Aufarbeitung der Finanzkrise Goldman-Banker kommen straffrei davon

Die US-Großbank Goldman Sachs soll vor der Finanzkrise Investoren wissentlich zu faulen Hypotheken-Wertpapieren geraten haben. Obwohl ein Ausschuss Hunderte Seiten mit Vorwürfen zusammenstellte, sieht das Justizministerium keine Basis für eine Strafverfolgung.

Goldman-Zentrale in New York: "Wir sind glücklich, dass diese Sache hinter uns liegt"
REUTERS

Goldman-Zentrale in New York: "Wir sind glücklich, dass diese Sache hinter uns liegt"


Washington - Das Fazit ist unmissverständlich: "Als Goldman Sachs erkannte, dass der Hypothekenmarkt am Kippen war, haben sie Anstrengungen unternommen, um von dem Einbruch auf Kosten ihrer Klienten zu profitieren." So beschrieb ein 639 Seiten dicker Bericht des US-Senats im April 2011 die Rolle der Investmentbank in der Finanzkrise. Die Autoren hatten das Justizministerium zu Ermittlungen gedrängt.

Dennoch können die Verantwortlichen jetzt aufatmen: Goldman muss wegen der Geschäfte keine Strafverfolgung fürchten. Das Justizministerium erklärte, es gebe "keine brauchbare Basis, um strafrechtlich gegen Goldman Sachs oder die Mitarbeiter vorzugehen".

Die Mitteilung des Ministeriums vom späten Donnerstag, aus der US-Medien zitierten, ist ein großer Erfolg für Goldman Sachs Chart zeigen. "Wir sind glücklich, dass diese Sache hinter uns liegt", teilte die Bank mit. Der in der Sache federführende Senator Carl Levin hatte dem Geldhaus und seinem Chef Llyod Blankfein wiederholt "dreckige Geschäfte" unterstellt.

Ähnliche Vorwürfe hatte schon die US-Börsenaufsicht SEC vor gut zwei Jahren erhoben - und Goldman Sachs zur Zahlung von 550 Millionen Dollar verdonnert. Die Bank räumte damals ein, Investoren bei einem bestimmten Deal unzureichend informiert zu haben. Bei einem anderen Hypotheken-Geschäft hat die SEC ihre Nachforschungen dagegen vor wenigen Tagen ohne Ergebnis eingestellt, wie Goldman Sachs am Donnerstag im Quartalsbericht erklärte.

dab/dpa

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