Goldman-Chef Blankfein "Finanzplatz London wird unter Brexit leiden"

Ein Brexit-Loser steht bereits fest: Der Finanzplatz London. Die Unsicherheit werde den Geschäften schaden, sagte Goldman-Sachs-Chef Blankfein. Seine Bank habe bereits "Notfallpläne" für den Umzug von Mitarbeitern.

Finanzplatz London
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Finanzplatz London


Die US-Investmentbank Goldman Sachs erwartet eine Beeinträchtigung des Finanzplatzes London durch den EU-Austritt Großbritanniens. "Er wird auf der Stelle treten", sagte Vorstandschef Lloyd Blankfein einem BBC-Bericht von Freitag zufolge. "Er könnte auch ein bisschen schrumpfen. Das hängt von vielen Dingen ab, worüber wir noch unsicher sind. Derzeit ist ja gar nichts sicher."

Goldman setze sich für eine mehrjährige Umsetzungsphase ein, sobald der Brexit unter Dach und Fach sei, ergänzte Blankfein. Sollte es die nicht geben, sei Goldman gezwungen, frühzeitig zu handeln und Jobs und Projekte zu verlagern.

Sein Haus habe "Notfallpläne" für den Umzug von Mitarbeitern, sollte der Ausgang der Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien dies erfordern. Goldman beschäftigt derzeit 6500 Mitarbeiter in Großbritannien. Blankfein sagte, die Bank sei bereits mit mehreren europäischen Städten in Gesprächen und werde die Büros im irischen Dublin und in Frankfurt am Main vergrößern. Goldman Sachs wolle aber so wenige Stellen streichen wie möglich - auch in zehn Jahren werde London noch der bei Weitem größte Standort in Europa bleiben.

Nach einem EU-Austritt brauchen dort ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Lizenz in einem EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen. Einige Unternehmen bereiten deshalb die Verlegung von Mitarbeitern vor. Die britische Bank Standard Chartered gab diese Woche bekannt, Frankfurt zur europäischen Basis auszubauen und sich so den Zugang zur Europäischen Union nach dem Brexit zu sichern.

nck/Reuters



insgesamt 68 Beiträge
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spaceagency 05.05.2017
1. London war auch vor EU Eintritt der grösste Handelsplatz
Zürich ist ein bedeutender Handelsplatz und auch nicht in der EU. Das muss gar nicht zum Nachteil werden. Andere Geschäfte können sich öffnen
jowitt 05.05.2017
2. @spaceagency
Zitat von spaceagencyZürich ist ein bedeutender Handelsplatz und auch nicht in der EU. Das muss gar nicht zum Nachteil werden. Andere Geschäfte können sich öffnen
Welche "anderen Geschäfte" sollen sich da denn öffnen? Welche Geschäfte können denn die Banken in London mehr machen, wenn sie nicht in der EU sind? Tatsache ist, das einige Geschäfte eben nicht mehr möglich sein werden, ist GB nicht in der EU.
klangschmied 05.05.2017
3. @nr.1
Niemand spricht im Bericht von Nachteil oder dass London nicht mehr der größte sein wird. Im Gegenteil, es wird explizit erwähnt, dass London nocht in einem Jahrzehnt der größte sein wird. Es wird darüber gesprochen, dass er womöglich auf der Stelle treten oder etwas schrumpfen könnte. Lesen, denken, dann schreiben.
marcaurel1957 05.05.2017
4.
Zitat von spaceagencyZürich ist ein bedeutender Handelsplatz und auch nicht in der EU. Das muss gar nicht zum Nachteil werden. Andere Geschäfte können sich öffnen
Sicher werden sich andere Geschäfte öffnen.....Schafswolle, Whisky, Schweinebäuche..... Wo liegt denn der "bedeutende"Handelsplatz Zürich?
andre-bock 05.05.2017
5. London
Ich denke dass es im Sinne der EU wäre, die Geschäfte, die London im Zuge seiner bisherigen Mitgliedschaft in der EU an sich gezogen hat, aufs Festland zu holen. Den riskanten Derivatehandel weitestgehend in einem Drittland durchführen zu lassen, kann kaum im Interesse der EU-Länder liegen. Ich glaube man kann das ganz sachlich angehen.
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