Goldman Sachs und JP Morgan: US-Banken verdienen wieder prächtig

Die öffentlichen Haushalte der USA stecken in der Schuldenklemme, doch die großen Banken des Landes verdienen schon wieder ähnlich prächtig wie vor der Krise. Goldman Sachs steigerte seinen Gewinn 2012 um fast 200 Prozent - und JP Morgan schaffte sogar einen neuen Rekord.

JP-Morgan-Chef Dimon: Bonus für 2012 halbiert Zur Großansicht
AFP

JP-Morgan-Chef Dimon: Bonus für 2012 halbiert

New York - Die amerikanischen Banken machen wieder satte Gewinne. Am Mittwoch veröffentlichten mit JP Morgan Chase und Goldman Sachs gleich zwei der größten Geldhäuser ihre Geschäftszahlen für 2012 - und die sind durchaus beeindruckend.

  • JP Morgan verdiente trotz der Verluste aus einem Spekulationsskandal so viel Geld wie noch nie. Der Gewinn stieg nach Angaben der Bank um zwölf Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar - allein 5,7 Milliarden Dollar davon fielen im abgelaufenen vierten Quartal an. Es war der dritte Rekordgewinn in Folge. Vor allem die Erholung des US-Immobilienmarkts half JP Morgan. So konnte die Vorsorge für Kreditausfälle um 55 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar gedrückt werden.
  • Ähnlich gut lief es bei Goldman Sachs Chart zeigen. Die weltgrößte Investmentbank steigerte ihren Überschuss um 191 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Die Erträge legten um 19 Prozent auf 34 Milliarden Dollar zu. Vom Rekordgewinn aus dem Jahr 2009 ist die Bank damit allerdings noch ein Stück entfernt.

Auch wenn die Gewinne schon wieder an alte Zeiten erinnern - für die Banker hat sich einiges geändert. Sie werden mittlerweile nicht mehr so stark am Firmenerfolg beteiligt wie früher. Damals fraßen die Gehälter und Boni vor allem bei den Investmentbanken einen großen Teil der Erträge auf. Heute dagegen achten die Institute stärker darauf, die Kosten im Griff zu behalten.

Bei Goldman Sachs etwa stiegen die Löhne und Boni 2012 nur um sechs Prozent auf knapp 13 Milliarden Dollar. Das entspricht rund 21 Prozent der Einnahmen - normalerweise zahlt Goldman seinen Angestellten einen doppelt so hohen Anteil.

Goldman-Sachs-Chef Llyod Blankfein hatte der Bank 2011 nach einigen Quartalen mit Misserfolgen und teils roten Zahlen einen Sparkurs aufgedrückt. Er will die Kosten insgesamt um knapp zwei Milliarden Dollar drücken.

Bei JP Morgan muss vor allem Firmenchef Jamie Dimon kürzertreten. Das Direktorium der größten US-Bank beschloss, Dimons Bonus für 2012 auf zehn Millionen Dollar zu halbieren. Zusammen mit einem zum Vorjahr unveränderten Gehalt von 1,5 Millionen Dollar bekommt er somit 11,5 Millionen Dollar. 2011 erhielt er insgesamt noch 23,1 Millionen Dollar.

Damit zieht JP Morgan die Konsequenzen aus einem Spekulationsskandal. Die Bank hatte im vergangenen Jahr mit riskanten Absicherungsgeschäften eines Londoner Händlers 6,2 Milliarden Dollar verloren. Sowohl das US-Justizministerium als auch die amerikanische Börsenaufsicht SEC und die britische Finanzaufsicht ermitteln. Die Regulierungsbehörden ordneten an, JP Morgan Chart zeigen müsse die Risikokontrolle verbessern.

Zudem solle die Bank ihre Spitzenmanager finanziell stärker für ungenügende Aufsicht zur Rechenschaft ziehen, hatten Federal Reserve und die zuständige Regulierungsbehörde OCC erst am Dienstag gefordert. JP Morgan folgte mit der Bonikürzung der Anweisung: "Als Vorstandschef trägt Herr Dimon letztlich die Verantwortung für die Verfehlungen, die zu den Verlusten geführt haben", erklärte die Bank.

stk/dpa/Reuters

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 32 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. tja
Herr voragend 16.01.2013
leider nichts dazu gelernt würde ich mal sagen......
2. Da sieht man doch deutlich...
prodigal 16.01.2013
...wie der Hase läuft. Vom organisierten Geld regiert zu werden ist genau so schlimm wie vom organisierten Verbrechen regiert zu werden. (Franklin D. Roosevelt.)
3.
b.oreilly 16.01.2013
Zitat von Herr voragendleider nichts dazu gelernt würde ich mal sagen......
wieso nichts dazu gelernt? Die Gehälter wurden zum Teil drastisch reduziert und warum sollen die Banken nun aufhören Gewinne zu machen? Auch das ist Bruttosozialprodukt und bringt der öffentlichen Hand Steuereinnahmen und schafft zudem Arbeitsplätze!
4.
halfuzzy 16.01.2013
Zitat von sysopAFPDie öffentlichen Haushalte der USA stecken in der Schuldenklemme, doch die großen Banken des Landes verdienen schon wieder ähnlich prächtig wie vor der Krise. Goldman Sachs steigerte seinen Gewinn 2012 um fast 200 Prozent - und JP Morgan schaffte sogar einen neuen Rekord. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/goldman-sachs-und-jp-morgan-machen-hohe-gewinne-a-877975.html
Na ob das langt? Mit einer Million im Monat kann man schon ganz gut leben.
5. Ja cool
Bono Beau 16.01.2013
Zitat von Herr voragendleider nichts dazu gelernt würde ich mal sagen......
Je schneller das Geld aus der Realwirtschaft zu den Banken und von unten nach oben fliesst, desto schneller ist der Ponzi-Irrsinn vorbei. Neustart wird unbequem und garantiert nicht opferfrei - aber da haben wir hier unten ja ein Abo drauf. Staun' vor mich hin......
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Banken
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 32 Kommentare