Goldman Sachs und Co. Moody's prüft Herabstufung von über 100 Banken

Den wichtigsten Großbanken der Welt steht Ärger mit der Rating-Agentur Moody's ins Haus. Die Bonitätswächter drohen, die Kreditwürdigkeit von mehr als 100 Geldinstituten zu senken. Betroffen sind Branchengiganten wie Goldman Sachs und die Deutsche Bank.

Bankenviertel in Paris: Die Geldgiganten stehen unter Beobachtung
DPA

Bankenviertel in Paris: Die Geldgiganten stehen unter Beobachtung


New York/London - Moody's hat die halbe Bankenwelt im Visier: Die Rating-Agentur kündigte an, die Kreditwürdigkeit von weltweit mehr als 100 Instituten zu überprüfen und - wenn nötig - herabzustufen. Dabei handelt es sich vor allem um europäische Institute. Aber auch einige amerikanische Schwergewichte stehen auf der Liste der Bonitätswächter.

Die liest sich wie das Who's who der Bankenwelt. In den USA stehen die Schwergewichte Bank of America Chart zeigen, Citigroup Chart zeigen, Goldman Sachs Chart zeigen, JPMorgan Chase Chart zeigen und Morgan Stanley Chart zeigen unter der besonderen Beobachtung der Analysten. In Europa sind es die britischen Banken Barclays Chart zeigen, HSBC Chart zeigen und Royal Bank of Scotland Chart zeigen, die französischen Institute BNP Paribas Chart zeigen, Credit Agricole Chart zeigen und Société Générale Chart zeigen, sowie die Deutsche Bank Chart zeigen. Für das größte deutsche Geldhaus könnte die Überprüfung der Bonitätsnote am Ende zu einer Herabstufung um zwei Noten führen, teilte Moody's mit.

Als Grund für die geballte Aktion nannte die Rating-Agentur die Auswirkungen der Euro-Krise, die allgemein schlechteren Bedingungen für Banken an den Finanzmärkten sowie die sinkende Kreditwürdigkeit einiger Staaten.

Erst am Montag hatte die Agentur sechs Euro-Länder herabgestuft sowie die Top-Noten von Frankreich, Großbritannien und Österreich in Frage gestellt. Deutschland als wirtschaftlich stärkster Staat in Europa wurde indes verschont.

Tatsächlich stecken die Banken in einer tiefen Krise

Nichtsdestotrotz stellte Moody's auch mehrere deutsche Institute samt deren Tochtergesellschaften nun unter Beobachtung. Neben der Deutschen Bank samt ihrer Tochter Postbank Chart zeigen sind das die Commerzbank Chart zeigen, die DekaBank, die genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ und WGZ, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die Landesbank Hessen-Thüringen sowie die Norddeutsche Landesbank. Hinzu kommen deutsche Tochtergesellschaften ausländischer Großbanken.

Eine schlechtere Bewertung der Kreditwürdigkeit bedeutet in der Regel, dass die Aufnahme von frischem Geld teurer und schwieriger wird. Doch dieser Zusammenhang ist längst nicht mehr zwangsläufig. Zuletzt scherten sich die Anleger gerade beim Kauf von Staatsanleihen immer weniger um die Noten der Agenturen.

Die schwierige Situationen der Bankenbranche ist kein Geheimnis. Besonders das Kapitalmarktgeschäft steckt tief in der Krise. Im vierten Quartal 2011 hatten viele große Institute sogar Verluste hinnehmen müssen, unter anderem auch die Deutsche Bank.

Am Donnerstag vermeldete auch die zweitgrößte französische Bank Société Générale ein miserables Ergebnis: Sie hat im vergangenen Quartal einen Verlust nur knapp vermieden. Der Gewinn brach um 89 Prozent auf 100 Millionen Euro ein. Grund war das schwache Investmentbanking, das 482 Millionen Euro Verlust machte.

In südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder Italien ist die Lage für die Banken besonders schlecht. Die Institute dort halten immer noch viele Anleihen ihrer angeschlagenen Heimatstaaten in ihren Geschäftsbüchern und haben deswegen oft Schwierigkeiten, sich frisches Geld von anderen Banken oder Geldmarktfonds zu leihen. Deshalb war zuletzt immer wieder die europäische Zentralbank als letzter Geldgeber in der Not eingesprungen.

stk/Reuters/dpa-AFX



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Roßtäuscher 16.02.2012
1. Ist da etwa der Ackermann vom Hui-Vorstand zum P...- gewechselt
Zitat von sysopDPADen wichtigsten Großbanken der Welt steht Ärger mit der Rating-Agentur Moody's ins Haus. Die Bonitätswächter drohen, die Kreditwürdigkeit von mehr als 100 Geldinstituten zu senken. Betroffen sind Branchengiganten wie Goldman Sachs und die Deutsche Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,815583,00.html
Und das noch im Jahr seines Abgangs aufs Austragsstüberl. Etwas glamouröser hat sich der eitle Mensch des Schachers mit der Kanzlerin, seinen Abschied sicher vorgestellt. Die Merkel wird ihn zu Kaffee und Kuchen ins Kanzleramt bitten. Und alles wird gut, sagt eine zickige Moderatorin Ruge am Ende ihrer Sendung immer.
rabula_raser 16.02.2012
2. Finanzspekulation- und -anlagenbetrug
Zitat von sysopDPADen wichtigsten Großbanken der Welt steht Ärger mit der Rating-Agentur Moody's ins Haus. Die Bonitätswächter drohen, die Kreditwürdigkeit von mehr als 100 Geldinstituten zu senken. Betroffen sind Branchengiganten wie Goldman Sachs und die Deutsche Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,815583,00.html
Es ist die inzwischen gar nicht mehr weg zu diskutierende, gesamtwirtschaftliche Funktionslosigkeit des sogen. "Bankensektors", der für unsere mehrwertschöpferischen Realwirtschaften mehr Klotz am Bein, als intermediäres Schmiermittel ist. Der Untergang "dieses" Bankensektors mag zu Erschütterungen, Irritationen und Verunsicherungen führen, aber es wir doch nur ein Ende mit Schrecken sein, das vieltausendfach besser ist, als die Fortsetzung dieser heute real-existierenden Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaftsdiktatur, dessen ZK sicherlich aus den Vorständen der sogen. Privatbanken besteht. Dass wir hier genau dem begegnen, was uns da bei Sal. Oppenheim mit dem Triumvirat Oppenheim, Krockow und Esch schon einmal als Beta-Version "dieses" Bankensystems auf die Füße gefallen ist, sollte uns allen Mahnung, Warnung und Abschreckung sein und zum Entschluss bringen, mit der Verstaatlichung und der Beseitigung dieser kannibalkapitalistischen Form von Systemkriminalität ohne weiter Verzögerungen zu beginnen. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, an dessen Ende dann nämlich der Neue Nazistaat stehen wird, weil die Diktatur der Besitzstandsfeudaleliten immer mit solchen Methoden der totalitären Zwangsherrschaft zur Absicherung der Pfründe und Privilegien dieser "Leistungsträgereliten" endet.
Fricklerzzz 16.02.2012
3. Das war längst Überfällig
Zitat von sysopDPADen wichtigsten Großbanken der Welt steht Ärger mit der Rating-Agentur Moody's ins Haus. Die Bonitätswächter drohen, die Kreditwürdigkeit von mehr als 100 Geldinstituten zu senken. Betroffen sind Branchengiganten wie Goldman Sachs und die Deutsche Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,815583,00.html
Die Bankster müsen endlich auf den Teppich zurückgezwungen werden.
Systemrelevanter 16.02.2012
4. Bonitätswächter
Wenn wir dieses Wort nur oft genug wiederkäuen, klingen diese intransparenten, privatwirtschaftlichen Interessen unterworfenen Buden gleich viel sympathischer. Man stellt sich so einen Superhelden mit Flammenschwert vor, der alle Bösewichte dahinrafft.
yoghurt_lx 16.02.2012
5. Der nächste Schritt im durchschaubaren Spiel
Zitat von sysopDPADen wichtigsten Großbanken der Welt steht Ärger mit der Rating-Agentur Moody's ins Haus. Die Bonitätswächter drohen, die Kreditwürdigkeit von mehr als 100 Geldinstituten zu senken. Betroffen sind Branchengiganten wie Goldman Sachs und die Deutsche Bank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,815583,00.html
Weil die Herabstufung der Länder durch S&P nichts bewirkt hat, werden nun durch Moody die Banken in die Mangel genommen. Ich sage schon mal voraus das maximal 2 Amerikanische Banken herabgestuft werden, wobei eine nur minimal. Fast alle Europäischen Banken werden herabgestuft, teilweise sogar drastisch. @SPON Diese Rating-Agenturen als Bonitätswächter zu betiteln ist eine Frechheit. Das sind Banditen welche für ihre Auftragsgeber das gewünschte Rating fabrizieren. Das ist deren Geschäftsmodell und es hat nichts mit Ehrlichkeit oder Fakten zu tun. Bei der Finanzkrise haben diese "Bonitätswächter" absolut versagt und ich sage da steht Absicht dahinter. Die USA verkraften das indem eben immer mehr Dollar gedruckt werden. Als Leitwährung kann man das auch, denn es gibt genug Abnehmer für deren Papier. In der Eurozone ist das nicht erlaubt und würde auch nicht helfen, ausgenommen der Euro würde den Dollar als Leitwährung ablösen. Darum wird schon seit Jahren dieser "Krieg" gegen den Euro geführt. Der Dollar als Leitwährung darf nicht gefährdet werden, denn das ist die Garantie das die USA ihre Stellung in der Welt halten können. Das einige Länder trotz schlechterer Lage immer noch ihr AAA haben, sich bei der letzten wichtigen Entscheidung der EU sich dagegen stellten und das gewisse Fonds Aufstockungen von den USA nicht mitgetragen werden sollte eigentlich deutlich machen das es bei all den Schritten nicht wirklich um die Bonität der Euro Länder oder Banken geht. Auf diesen Gebiet zu recherchieren wäre endlich einmal gefragt, aber da der Spiegel scheinbar viel von seinen alten Statuten einfach über Bord geworfen hat wird eben nur mehr jeder Unsinn abgeschrieben.
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