Spätere Bonuszahlungen Goldman hilft Mitarbeitern beim Steuersparen

Die US-Investmentbank Goldman Sachs will offenbar die Steuerlast ihrer Banker minimieren: In Großbritannien sollen sie ihre Boni laut einem Bericht mit Verspätung bekommen und so von einem niedrigeren Steuersatz profitieren. In den USA funktionierte der Trick genau umgekehrt.

Goldman-Sachs-Niederlassung in London: 45 statt 50 Prozent Spitzensteuer
REUTERS

Goldman-Sachs-Niederlassung in London: 45 statt 50 Prozent Spitzensteuer


New York - Wenn es darum geht, möglichst viel Gewinn zu machen, genießt die US-Investmentbank Goldman Sachs einen exzellenten Ruf. An der Wall Street wird das Institut gerne Goldmine Sachs genannt. Aktuell denkt Goldman nun offenbar darüber nach, wie es seinen Managern möglichst hohe Bonuszahlungen ermöglichen kann.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Insider berichtet, will Goldman die Bonuszahlungen für seine Investmentbanker in Großbritannien eventuell verschieben, um sie in den Genuss von Steuersenkungen zu bringen. Die Bank überlege, ob sie die Boni erst nach dem 6. April zuteile, heißt es. Schließlich gelte zu diesem Zeitpunkt ein Spitzeneinkommensteuersatz von nur noch 45 Prozent statt zuvor 50 Prozent, sagte eine mit den Angelegenheiten der Bank vertraute Person. Es gehe um überfällige Bonuszahlungen aus den Jahren 2009, 2010 und 2011.

Der derzeitige britische Spitzensteuersatz von 50 Prozent gilt für Einkommen von mehr als 150.000 Pfund (etwa 180.000 Euro). Ein Banker, der zusätzlich zu einem Gehalt von 150.000 Pfund noch einen Bonus von 100.000 Pfund bekommt, würde durch die Verschiebung rund 5000 Pfund, etwa 6000 Euro, an Steuern sparen.

Goldman Sachs ist allerdings nicht das einzige Unternehmen mit solchen Plänen. Laut "Financial Times" ("FT") erwägt eine Handvoll Firmen, Extravergütungen für ihre Führungskräfte nicht wie gewohnt im ersten Quartal auszuzahlen, sondern erst nach dem Stichtag 6. April. Die Schweizer Großbank Credit Suisse Chart zeigen, die ihre Boni ebenfalls erst im April auszahlen will, hat das laut "FT" schon immer zu diesem Zeitpunkt getan.

In den USA hatte Goldman Sachs Chart zeigeneine ähnliche Strategie gefahren wie in Großbritannien, allerdings in umgekehrter Richtung: Extravergütungen wurden ins alte Jahr vorgezogen, um einer Anhebung des Spitzensteuersatzes zum 1. Januar zuvorzukommen.

Die Mitteilung über die Überweisung von insgesamt rund 65 Millionen Dollar an zehn Manager, darunter Goldman-Chef Lloyd Blankfein, erreichte die US-Börsenaufsicht am 31. Dezember und damit rund 24 Stunden bevor der US-Kongress die Steuererhöhung verabschiedete. Die Zahlung ging damit einige Wochen früher über die Bühne als üblich.

nck/Reuters

insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
neu_ab 14.01.2013
1.
Wenn es darum geht, unsere Steuern zu verplempern, bzw. in die eigenen Taschen zu ergaunern, sind die ganz groß. & nun helfen sie ihren Mitarbeitern beim Steuersparen.
graphicdog 14.01.2013
2. Gefährlich
Zitat von sysopREUTERSDie US-Investmentbank Goldman Sachs will offenbar die Steuerlast ihrer Banker minimieren: In Großbritannien sollen sie ihre Boni laut einem Bericht mit Verspätung bekommen und so von einem niedrigeren Steuersatz profitieren. In den USA funkionierte der Trick genau umgekehrt. Goldman Sachs zahlt Boni später aus, damit die Banker Steuern sparen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/goldman-sachs-zahlt-boni-spaeter-aus-damit-die-banker-steuern-sparen-a-877419.html)
Goldman & Sachs...die gefährlichste Firma der Welt. Keiner hat mehr Dreck am Stecken. Dass dort Hilfe gewährt wird, damit sehr reiche Menschen nichts zum Gemeinwohl beitragen, war klar.
ruediger 14.01.2013
3. optional
Es ist doch das selbstverständlichste auf der Welt, dass Firmen darüber nachdenken, wie möglichst viel von ihrern Kosten beim Empfänger (Mitarbeiter) ankommen. Alles andere wäre pure Geldverschwendung.
LH526 14.01.2013
4. optional
Einer von hunderten "ganz legaler Steuertricks" respekt und gut daß Menschen dadurch Geld sparen können. RIchtig gemacht und das Gesetz für sich und seine Angestellten positiv genutzt.
don_d. 14.01.2013
5. Goldman...
... immer noch mit einem "N" an Ende,... aber sonst hätten wir ja auch am Ende weniger über SPON zu meckern....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.