Privatbank-Gründung Goldman Sachs will an das Geld der Reichen

Die Banker von Goldman Sachs gelten als die Könige der Wall Street. Doch die Finanzkrise erschwert das Geschäft mit riskanten Wertpapier-Deals und Firmenübernahmen. Nun hat Goldman-Chef Lloyd Blankfein reiche Privatleute als Kunden entdeckt.

Goldman-Chef Blankfein bei einer Anhörung im Parlament: "Gottes Werk"
REUTERS

Goldman-Chef Blankfein bei einer Anhörung im Parlament: "Gottes Werk"


New York - Die berühmteste Investmentbank der Welt baut sich ein zweites Standbein im klassischen Bankgeschäft auf. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, will Goldman Sachs eine konzerninterne Privatbank für reiche Kunden gründen. So soll das Institut unabhängiger von den Schwankungen an den Finanzmärkten werden.

"Es liegt auf der Hand, dass wir unser eigenes Bankgeschäft aufbauen", sagte Goldman-Chef Lloyd Blankfein der Zeitung. "Wir haben die Regulierung, wir haben die Kosten, wir haben die Belastungen." Wenn man sich diese Entwicklung anschaue, sei die Sache eindeutig.

Die Investmentbanken, die über Jahre hinweg gigantische Gewinne eingefahren haben, leiden unter den Verwerfungen an den Finanzmärkten und den schärferen Regulierungsauflagen. Der übliche Weg, sich Geld bei anderen Banken oder Investoren zu leihen, ist unsicherer und teurer geworden. Deshalb ist es für sie sehr attraktiv, die Einlagen von Kunden als Refinanzierungsquelle zu nutzen.

Goldman Sachs Chart zeigen und der Bankchef Blankfein waren in den vergangenen Jahren wegen verschiedener Skandale heftig in die Kritik geraten. 2009 hatte Blankfein behauptet, die Bank verrichte "Gottes Werk".

Es soll keine Filialen oder Geldautomaten geben

Die neue Sparte soll laut "Wall Street Journal" auch Kredite an Unternehmen vergeben. Die Goldman-Manager strebten ein Kreditvolumen von 100 Milliarden Dollar an, Ende März seien es lediglich zwölf Milliarden gewesen.

Für Goldman Sachs ist der Strategieschwenk eine kleine Revolution. Das 144 Jahre alte Geldhaus hatte sich bisher als reine Investmentbank verstanden, die kein klassisches Privatkundengeschäft anbietet.

Ermöglicht haben den Wandel unter anderem die US-Regulierungsbehörden. Sie hatten Goldman in der Krise 2008 dazu gezwungen, seinen Status als reine Investmentbank aufzugeben, um an Notfonds der Notenbank Fed heranzukommen.

Dass aus der Zocker-Bude Goldman irgendwann eine Sparkasse für Normalkunden wird, ist allerdings kaum zu befürchten. Es werde weder Bankfilialen noch Geldautomaten geben, sagte Blankfein. "Wir werden auch keine Toaster verteilen."

stk

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insgesamt 44 Beiträge
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Seite 1
Dosenpirat 17.07.2012
1. Die Arroganz von Goldman Sachs
Irgendwann sieht es der dümmste Wähler, daß viele Banke keine volkswirtschaftliche Funktion mehr haben und in nicht mal 5 Jahren wird eine politische Partei, die für die Stillegung von Privatbanken wirbt, die Mehrheit im Land bekommen. Wetten, daß?. Zudem die etablierten hätte in den kommenden Monaten eine kleine Chance auch einen Richtungswechsel zu vollziehen....
abominog 17.07.2012
2. Wenn Banken Gottes Werk verrichten
Wessen Werk verrichten dann Investmentbanken?
Cartman 17.07.2012
3. Mario Monti
Ist der Vertreter von Goldman Sachs in Europa
maemo 17.07.2012
4.
Zitat von abominogWessen Werk verrichten dann Investmentbanken?
Goldman Sachs ist eine Investmentbank... Nichts Produktives tun, aber trotzdem ein Vermögen machen. Pervers.
huberwin 17.07.2012
5. Investmentbanken und Geschäftsbanken sollten doch getrennt werden!
Vielleicht sollte Goldman Sachs nur noch mit dem Geld der Reichen herumspielen....dann fällt es auch leichter diese Zocker unter sich zu lassen.....und nicht immer nur die Steuerzahler für ihre absurden Geschäftsmodelle und virtuellen Renditespiele heranzuziehen. Spielsucht ist eine Krankheit....nur bei den Banken gibt es bisher keine Behandlungsmethode.
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