


Die Opel-Mutter General Motors will zum Vorreiter bei selbstfahrenden Roboter-Taxis werden. Dafür steigt der amerikanische Autogigant beim Startup Lyft ein, einem Rivalen des führenden Fahrdienst-Vermittlers Uber.

GM wolle zusammen mit Lyft ein Netzwerk von "ständig verfügbaren autonomen Fahrzeugen" aufbauen, teilten beide Unternehmen mit. GM werde dafür auch einen Platz im Lyft-Verwaltungsrat einnehmen.

GM werde "ab sofort" in verschiedenen US-Städten kurzfristig nutzbare Fahrzeuge für Lyft-Fahrer zur Verfügung stellen, und zwar in Mietzentren. Beide Unternehmen wollen ihren Kunden gegenseitig zudem "personalisierte Mobilitäts-Services" bieten.

GM stellt sich damit auf eine Zukunft ein, in der selbstfahrende Fahrzeuge nicht nur gekauft, sondern nur zeitweise genutzt werden. Andere traditionelle Autobauer schrecken vor ähnlichen Schritten oft noch zurück - weil sie damit ihrem eigenen Geschäftsmodell schaden würden.

Internationale Partnerschaft möglich

Aus der Partnerschaft mit Lyft könnte auch eine große internationale Allianz entstehen. Lyft arbeitet mit den Taxi-Apps Didi Kuaidi in China, Ola in Indien und GrabTaxi in Südostasien zusammen. GM-Manager Dan Ammann zeigte sich in einem Interview mit dem Finanzdienst Bloomberg offen für Kooperationen mit diesen Anbietern.

Lyft war 2012 gegründet worden und ist nach eigenen Angaben mittlerweile in 190 Städten weltweit verfügbar. Wie der Konkurrent Uber vermittelt das Unternehmen online private Fahrer und Mitfahrer. Das Startup, das die Autos seiner Fahrer mit einem vielbelächelten großen pinken Plüsch-Schnauzbart markiert, wird derzeit mit 5,5 Milliarden Dollar bewertet.

GM baut Autos und Lastwagen in 130 Ländern. Ende dieses Jahres will der Hersteller in seinem Entwicklungszentrum in Michigan eine Flotte autonomer Autos fahren lassen.

Die Ankündigung von GM und Lyft kam unmittelbar vor dem Start der Technik-Messe CES in Las Vegas, von der nach Medienberichten eine Kooperation bei selbstfahrenden Autos zwischen Google und dem wichtigsten GM-Konkurrenten Ford erwartet wird. Es gibt aber widersprüchliche Angaben darüber, worum genau es dabei gehen soll. Nach einer Darstellung soll Ford die kleinen selbstfahrenden Elektro-Zweisitzer von Google bauen. Nach einer anderen kommt Googles seit Jahren entwickelte Roboterwagen-Technologie in Autos von Ford.

ssu/AFP/AP/dpa/Reuters

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spacedust 05.01.2016
1. Na endlich
Das wird aber auch Zeit, dass einer das Versteckspiel beendet ;-) Jetzt geht es endlich los - ein Segen für die Menschheit, dieses Konzept. Es wird die Welt so stark verändern wie einst der Computer.
audioexil 05.01.2016
2. seh ich genauso
hoffentlich kommt das bald. ich kann diese vorbehalte gegen selbstfahrende autos nich im geringsten nachvollziehen. solange sich die autos im normalen verkehr zurechtfinden - sprich personengeführte und computergesteuerte autos zusammen fahren können ist das doch eine traumhafte option. ich habe selber einen youngtimer wo ich mich selber gern hinter das steuer setzte. da fahre ich gerne selbst - aber die restlichen 90% ist autofahren einfach nur nervig. im grossraum bremen ist rund ums bremer kreuz immer irgendwo stau, die fahrt im berufsverkehr morgens durch die stadt ist einfach nur ätzend. usw. wie super wäre es, wenn ich mich morgens einfach ins auto setzen und zeitung lesen, filme schauen, oder einfach die augen schliessen und entspannen könnte. ich kann mich an keine urlaubsfahrt erinnern, in der ich nicht nach mindestens 80 km im stau oder stockendem verkehr gestanden hätte. keine gefährlichen nachtfahrten mit schlechter sich oder einschlafgefahr mehr. usw. und wenn ich sehe, as morgens im berufsverkehr auf der autobahn los ist, fühl ich mich zwischen lauter computern mit sicherheit besser aufgehoben. wenn diese autos wirklich marktreif sind bin ich sofort dabei. aber von vw. wird es wahrscheinlich keine geben. das hat der neuw vw chef ja kürzlich nochmal klar gestellt....
INGXXL 05.01.2016
3. So ist
der Fortschritt, noch ein Bereich wo niedrig Qualifizierte, sprich Taxifahrer, bald nicht mehr gebraucht werden.
dingstabumsta 05.01.2016
4. Es stellen sich...
...mir zuerst 2 fragen: 1. was macht die Deutsche Automobil Industrie? 2. wieviele Jobs wird es kosten? - Taxi / LKW Transport und da die zielrichtung klar ist, sollte die Politik und Wirtschaft ind Deutschland nicht schon auf hochtouren zum konkurrenten werden? Hier verpasst Deutschland eines (neben dem Elektroauto) wichtigsten Entwicklungen! Aber auch ich würde mich freuen, dass ich mich mit 90 Jahren noch hinters Steuer setzen darf, ob ich noch fahrtüchtig bin oder nicht, aber ich wäre Mobil, könnte zu den Arztbesuchen, Einkaufen aber vor allem Zuhause Wohnen bleiben und nicht im Altersheim!
JaguarCat 05.01.2016
5. Minimaler Aufwand
Das selbstfahrende Auto braucht vom Prinzip her nur zwei kleine Antriebe zusätzlich: Einen für die Lenkung und einen für die Bremse. Beide können in Form von kleinen, aktiv gesteuerten Ventilen in die i.d.R. eh schon vorhandenen Hilfssysteme (Servo-Lenkung und Bremskraftverstärker) eingebaut werden. Das kostet in Großserie nur wenige Euro zusätzlich. Hinzu kommen 2 bis 3 kleinere Kameras, für die 2 Megapixel vollkommen reichen, und natürlich der Steuercomputer, der wahrscheinlich in etwa die Rechenleistung eines Smartphone-Chips braucht, also so um die 50 bis 100 Euro kostet. Ultraschallsensoren für das Parkassistenz-System und elektronisches Gaspedal / Tempomat haben Mitelklassefahrzeuge ja i.d.R. heute schon. Mit anderen Worten: Ist die Software einmal fertig entwickelt, und wird sie von mindestens drei konkurrierenden Firmen angeboten, dann wird sich mit dem Selbstfahrmodul nicht viel Geld verdienen lassen. Sehr wohl aber mit einem angenehmen Auto, in das das Modul verbaut ist. Und letzteres werden die deutschen Hersteller mit Sicherheit anbieten, wenn es soweit ist!
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