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Goldman Sachs, Citigroup und Co.: US-Banken verdienen blendend

Von Krise keine Spur mehr: Die großen US-Banken haben von Januar bis März Milliarden gescheffelt. Allein die Citigroup erwirtschaftete fast fünf Milliarden Dollar Gewinn, Goldman Sachs knapp drei Milliarden Dollar.

Goldman-Sachs-Logo an der Wall Street: Besser als erwartet Zur Großansicht
REUTERS

Goldman-Sachs-Logo an der Wall Street: Besser als erwartet

Die Finanzbranche in den USA arbeitet höchst profitabel: In dieser Woche haben zahlreiche Großbanken ihre Zahlen für das erste Quartal vorgelegt - und dabei Milliardengewinne ausgewiesen. So verdiente die größte US-Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen im Zeitraum von Januar bis März unter dem Strich 2,8 Milliarden Dollar. Das sind gut 40 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Erträge lagen bei 10,6 Milliarden Dollar, was den besten Quartalswert der vergangenen vier Jahre darstellt.

Bei der Citigroup Chart zeigen fiel der Quartalsgewinn mit 4,8 Milliarden Dollar noch deutlich höher aus. Er lag um 21 Prozent über dem Gewinn im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Damit hat die Großbank ebenso wie Goldman Sachs die Erwartungen der Analysten noch übertroffen. Grund für den hohen Gewinn dürfte vor allem sein, dass die Citigroup ihre Kosten deutlich senken konnte. Denn die Einnahmen der Bank sanken um zwei Prozent auf knapp 20 Milliarden Dollar.

Bank-of-America-Filiale in New York: Gesunkene Rechtskosten Zur Großansicht
AP/dpa

Bank-of-America-Filiale in New York: Gesunkene Rechtskosten

Bereits am Mittwoch hatte die Bank of America Chart zeigen ihre Rückkehr in die Gewinnzone verkündet. Im ersten Quartal verdiente die Bank demnach 3,4 Milliarden Dollar, obwohl die Erträge um sechs Prozent auf 21,4 Milliarden Dollar fielen. Die Bank of America profitierte vom Wirtschaftsaufschwung in den USA und einem starken Kapitalmarktgeschäft - aber auch von gesunkenen Rechtskosten. Im Vorjahr hatte sie im ersten Quartal wegen einer hohen Strafe für dubiose Hypothekengeschäfte Verluste geschrieben.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Fast sechs Milliarden Gewinn - im Quartal Zur Großansicht
REUTERS

JP-Morgan-Zentrale in New York: Fast sechs Milliarden Gewinn - im Quartal

Auch JP Morgan Chart zeigen und Wells Fargo Chart zeigen präsentierten in dieser Woche Milliardengewinne. JP Morgan verdiente von Januar bis März 5,91 Milliarden Dollar, eine Steigerung um 12,2 Prozent - obwohl die Bank 487 Millionen Dollar für Rechtsstreitigkeiten zur Seite legen musste. Wells Fargo war hingegen gezwungen, wegen fauler Kredite die Rücklagen zu erhöhen. Das drückte den Quartalsgewinn zwar um 2,6 Prozent, in absoluten Zahlen ist er aber immer noch beeindruckend: knapp 5,5 Milliarden Dollar.

fdi/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Wenn die Banken
ornitologe 16.04.2015
nur genug "verdienen" bzw. scheffeln - ist die Krise beendet. Bankengewinne als Indikator für den Wohlstand einer Nation - perfekt! Geniale Logik des Artikelverfassers. Wir werden auf ein Parallelluniversum vorbereitet, in dem Völker das zu tun haben, was in Banketagen beschlossen wird. Oder - ist das schon die Realität?
2. Das ist gut so
Kater Bolle 16.04.2015
Dann hat Goldman Sachs ja Geld um die Strafe für die Beihilfe zum Betrug in besonders schwerem Fall (Griechenland) plus Schadensersatz zu zahlen. Die haben ja wissentlich Griechenland mit "verstecken von Staatsschulden" beim Euro-Beitritt geholfen. Ich vermisse da noch die juristischen Aktivitäten der Geschädigten = Euro-Gruppe und damit auch der deutsche Steuerzahler. Wer macht das jetzt? Alle Regierungsmitglieder haben einen Amtseid geleistet. War irgendwas mit Schaden abwenden ....
3. @1
kalinda 16.04.2015
Ja, schon lange.
4.
f.gotthard 16.04.2015
Zitat von ornitologenur genug "verdienen" bzw. scheffeln - ist die Krise beendet. Bankengewinne als Indikator für den Wohlstand einer Nation - perfekt! Geniale Logik des Artikelverfassers. Wir werden auf ein Parallelluniversum vorbereitet, in dem Völker das zu tun haben, was in Banketagen beschlossen wird. Oder - ist das schon die Realität?
Fragen Sie die stumme Eule Merkel. Sie sind doch Ornithologe...
5. Draghi sei Dank!!
Educa15 16.04.2015
Wie er selbst schon mehrfach beteurte: Die "EZB-"Massnahmen wirken. Spätestens jetzt wissen wir, wie und zu wessen Gunsten. Nur gut, dass man Geld nicht essen kann.
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Wie Rating-Agenturen arbeiten
Geschichte
Die Geschichte der Rating-Agenturen reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als das US-Eisenbahnnetz sich über den Kontinent ausdehnte. Das erforderte Kredite, die die Banken nicht alleine schultern konnten. Industrieunternehmen begannen, Anleihen auszugeben, um an Geld zu kommen. Heute dominieren drei Agenturen den Markt: Standard & Poor's, Moody's und Fitch.
Standard & Poor's
Standard & Poor's (S&P): Henry Varnum Poor veröffentlichte 1868 das "Manual of the Railroads of the United States", in dem die Anleger Informationen über die Eisenbahngesellschaften erhielten. 1941 verschmolzen die Poor's Publishing Company und die Standard Statistics Company zur Rating-Agentur Standard & Poor's. Das Rating reicht von AAA ("Triple A", exzellente Bonität, praktisch kein Ausfallsrisiko) über BBB (befriedigend) bis D (in Zahlungsverzug, keine Bonität).
Moody's
Moody's: John Moody gründete 1909 die Agentur Moody's Investors Service, die seit 1975 von der US-Börsenaufsicht SEC anerkannt ist. Die Bewertungen reichen von Aaa über Baa1 bis C.
Fitch
Fitch Ratings: 1924 entstand in New York aus der Fitch Publishing Company von John Fitch das Unternehmen Fitch Ratings. Alle drei Unternehmen haben ihren Sitz in New York, Fitch Ratings zudem in London; sie betreiben Büros in aller Welt. Das Rating reicht von AAA bis D.
Wie die Agenturen arbeiten
Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten und vergeben dazu verschiedene Bonitätsnoten. Dabei fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen oder eine Beurteilung des Managements.
Die Noten der Rating-Agenturen
Das bedeuten die Ratings
Moody's S&P Fitch Bewertung
Aaa AAA AAA Beste Qualität
Aa1 AA+ AA+ Sichere Anlage
Aa2 AA AA
Aa3 AA- AA-
A1 A+ A+ Prinzipiell sichere Anlage
A2 A A
A3 A- A-
Baa1 BBB+ BBB+ Durchschnittlich gute Anlage
Baa2 BBB BBB
Baa3 BBB- BBB-
Ba1 BB+ BB+ Spekulative Anlage
Ba2 BB BB
Ba3 BB- BB-
B1 B+ B+ Hochspekulative Anlage
B2 B B
B3 B- B-
Caa1 CCC+ CCC+ Substantielle Risiken / Extrem spekulativ
Caa2 CCC CCC
Caa3 CCC- CCC-
Ca CC CC
Ca C C
C D D Zahlungsausfall
Bedeutung der Noten
Je schlechter sie die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, umso teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern zum Beispiel auch institutionelle Investoren.

Hochspekulative Anleihen (Moody's: Ba1, S&P: BB+, Fitch: BB+) gelten als "Ramsch". Wird eine Anleihe als spekulativ eingestuft, müssen beispielsweise Zentralbanken sie verkaufen.
Kritik
Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen (Ratings) Mathematik und welcher Meinung ist. In der Finanzkrise wurden Rating-Agenturen an den Pranger gestellt: Weil sie Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben.


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