Goldman Sachs verabschiedet Gary Cohn Trumps Top-Berater kassiert 285 Millionen Dollar

Gary Cohn, Vizechef der US-Großbank Goldman Sachs, wechselt als Wirtschaftsberater in die Regierung von Donald Trump. Von der Bank erhält er ein gigantisches Abschiedspaket.

Gary Cohn
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Gary Cohn


Als Chef des Nationalen Wirtschaftsrates ist Gary Cohn künftig Donald Trumps wichtigster Wirtschaftsberater. Zuvor hatte er 25 Jahre lang für die US-Großbank Goldman Sachs gearbeitet, zuletzt als Vizechef.

Zu seinem Abgang stellt Goldman Sachs Cohn noch einmal einen ziemlich dicken Scheck aus. Laut der "New York Times" erhält er ein gigantisches Bonuspaket in Höhe von 285 Millionen Dollar.

In der Zahlung enthalten seien 65 Millionen Dollar in Cash aus langfristigen Bonuszusagen. Hinzu kommen 940.908 Goldman-Sachs-Aktien im Wert von zusammen knapp 220 Millionen Dollar, die nun zu Geld gemacht werden können.

Cohn kann die Aktien aber auch halten und zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen. Kritiker sehen hier die Gefahr eines Interessenkonflikts, schließlich hängt sein Vermögen als Wirtschaftsberater in der Regierung damit maßgeblich vom Goldman-Sachs-Aktienkurs ab.

"Goldman Sachs tut das, damit sich die Person weiterhin der Bank verpflichtet fühlt", sagte Richard Painter, Professor an der University of Minnesota, der "New York Times."

Doch Insidern zufolge plane Cohn "erhebliche Spenden". Auch sei er bereit, zumindest einen Teil seiner Goldman-Sachs-Aktien zu verkaufen.

Auch seine Engagements in Private-Equity- und Hedgefonds muss er auflösen, die ebenfalls von Goldman Sachs gemanagt werden, schreibt CNN. Über die Höhe dieser Einlagen mache die Bank keine Angaben.

Dabei könnte der Zeitpunkt für die Trennung aus Cohns Sicht kaum besser sein: Die Goldman-Sachs-Aktie ist - wie andere Papiere von US-Banken ebenfalls - seit dem Wahlsieg Trumps enorm gestiegen und bewegt sich derzeit nahe an ihrem Allzeithoch.

Ein Einzelfall ist Cohn mit seiner üppigen Abschiedszahlung nicht: Kürzlich war bereits bekannt geworden, dass der künftige US-Außenminister Rex Tillerson von seinem bisherigen Arbeitgeber Exxon Mobil zum Abgang rund 180 Millionen Dollar erhält.

hej/rot

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insgesamt 125 Beiträge
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Seite 1
frankfurtbeat 26.01.2017
1. unglaublich ...
unglaublich was diese Menschen geleistet haben müssen oder zukünftig leisten sollten das derart hohe Abschiedsgeschenke in Relation stehen. Das ist alles nicht mehr nachvollziehbar und zeigt die Fratze des Kapitalismus.
r_dawkins 26.01.2017
2. Endlich wird mal was unternommen
gegen die Eliten und die Verquickung von Wall-Street und Politk. Danke Trump!
sojetztja 26.01.2017
3.
Na, das ist ja mal echt "non-establishment". :-))
Mullersun 26.01.2017
4.
Dieses "kleine Abschiedsgeschenk" wird sich für Goldman-Sachs früher oder später bestimmt auszahlen. Die Regulierungen für Banken werden demnächst wieder herunter gefahren und es kann wieder ordentlich gezockt werden. Wer glaubt das Trumps Berater und Minister keine Klientelpolitik machen weil sie es finanziell nicht nötig haben und ja schon ach so reich sind, ist ganz einfach ziemlich naiv.
2623 26.01.2017
5. Unerträglich
Etwas in dieser Welt ist aus den Fugen geraten.
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